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So funktioniert das: Fluglehrerin Astrid Roberg (r.) mit ihrem 14-jährigen Schüler Felix Schäfer aus Murnau. 

Auch für Jugendliche geeignet

Der Traum vom Fliegen zum Greifen nah

Ohlstadt - Fliegen ist nur etwas für Super-Reiche. Oder? Falsch! Zumindest bei der Sportfliegergruppe Werdenfels ist das nicht so. Da können Jugendliche genauso lernen, ein Segelflugzeug zu fliegen wie andere Leute Reiten oder Tennisspielen.

Felix ist ein leidenschaftlicher Segelflieger. „Man fliegt lautlos durch die Luft. Das fasziniert mich. Und die herrliche Aussicht dazu.“ Der 14-Jährige aus Murnau ist einer von aktuell zehn jugendlichen Flugschülern zwischen 13 und 18 Jahren, die sich auf dem vereinseigenen Fluggelände Pömetsried bei Schwaiganger ihren Traum vom Fliegen erfüllen.

„Ab etwa 14 Jahren kann man mit der Flugausbildung beginnen“, erklärt Vereins-Pressereferent Mathias Briesenick. Voraussetzung seien „körperliche und geistige Reife“. Konkret heißt das zum Beispiel: Wer noch zu klein ist und mit den Füßen nicht an die Pedale heranreicht, kann auch noch nicht Fliegen lernen. „Alle unsere Schüler stehen unter fliegerärztlicher Kontrolle“, betont Briesenick.

Insgesamt werde der Piloten-Nachwuchs von 16 Fluglehrern und dem Jugendwart betreut. Für die Ausbildung der Neulinge stehen zwei Schulungsdoppelsitzer zur Verfügung. Stets begleitet von einem Fluglehrer, müssen die Schüler bis zu 80 Start absolvieren, bevor sie ihre erste Prüfung, die so genannte A-Prüfung, ablegen dürfen, bei der sie insgesamt dreimal alleine starten und eine kurze Strecke ums Gelände fliegen müssen.

Etwa zwei Jahre dauert es laut Briesenick, bis diese Prüfung absolviert werden kann. Dazu müssen Kenntnisse in Meteorologie, Flugphysik oder Navigation vorliegen. „Theorie wird im Winter gepaukt.“ Dann könne nämlich nicht geflogen werden. Felix hat die A-Prüfung schon in der Tasche. „Einen Tag nach meinem 14. Geburtstag hatte ich meinen ersten Alleinflug“, sagt der Murnauer Schüler stolz. Briesenick schätzt, dass Felix einer der jüngsten Segelflug-Schüler in weitem Umkreis ist.

Aber nur fliegen und Theorie pauken ist nicht alles, was der Nachwuchs im Verein leisten muss. „Unsere Jugendlichen sind stark eingebunden bei uns“, sagt Briesenick. Segelfliegen sei eine Art Mannschaftssport. Man helfe sich gegenseitig beim Starten. Zusätzlich muss das Gelände in Schuss gehalten und müssen die Maschinen gepflegt und gewartet werden. An derartigen Arbeitsdiensten seien die Jugendlichen – die überwiegend aus der Region kommen – von Anfang an beteiligt. Dadurch bezahlen sie weniger Mitgliedsbeiträge, so Briesenick.

Das ganze Wochenende auf dem Flugplatz zu verbringen ist also eher die Regel, als die Ausnahme. „Die Jugendlichen werden zu relativ reifen Persönlichkeiten. Ihr Selbstbewusstsein steigt“, hat Briesenick festgestellt. Warum? Weil man ihnen viel zumute, aber auch viel zutraue; etwa den Umgang mit Flugzeugen die – selbst wenn sie nur gebraucht sind – etwa 50 000 Euro Wert sind.

Briesenick hält die Ausbildung bei den Segelfliegern in jedem Fall für „charakterbildend“. Außerdem verbesserten sich bei vielen durch den theoretischen Unterricht auch die Schulnoten.

Aber was das kostet. Gar nicht mal so viel, findet Briesenick. Etwa 600 Euro müsse ein jugendlicher Flugschüler pro Jahr Mitgliedsbeitrag bezahlen. Zum Vergleich: Einmal wöchentliche Tennisstunden in der Gruppe kosten im halben Jahr rund 350 Euro für den Nachwuchs.

Felix Schäfer wird seine Ausbildung jedenfalls fortsetzen. Im Frühjahr will er die nächste Prüfung ablegen. Sein Ziel: „Die Pilotenprüfung.“ Seine Motivation steht hinten im Hangar: Sein Papa ist nämlich selbst leidenschaftlicher Segelflieger. Und dessen Flieger will er später ganz alleine steuern. Wer sich für das Segelfliegen interessiert, kann über das Internet Kontakt aufnehmen unter www.flugplatz-ohlstadt.de/verein. Der Verein freut sich über jedes neue Mitglied.

Franziska Seliger

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