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Süße Langhaarhündin: „Bussi“ wird von Wertungsrichterin Dr. Anne Posthoff (l.) in Augenschein genommen. Dita Rebholz (r.) und ihre Enkelin Fanny (9) sehen ihr aufmerksam dabei zu.

Schau mit eigenwilligen Tieren

Dackel „Bussis“ großer Auftritt

"Harsche Behaarung“, „dunkelsaufarben“ und „korrektes Scherengebiss“ – diese Bezeichnungen mögen deftig und kurios anmuten, können aber bei Dackelzüchtern helle Freunde auslösen.

Denn diese Attribute stehen für Qualitätsmerkmale ihrer Tiere und bedeuten jeweils eine Auszeichnung für sich. Vergeben wurde dieses Lob bei der alljährlichen Zuchtschau der Sektion Oberland des bayerischen Dachshundklubs. 

Dazu kamen bereits zum 25. Mal im Seehauser Gasthof Zum Stern 18 Züchter der Rassen Kurz-, Lang- und Rauhhaar aller Größen und Altersklassen zusammen, um ihre Tiere von Spezialzuchtrichterin Dr. Anne Posthoff beurteilen zu lassen. Hierbei ging es vor allem um die Zucht-Zulassung. 

Auf einem Tisch vor der Richterin sitzend, prüfte diese zunächst mit einem Messgerät die Chipnummer der Hunde, stellte deren Brustumfang fest, und nahm sich Fell, Gebiss und Rute vor. Dann galt es für die Vierbeiner, auf der Bühne einige Runden zu drehen, um Gangwerk und Standbild vorzuführen. 

Allerdings sind Dackel eigenwillige Tiere, die vieles tun, nur beileibe nicht immer das Gewünschte. Ein überaus entspanntes Rauhhaar wollte sich zum Beispiel auf Posthoffs Richtertisch schlafen legen, ein Kurzhaar sprühte hingegen so vor Temperament, dass sowohl Besitzerin als auch Richterin alle Hände voll zu tun hatten, um ihn zu bändigen. Keinesfalls wollte sich der wehrhafte Geselle in sein Gebiss schauen lassen – wie ein Kind beim Zahnarzt. 

Heiterkeit erzeugte bei den etwa 80 Zuschauern die kleine, braune Hinterlassenschaft einer Rauhhaarhündin auf der Bühne: „Jetzt läuft sie gleich ganz anders“, stellte Posthoff mit einem Augenzwinkern fest. 

Einzige Dackel-Kandidatin aus Murnau war die einjährige Langhaarhündin „Bussi“ von Alfred und Dita Rebholz, die vom jüngsten Spross der Familie – der neunjährigen Fanni – souverän vorgeführt wurde. „Ich war schon ein bisschen aufgeregt auf der Bühne“, gestand das Mädchen, „aber ich habe mit ihr zuhause laufen geübt.“ 

Mit dem begehrten Prädikat „Vorzüglich“ wurde der Kurzhaarrüde „Murphy vom Soestbach“ von Korbinian und Martina Grünberger aus Peißenberg gekürt, ebenso die Rauhaarhündin „Möhre Fanny vom alten Forstgarten“ von Irmgard Kowalski aus Antdorf. Bei den Langhaardackeln erreichte keiner die Höchstwertung. Über die Auszeichnung „schönster Puppy“ (unter sechs Monaten und daher wertungsfrei) durfte sich Josef Wehner aus München für seinen „Anton vom Blauen Land“ freuen, der aus der Zucht der ersten Vorsitzenden der Sektion Oberland, Petra Meder-Hokamp aus Murnau, stammt.

Heino Herpen

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