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Die Wetterstein-Silhouette samt Zugspitzkreuz sowie bodentiefe Verglasung: Das zeichnet die neuen Kabinen der Eibsee-Seilbahn aus. Das Design präsentierte Klaus Schanda, Marketing-Leiter bei der Zugspitzbahn.

Eröffnung voraussichtlich am 21. Dezember 2017

Edel und verglast: Die neuen Kabinen der Eibsee-Seilbahn

Grainau - Gute Nachrichten kommen von der Zugspitze: Der Neubau der Eibsee-Seilbahn liegt im Zeit- und Kostenplan. Und das Design der neuen Kabinen "rockt". Das findet auf jeden Fall schon mal das Marketing-Team. 

Als „Museum zwischen all der Modernität“ bezeichnet Wirt Hansjörg Barth sein Münchner Haus (l.). Drumherum verändert sich viel. Die Hütte bleibt, wie sie ist.

Hansjörg Barth weiß: Er ist anders. Beziehungsweise sein Münchner Haus. „Ich bin das Museum zwischen all der Modernität.“ Tatsächlich wirkt seine Hütte aus dem Jahr 1897 mit der Schindelfassade wie ein Fremdkörper auf dem zugebauten Zugspitzgipfel. Barth ist überzeugt: „Die Leute mögen diesen Gegensatz.“ Dieser wird sich noch verstärken: sobald die neue Bergstation der Eibsee-Seilbahn mit ihrer Glasfassade eröffnet ist und die neuen Kabinen die Gäste auf Deutschlands höchsten Gipfel und in Barths Hütte bringen. Im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Zugspitze stellte die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) gestern erstmals das Design dieser Kabinen vor.

Aus Marketing-Chef Klaus Schanda sprach Begeisterung. „Uns gefällt’s sehr gut“, sagte er im Namen des Teams. „Und wir glauben, dass es den Bergbahnen-Markt rocken wird.“ Das dürfte für das gesamte Großprojekt gelten, sofern nicht enorme Probleme dazwischenkommen.

Edler Charakter von außen, Aussicht von innen

Zunächst hatte man sich für die Kabinen ein Design überlegt, „das richtig knallt“, sagte Schanda. Starke Farben beispielsweise, die sofort ins Auge stechen. Davon kamen die Verantwortlichen jedoch wieder ab. „Wir wollten es nicht überfrachten. Die Kabine muss für sich sprechen.“ Edler Charakter von außen, Aussicht von innen standen als Vorgabe im Raum. Das Ergebnis ist eine Kabine in Form eines Parallelogramms. Sie ziert die Silhouette des Wettersteinmassivs mit der Zugspitze und seinem Gipfelkreuz. Die bodentiefe Verglasung in Verbindung mit Scheibenheizung garantiert besten Ausblick auf die Bergwelt auch bei frostigen Temperaturen.

Dass dieses Glasdesign ängstliche oder nicht schwindelfreie Gäste abschrecken könnte, befürchten die BZB-Verantwortlichen nicht. „Ihnen empfehle ich die Mitte der Kabine“, sagt ein zu Scherzen aufgelegter Technischer Vorstand Peter Huber. Zudem „nehmen die Fahrgastbegleiter die Besucher zur Not auch an die Hand“. Und kommt die Seilbahn gar nicht in Frage, bleibt immer noch die Zahnradbahn.

Baustelle weltweit beachtet

Schwärmen vom Großprojekt (v. l.): Arno Inauen, Geschäftsführer Garaventa AG, BZB-Vorstand Peter Huber, Chefstatiker Hans-Georg Leitner und BZB-Vorstand Matthias Stauch.

Aus marketingtechnischen Gründen ist auf den neuen Kabinen auch das Wort Zugspitze aufgedruckt. Schließlich gehen die Experten davon aus, dass die Bahn x-fach fotografiert und die Bilder auf der ganzen Welt verbreitet werden. Keine übertriebene Vorstellung: Das Großprojekt Seilbahn-Neubau auf Deutschlands höchstem Berg wird tatsächlich weltweit beachtet. Diese Erfahrung hat der Kaufmännische Vorstand Matthias Stauch erst dieser Tage während einer China-Reise gemacht.

Dort haben ihn Gesprächspartner auf den Neubau angesprochen. Und Stauch zeigt sich überaus zufrieden, dass er ihnen von einem deutschen Großprojekt erzählen kann, bei dem es läuft. Bei dem – anders als bei einem Berliner Skandal-Flughafen – ein Eröffnungstermin in Sicht ist und der Kostenrahmen – anders als bei einer Hamburger Elbphilharmonie – bislang gehalten wird.

Kostenrahmen von 50 Millionen Euro: "Gut dabei"

50 Millionen Euro hat die BZB für das Mammutprojekt veranschlagt. Zum jetzigen Zeitpunkt, da 90 Prozent der Gewerke vergeben sind, zeigt sich Stauch zuversichtlich, dass dieser Rahmen eingehalten wird. „Wir sind sehr gut dabei.“ Ebenso zufrieden wie der Kaufmann wirkt der Techniker. Huber zeigte sich „stolz auf diese Bauwerk“. Man liege weitgehend im Zeitplan. An der Talstation am Eibsee in Grainau wird bereits ordentlich gearbeitet. Über den Winter will der Seilbahnhersteller, die Unternehmensgruppe Doppelmayr/Garaventa, den Innenausbau samt Antrieb fertigstellen. Sobald die alte Bahn im Frühjahr außer Betrieb geht, folgen der Aufbau der neuen Stütze, der Seilzug und, voraussichtlich im Oktober, die Montage der neuen Kabinen. Viel zeitlichen Verlust können sich die Verantwortlichen nicht leisten: Am 21. Dezember 2017 soll die neue Bahn als „Seilbahn Zugspitze“ in Betrieb gehen. Und wird in Sachen Modernität neue Akzente setzen auf dem berühmten Gipfel.

Nostalgische Bahnen bleiben im Unternehmen

Auf die Konstante Münchner Haus aber kann man sich verlassen. „Bei uns bleibt alles, wie es ist“, verspricht Barth. Der Hüttenwirt selbst verfolgt den Bau mit großem Interesse, zeigt sich beeindruckt von der Konstruktion. Zugleich ist ihm wichtig, „dass die Leute sehen, wie es damals war“. Auch die BZB weiß ein wenig Nostalgie zu schätzen. Viele Anfragen haben Vorstand Huber und Co. bereits erreicht – die 53 Jahre alten Kabinen der Eibsee-Seilbahn sind begehrt. „Aber die bleiben bei uns“, sagt Huber. „Dafür finden wir eine Verwendung."

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