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Der Platz im Ortskern bleibt vorerst unberührt. Die Pläne zur Umgestaltung des Areals rund um die Dorflinde sind bei den Initiatoren noch nicht gestorben. 

Lebensmittelmarkt hat Priorität

Dorfplatz an der Linde: Verschönerung auf Eis gelegt

Bad Kohlgrub - Nichts passiert: Die Umgestaltung des Kohlgruber Dorfplatzes an der Linde ist vorerst gestorben. Das Konzept hängt nun von den Supermarkt-Plänen ab. 

 Sie hat fast schon Wahrzeichen-Charakter in Bad Kohlgrub, die wuchtige Linde in der Ortsmitte. Sie zu übersehen – unmöglich. Doch genau dieser Platz neben der Hauptstraße wirkt seit Jahren wenig einladend, sowohl für Einheimische als auch für Gäste. Der Verein „Dorfentwicklung für Bad Kohlgrub“ hatte die Initiative ergriffen und erarbeitete ein Konzept zur Umgestaltung des Areals. Dieses liegt nun vorerst auf Eis, obwohl die Bauarbeiten bereits im Oktober 2015 beginnen hätten sollen. Der Grund: Die Gemeinde will ein anderes Projekt vorantreiben, das mit den Verschönerungsideen kollidieren könnte. Die Kommune setzt klare Prioritäten.

Der Verein hatte geplant, die Lindach, die in dem Bereich unterirdisch fließt, ab dem Dorfbrunnen bis zur Linde freizulegen, die Parkplätze vor dem Pfarrheim verschwinden zu lassen und die Fläche in eine Art Biergarten der anliegenden Pizzeria zu verwandeln. Dafür wären vier Stellplätze für Autos vor dem „Italiener“ entstanden. Schon damals wurde das Vorhaben eingebremst. Von der Pfarrei. Sie kritisierte zum einen die fehlenden Rangiermöglichkeiten, zum anderen die Gestaltung der Einfahrt zum Pfarrheim. Ein klärendes Gespräch aller Beteiligten sollte das Problem lösen. „Wir haben gerade versucht, einen Termin zu organisieren“, erzählt Vereins-Chef Martin Niklas. Das ist nun vorerst nicht mehr nötig. Die Pläne für die Schönheitskur des Dorflinden-Bereichs wurden zurückgestellt.

Dazwischen gegrätscht sind die neuesten Entwicklungen in Sachen Lebensmittelmarkt. Die Edeka-Filiale „Nah & Gut“, die in dem gleichen Gebäude wie das Restaurant untergebracht ist, wird schließen. Wann genau, steht noch nicht fest, teilt Bürgermeister Karlheinz Reichert mit. Für die Gemeinde hat es nun Vorrang, dort wieder ein Geschäft anzusiedeln, im Idealfall in größerer Form. Denn Ziel sei es Reichert zufolge, in der Ortsmitte einen Laden anzubieten anstatt am Rande Bad Kohlgrubs. Das scheint zu gelingen, betont der Rathauschef auf Tagblatt-Nachfrage. „Wir haben einen Betreiber ausfindig machen können, der den Markt fortführen und weiterbauen will.“ In trockenen Tüchern ist noch nichts. In den nächsten Wochen stehen Gespräche zwischen dem alten Betreiber und der Grundstückseigentümergesellschaft an. Falls es wirklich dazukommt, können sich die Ideen der entsprechenden Firma auf die Umgebung rund um das Haus auswirken – und somit auf das Areal um die Linde, gerade im Bezug auf die Anlieferzone zwischen Pfarrheim und dem Gebäude.

Für Niklas, der gleichzeitig im Gemeinderat (Neue Liste – Für Bad Kohlgrub) sitzt, ist das Umgestaltungskonzept trotzdem noch lange nicht gestorben. „Wir müssen abwarten, was die anderen Planungen ergeben.“ Denn es wäre ihm zufolge ein Schildbürgerstreich, jetzt etwas zu bauen, was man anschließend wieder entfernen müsste. Außerdem erachtet er ein Lebensmittelgeschäft als Vorteil für den Ort. „Ein vernünftiger Markt, wäre auch viel wert“, betont er. Vor allem angesichts der Stellplatz-Problematik. „Wir brauchen Parkplätze“, sagt Niklas. Schon beim Vereinskonzept gab es immer wieder Kritik, weil die vor dem Pfarrheim abgeschafft worden wären – „obwohl wir sie nur versetzt hätten“, merkt er an. Dennoch: Im Hinterkopf, da bleiben sie, die derzeit stillgelegten Pläne.

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