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Entrümpeln ist jetzt erstmal angesagt: Pater Johannes Bauer (l.), Cellerar im Kloster Ettal, und Christian Loth, seit kurzem verantwortlich für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bei den Benediktinern.

Die Vorbereitungen laufen an

Landesausstellung in Ettal: Abt sieht große Herausforderung

Ettal - Das Ereignis wird weit über den Landkreis hinausstrahlen: 2018 ist das kleine Ettal ein halbes Jahr lang Gastgeber der Bayerischen Landesausstellung.

Forschen Schrittes schreitet Pater Johannes durch die mit allerlei Gerümpel und Trödel vollgestellten Räume des früheren Kunstverlags: „Da machen wir einen Durchbruch, in dem Raum muss die Tür raus und da hinten bauen wir einen Lift ein. Ja, ein bisserl was ist schon zu tun . . .“ Keine Frage: Der Cellerar der Ettaler Benediktinerabtei weiß bestens Bescheid, wie alles einmal ausschauen muss, wenn von Mai bis November 2018 die Bayerische Landesausstellung mit dem Thema „Wald, Gebirg’ und Königstraum – Mythos Bayern“ im Klosterdorf zu Gast sein wird.

Abt Barnabas Bögle freut sich jedenfalls, „dass unser kleines Kloster dafür auserwählt wurde“. Nach seiner Meinung sei das enge Bergtal zwischen dem Ettaler Sattel bis hinter nach Linderhof und Ammerwald wie geschaffen für dieses Thema: „Hier ist die Natur noch so ursprünglich, und hier hat der König auch eines seiner wunderbaren Schlösser gebaut. So ein Ambiente findet man nicht gleich wo.“ Der Abt ist überzeugt, „dass wir zusammen mit dem Landkreis gut aufgestellt sind“, spricht aber auch „von einer großen Herausforderung“, die es zu bewältigen gelte. Auf jeden Fall werde in diesen sechs Monaten ordentlich Betrieb sein im Kloster.

Ein Pavillon im Garten

Auf 1400 Quadratmeter verteilt sich die Ausstellungsfläche, über einen Rundgang werden die Besucher durch die verschiedenen Räumlichkeiten gelotst. Der Eingang mit Toiletten, Kasse und Garderoben-Abgabe wird am neu gestalteten Klosterladen im Innenhof sein. Beim Herrichten der Räume muss Pater Johannes Bauer viele Vorgaben wie Brandschutz, Statik und Größe beachten und im engen Austausch mit dem Haus der Bayerischen Geschichte, das die Ausstellung konzipiert, sein: „Wir finanzieren den Umbau und partizipieren im Gegenzug an den Eintrittskarten.“ Wieviel Geld die Abtei hier in die Hand nehmen muss, vermag Bauer noch nicht zu sagen. Die Landesausstellung kommt dem Cellerar gerade recht: „Einiges hätten wir sowieso in Angriff nehmen müssen.“

Bestandteil des künftigen Rundweges wird auch ein Abstecher ins Freie sein: Dort im südlichen Teil nahe des Eingangs der früheren Gartentage haben vor vielen Jahren zwei Mönche damit begonnen, einen kleinen Kräutergarten anzulegen. Dazu Christian Loth, seit Anfang Juli Leiter für Projektmanagement und Kommunikation im Kloster: „Eventuell können wir diese Idee bei der Landesausstellung wieder aufgreifen.“

Staatsempfang zur Eröffnung

Überhaupt will die Abtei diesen Garten, wo bisweilen Kühe weiden, herrichten und grundlegend verschönern. Zentrum könnte dann vielleicht ein großer Pavillon von rund 20 Metern Durchmesser werden, der eigens für die Ausstellung hier aufgestellt wird. Reichlich Prominenz erwartet Ettal zur Eröffnung der Landesausstellung im April 2018: Es werden 1400 Ehrengäste erwartet. Der Bedeutung des Anlasses trägt man auch bei der Politik im Freistaat Rechnung und erhebt diesen Auftakt in den Status eines Staatsempfangs. Was das Rahmenprogramm dieser Landesausstellung anbetrifft, so sind hier laut Loth Programmpunkte eingeplant, „die landkreisweit strahlen“. Besondere Traditionen wie der Geigenbau in Mittenwald oder die Köhlerei in Bad Kohlgrub sollen sich hier wiederfinden. Denn die Landesausstellung sei eine Veranstaltung, von der der gesamte Landkreis profitiere. Mindestens 100 000 Besucher werden dazu erwartet. In Aldersbach in Niederbayern, heuer Gastgeber mit Schwerpunkt Bier, waren es zur Halbzeit rund 50 000 Interessierte.

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