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Leader-Förderung beantragt

Bierlinghaus: Neue Ideen für alte Räume

Bad Bayersoien - Wie nutzt die Gemeinde Bad Bayersoien am besten den hinteren Teil des Bierlinghauses? Auf diese Frage müssen Antworten gefunden werden. 

Die Gemeinde Bad Bayersoien ist seit Juli stolzer Besitzer des kompletten Bierlinghauses. Der hintere Teil des Anwesens wurde für 350 000 Euro plus Maklergebühren von der Geschwister-Bierling-Stiftung erworben. Doch noch ist unklar, was mit dem alten Gebäude geschehen soll. Jetzt will die Gemeinde dafür in die Städtebauförderung – um an die lukrativen Geldtöpfe zu kommen. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, dass der Antrag gestellt wird. Die Entscheidung für den Bierlinghaus-Kauf traf der Gemeinderat im Dezember 2015 hinter verschlossener Tür – im zweiten Anlauf und auch nur knapp. Aber erst im Juli ging der Gebäudeteil offiziell in die Verantwortung der Kommune über. Klar ist, dass Sanierung und Umbau viel Geld kosten werden. Eine Lösung: Das Projekt über die Städtebauförderung laufen zu lassen. Der erste Schritt wurde gemacht: Bürgermeisterin Gisela Kieweg schickt mit Segen des Gemeinderats das Antragsformular an die Bezirksregierung. Erst wenn die Fördermöglichkeiten abgeklopft sind, „ist es möglich, über die künftige Verwendung des Bierlinghauses zu entscheiden“, machte die Rathauschefin in der Sitzung deutlich.

Und da bieten sich der finanziell klammen Ammertal-Gemeinde lukrative Möglichkeiten an, wie Anna Rank von der Städtebauförderung bei der Regierung erklärte. Neben diversen Bundes- gibt es ein eigenes Bayern-Programm. Letzteres aber habe trotz aller Vorteile ein Problem: „Wir haben weniger Mittel.“ Bleibt also eine Förderung durch den Bund, und da wohl das Programm „Kleine Städte und Gemeinden“. Eines haben alle Angebote gemeinsam: Mit ihnen sollen „städtebauliche Missstände“ in öffentlichen Räumen und Gebäuden beseitigt werden, sagte Rank – das reicht von der Bausubstanz bis zu Leerständen. Die Ziele: das Schaffen von Wohnraum, das Stärken von Ortszentren sowie die Unterstützung von Denkmalpflege und Kultur. 

In Bayersoiens Nachbarschaft hatte Rottenbuch in den frühen 2000er Jahren über die Städtebauförderung seinen historischen Klosterhof hergerichtet, dafür allerdings viel eigenes Geld in die Hand nehmen müssen. Trotz aller Förderung blieb Bayersoien bei der Bierlinghaus-Sanierung noch genug finanzieller Aufwand. Maximal 50 Prozent der Gesamtkosten werden laut Rank bezuschusst. In der Regel trage die Kommune 40 Prozent, den Rest je nach Verteilung der Freistaat oder der Bund. Allerdings werden unvorhergesehene Mehrkosten, was bei einer Altbausanierung immer vorkommen kann, nicht gefördert. Rank mache den Soier Räten deutlich: „Das Risiko liegt grundsätzlich bei Ihnen.“ Doch entschieden ist in Soien nichts. Der Antrag muss bis spätestens Anfang Oktober in München eingegangen sein. Anfang Dezember wird das Innenministerium als oberste Baubehörde darüber befinden. Ist das Förderprogramm ausgewählt, geht es an die Planungen. „Wir machen es mit Bürgerbeteiligung“, versprach Rank. Rathauschefin Kieweg jedenfalls will Gas geben: „Dass was mit dem Bierlinghaus passieren muss, ist ja klar.“ Bekanntlich denkt sie an ein Mehrgenerationenprojekt mit Seniorentreff und Kinder-Mittagsbetreuung. Allerdings ist nicht jeder im Gemeinderat angetan von der in die Jahre gekommenen Immobilie. Gefürchtet wird, dass sich Bayersoien nach dem Kurhaus einen weiteren Klotz ans Bein gebunden hat.

Josef Hornsteiner

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