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Hier kommt der Kran hin: Im Bereich der Ausfahrt Färbergasse, wo die zwei Autos zu sehen sind, soll der Koloss mindestens ein Jahr stehen.

Großbaustelle in Murnaus Ortszentrum 

Rathaus-Umbau: Kritik an Kran-Standort 

Murnau - Die Sanierung und Erweiterung des Murnauer Rathauses bringt einen massiven verkehrstechnischen Einschnitt mit sich. Denn der Baukran wird – für mindestens ein Jahr – auf der Schlossbergstraße an der Ausfahrt Färbergasse aufgestellt. Die Durchfahrt wird nicht möglich sein.

Ein direkter Anlieger ist alles andere als erfreut über die Standortwahl. Marktbaumeister Klaus Tworek und Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger erläuterten gestern bei einem Pressetermin im Bauamt, wieso der Kran an die besagte Stelle kommen soll. „Es gibt sowohl wirtschaftliche als auch technische Argumente“, sagt Tworek.

 Eine andere Variante, die im Gespräch war, ist der Innenhof des Rathauses. Doch dort passe der Kran nicht rein, hieß es. Auch die Fußgängerzone wurde als Standort diskutiert. Doch bekanntlich gibt es dort mehrere Gaststätten. „Circa 150 Freisitzplätze wären stark belastet“, so Tworek. Bittlinger, der die Geschäftsleute in den vergangenen Tagen über den Einschnitt informierte, betont: „Es gibt einen Konsens, dass niemand die gute Stube mit einem Kran verschandelt haben möchte.“ Also wurde auch diese Lösung verworfen. Zur Debatte stand darüber hinaus, den Kran auf dem Parkplatz unterhalb des Schlosses zu platzieren. Doch dann müsste das Dach des Huber-Hauses geschützt werden.

 So fiel die Entscheidung letztlich für die Schlossbergstraße aus. Die Bereiche rechts und links des Krans sollen als Wendehammer fungieren. Der Untermarkt wird vorübergehend zur Sackgasse. Ein dauerhaftes Verkehrschaos befürchtet man im Marktbauamt nicht. Tworek denkt, dass sich die Regelung einschleifen wird. Drei Schilder sollen ab dem Tengelmann-Center auf die Sackgasse verweisen. Der Kran wird, so der Plan, am Mittwoch, 20. Juli, aufgestellt.

 Bei Angela und Lutz Stoess, Betreiber des gleichnamigen Fotogeschäfts in der Schlossbergstraße, kommt das nicht gut an. Sie befürchten Umsatzeinbußen – und würden sich wünschen, dass der Kran woanders platziert würde. Im Innenhof des Rathauses etwa. „Aus meiner Sicht hat die Gemeinde die Möglichkeit, ihn da hinten reinzustellen“, sagt Angela Stoess. Eine weitere Variante, die die Geschäftsleute vorschlagen, ist der Bereich nördlich des Huber-Hauses. Dort befinden sich vermietete Parkplätze. Diese könne man zwischenzeitlich in die Tiefgarage in der Lederergasse verlagern. 

„Es heißt immer Murnau Miteinander“, sagt Angela Stoess. Daher hätte sie sich gewünscht, wenn das Thema vorher mit Betroffenen besprochen worden wäre, „um eine gute Lösung für alle zu finden“. 

Was die beiden auch ärgert: Vor 20 Jahren, als sie einen Neubau hinstellten, sei ein Kran in der Schlossbergstraße undenkbar gewesen. „Da hat es geheißen: Da muss die Feuerwehr und der Sanka durch“, betont Lutz Stoess. Er und seine Frau wollen das Ganze rechtlich prüfen lassen. „Unsere Anwältin steht in den Startlöchern“, bekräftigt Angela Stoess.

 Die Marktgemeinderäte wurden vergangene Woche im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung über den Kran-Standort informiert. „Ich bin nicht ganz glücklich damit“, sagt Welf Probst, Sprecher der Freien Wähler und Inhaber eines Raumausstatterbetriebs im Untermarkt. „Aber wir müssen wohl in den sauren Apfel beißen.“ Er hoffe, dass die betroffenen Geschäfte die Bauphase „mit einem blauen Auge überstehen. Es wäre schade, wenn die Baustelle zu einem Fiasko für den Einzelhandel werden würde.“ 

Die Arbeiten beginnen im Strütt-Haus. Dort wird das Dach entfernt, das Gebäude entkernt und ein Keller angelegt. Für Donnerstagabend war beim Karg eine Info-Veranstaltung geplant. Thema: Der Standort des Krans.

Roland Lory 

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