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Auf einen schönen Herbst hoffen alle Hüttenwirte im Ammertal, auch die Pächter der Hörnlehütte. 

Bergsommer: Von super bis durchwachsen

Ammertaler Hüttenwirte ziehen unterschiedliche Zwischenbilanz

Ammertal - Eine Region, ein Himmel, ein Wetter, ein Bergsommer? Möchte man meinen. Ist aber offenbar falsch. Die Zwischenbilanz der Hüttenwirte im Ammertal jedenfalls fällt nach diesem Sommer durchaus unterschiedlich aus.

Pürschling-Haus

Hubert Spindler schwärmt. „Eine Supersaison ist das bis jetzt“, sagt der Pächter im August-Schuster-Haus auf dem Pürschling. Um 10 bis 15 Prozent liegt er schätzungsweise über dem Umsatz des Vorjahres. Die Terrasse, auf der etwa 250 Wanderer Platz haben, war stets gut gefüllt. Im Bergherbst sitzen sie vor neuen, in frischem Grün gestrichenen Fensterläden. Diese hat die Alpenvereinssektion Bergland vor ein paar Tagen geliefert. In der Vergangenheit hieß es immer wieder, die Sektion werde die Hütte grundsanieren und unterkellern. 2014 waren die Pläne bereits Thema im Gemeinderat. „Da dachte man, es geht gleich los“, sagt Spindler. Jetzt aber hat auch er davon nichts mehr gehört. An einen Umbau glaubt er erst, „wenn der Kran steht“.

Das Pürschling-Haus schließt am 30. Oktober. Am 26. November startet die Wintersaison.

Laber-Berggaststätte

Das Sommergeschäft lief gut. Nicht sehr gut oder spitzenmäßig wie im vergangenen Jahr. Aber gut. Thomas Spindler ist zufrieden. An diesem Freitag sitzt er bei der Laber-Bergbahn an der Kasse, normalerweise arbeitet er als Maschinist. Und er hilft mit Informationen aus, nachdem Geschäftsführer Andreas Weber seinen Urlaub genießt. Auch Wirtin Martina Höchbauer ist an der Berggaststätte nicht zu erreichen. Zumindest daran werden sich die Gäste bald gewöhnen müssen. Denn nach acht Jahren hört die Grainauerin zur Wintersaison auf. Genaues weiß Spindler nicht, das Wichtigste aber hat er erfahren: Weber hat bereits einen neuen Pächter gefunden. Er startet am ersten Weihnachtsfeiertag und damit in der ruhigeren Saison. Denn der Laber als Skiberg mit einer unpräparierten, steilen Abfahrt zieht eine kleinere Zielgruppe an.

Bis 13. November sind die Laber-Bergbahn und die Gaststätte geöffnet, dann wieder ab 25. Dezember.

Kolbensattelhütte

Fünf Prozent mehr Umsatz hat die Kolbensattelhütte im Vergleich zum Vorsommer schon gemacht. 

Fünf Prozent plus im Vergleich zur Vorsaison. Das ist in Ordnung, findet Klement Fend. Will der Geschäftsführer der Aktivarena am Kolben aber das Ziel für den Sommer 2016 erreichen, fehlen noch weitere fünf Prozent. Bei einem guten Herbst schafft er das und könnte damit das Minus aus dem Winter ausgleichen. Darauf setzen Fend und sein Team ohnehin: den Sommer zu stärken, damit er einen schlechten Winter auffängt. Mit einem kompletten Erlebnispaket, zu dem der neue Bikepark und der Kletterwald gehören, will die Aktivarena in puncto Einnahmen ein Sommer-Winter-Verhältnis von 70 zu 30 erreichen; heuer liegt man laut Fend wohl bereits bei 65 zu 35. Einen Teil der Einnahmen investiert die GmbH gleich wieder: Im Zuge der Revision im Herbst muss das Förderseil der Bahn ausgetauscht werden. Das kostet zwischen 80 000 und 100 000 Euro.

Die Kolbensattelhütte ist bis 6. November geöffnet. Die Wintersaison startet je nach Schneelage noch vor Weihnachten.

Hörnlehütte

Schönes Wetter im Herbst, das wäre Seppi Schwinghammer wichtig. Denn der Sommer auf der Hörnlehütte verlief durchwachsen, nur den August empfindet der Pächter als gut. Zahlen hat er noch keine, doch ist er sicher: Im Vergleich zum Vorjahr läuft’s bislang ein wenig schlechter, ausgleichen aber lässt sich der Verlust noch. Vor zwei Jahren haben er und seine Frau Franziska die Hütte von seinen Eltern übernommen, nun steht ein Umbau an: Die Alpenvereinsssektion Starnberg investiert in eine neue Küche. Wie lange die Hütte nach der Herbstpause im November geschlossen ist, hängt von den Arbeiten ab. Das Ehepaar Schwinghammer will die Gäste aber auf jeden Fall auch im Dezember bewirten – selbst wenn die Hütte geschlossen bleibt. Daher haben sich die zwei überlegt, an den Wochenenden Getränke auszuschenken und zu grillen.

Die Hörnlehütte schließt zum 1. November. Wann genau sie nach der Pause wieder öffnet, ist noch nicht klar.

Brunnenkopfhütte

Erst der Regen, dann die Hitze: Auf der Brunnenkopfhütte fehlten viele Tagesgäste. 

Die Übernachtungen auf der Brunnenkopfhütte liefen gut. Im Tagesgeschäft aber „ging nicht viel“; erst regnete es, dann war’s zu heiß. Pächter Norbert Misniks sieht die Lage dennoch gelassen. Ein guter Herbst könne das ausgleichen. Ans Vorjahr wird der Sommer nicht herankommen. Seit neun Jahren bewirtschaftet Misniks die Hütte, eine so erfolgreiche Saison wie 2015 hat er noch nicht erlebt. Im Herbst wartet rund um die Hütte Arbeit: Der Regen hat Wege ausgewaschen, die die DAV-Sektion Bergland herrichtet.

Ab 15. Oktober ist die Brunnenkopfhütte geschlossen. Mitte Mai 2017 macht sie wieder auf.

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