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Nicht ungefährlich: Der Übergang an der Römerstraße. Die Stelle soll untertunnelt werden.

Nach fast 30 Jahren Wartezeit

Sicherer Übergang für Schulkinder in Sicht

Seehausen - Es ist schier nicht zu glauben, aber wahr: Seit 1989, also seit fast 30 Jahren, hat die Gemeinde Seehausen das Thema Bahnunterführung auf dem Tisch. Doch der Tunnel zwischen Ettaler Weg und Römerstraße existiert bis heute nicht. Nun gibt es allerdings Signale, dass das ersehnte Projekt tatsächlich in absehbarer Zeit umgesetzt wird.

Denn derzeit läuft ein so genanntes Planfeststellungsverfahren. Dabei wird die Öffentlichkeit beteiligt. Das heißt: Das Vorhaben wurde bekannt gemacht. Jeder, dessen Belange durch das Vorhaben berührt werden, konnte sich bis Dienstag zu Wort melden. Die Unterlagen waren einen Monat lang im Seehauser Rathaus einsehbar. 

„Wenn alles normal abläuft, müsste nächstes Jahr Baubeginn sein“, sagt Seehausens Bürgermeister Markus Hörmann (CSU). Bei der Deutschen Bahn sieht man das ähnlich: „Gesetzt den Fall, dass das Verfahren reibungslos läuft, ist mit einem Baubeginn frühestens im Sommer 2017 zu rechnen“, erklärt ein Sprecher. Von Widerständen seitens Anliegern ist Hörmann nichts bekannt. 

Das Ziel liegt auf der Hand: Man will erreichen, dass vor allem Schulkinder die Bahnstrecke sicher queren können. Hörmann spricht zudem von der „Verbindungsachse“ der beiden Ortsteile Seehausen und Riedhausen. „Das ist eine gewisse Lebensader.“ Ansonsten gibt es nur die Staatsstraße. Der Bürgermeister hofft, dass mit der Unterführung für Fußgänger und Radler Riedhausen und Seehausen „ein bissl mehr zusammenwachsen“. 

Die Baukosten betragen laut dem Bahnsprecher nach derzeitigem Stand rund 1,2 Millionen Euro. Sie werden gedrittelt (Bund, Gemeinde, Deutsche Bahn). Bei dem Projekt war ein sehr langer Atem und Geduld gefragt. Unzählige Schreiben wurden verfasst, Ortstermine angesetzt, Gutachten in Auftrag gegeben, über Grundstücke verhandelt und so weiter. Man erörterte die Steilheit der Auffahrt, besprach Barrierefreiheit und einiges mehr. 

Die Ratsmitglieder waren bereits Anfang 2014 davon ausgegangen, dass die Bahn ein Planfeststellungsverfahren gestartet hat und der entsprechende Bescheid bald vorliegen müsste. Doch dem war nicht so. „Wahnsinn“, kommentierte seinerzeit Dritter Bürgermeister Daniel Schreyer (CSU) und sprach damit wohl aus, was viele dachten. Im März 2015 bekam Bürgermeister Hörmann von der Bahn eine Zusage, wonach 2016 Baubeginn sein soll. 

Das Unternehmen hätte es sich freilich auch leicht machen und den Übergang einfach schließen können. Zwei Gesperrt-Schilder und die Sache wäre erledigt gewesen. Doch das wäre absolut gegen die Interessen der Gemeinde Seehausen gewesen.

Roland Lory

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