Der Betrieb im Landhotel Böld läuft nach dem nächtlichen Polizei-Einsatz vom Montag nun wieder normal. Foto: hutter

Dubiose Substanz: Sprengstoffhunde lösen Bombenalarm aus

Oberammergau - Das Landhotel Böld in Oberammergau war am Montagabend Schauplatz eines großen Polizei-Einsatzes. Am Ende hat sich alles gottlob in Wohlgefallen aufgelöst . . .

Die 60 Zimmer des Landhotels Böld in Oberammergau sind komplett belegt. Hochrangige Offiziere und Diplomaten, überwiegend aus dem Ausland, bereiten sich gerade auf einen Empfang im Rahmen ihrer Tagung an der Nato-Schule vor. Montag, kurz vor 19 Uhr. Plötzlich große Aufregung, im Sprachengewirr ist von „Bombenalarm“ die Rede. Anzeichen für einen potenziellen Anschlag?

Tatsächlich haben nacheinander und unabhängig voneinander drei Sprengstoffhunde der Polizei bei der routinemäßigen Absuche der Räumlichkeiten angeschlagen, im Bereich einer Steckdose in einem Zimmer des ersten Stocks. Unverzüglich wird die Alarmierung ausgelöst, und binnen weniger Minuten ist der Platz vor dem Hotel Böld vollgeparkt mit Fahrzeugen von Polizei, Feuerwehr und Rotem Kreuz. Zum jetzigen Zeitpunkt, so gegen 19.30 Uhr, kann niemand den Ernst der Lage realistisch einschätzen: Liegt tatsächlich eine ernste Bedrohung vor oder entpuppt sich der Alarm als unberechtigte Sorge? Vorsorglich werden Gäste des Hotels im ersten und zweiten Stock aufgefordert, ihre Zimmer zu verlassen: Böld-Mitarbeiter bringen sie in einen sicheren Gebäudeteil des Hauses. Die Eugen-Papst-Straße, die am Hotel vorbeiführt, wird von der Feuerwehr, die mit 20 Kräften angerückt ist, komplett für den Verkehr gesperrt.

Inzwischen sind bereits Experten einer technischen Sondergruppe des Landeskriminalamtes von München auf dem Weg nach Oberammergau: Nach deren Eintreffen beginnen sie in dem betroffenen Zimmer sofort mit ihrer Arbeit. Sie montieren die Steckdose ab und suchen nach verdächtigen Stoffen, Teilen und Geräten. Sprengstoff oder Hinweise darauf oder gar eine Bombe finden sich jedoch nicht. Schließlich geben die LKA-Leute Entwarnung, die Einsatzkräfte können wieder abrücken, es ist 20.40 Uhr.

Roman Hörfurter, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, versicherte am Dienstag: „Die Hotel-Gäste waren zu keiner Zeit gefährdet.“ Warum die Hunde letztlich angeschlagen haben, muss nun genauer untersucht werden. In einer ersten Vermutung hieß es, dass eventuell Bauschaum hinter der Steckdose oder Ausgasungen von Dämmmaterial ursächlich dafür gewesen sein können. Und hier ein Stoff frei wird, der womöglich auch in Sprengstoff zu finden ist. Ein Sprecher der Nato-Schule erklärte: Es sei beruhigend, dass die normalen Sicherheitsvorkehrungen im Rahmen eines Routine-Checkups gegriffen hätten.

Ludwig Hutter

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