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Truppe mit Teamgeist: hinten v.l. Florian Buchart, Niklas Nüssgen, Nico Ettengruber; Mitte v.l. Korbinian Achmüller, Till Mangold, Seminarleiter Martin Müller, David Fürsich, Tobias Pfeiffer, Maria Völker, Kilian Greinwald; vorne v.l. Hannes Schlögel, Jonas Götz, Sebastian Zwerger.

In einem Jahr Training zum Bergläufer

Ettaler Klosterschüler vor Gipfelsturm

Ettal - Das ist ein besonderes Schulprojekt: Zwölf Schüler aus Ettal wollen gemeinsam im Herbst am Hörnle-Berglauf teilnehmen. Ein Jahr Training liegt dann hinter ihnen.

In eineinhalb Jahren geht Martin Müller (64) in Pension. Da wollte der Sport- und Lateinlehrer am Benediktinergymnasium in Ettal im sogenannten P-Seminar (Projektseminar) der Oberstufe noch einmal was machen, was es bislang noch nie gab, aber richtig Spaß macht – ihm und auch seinen Schülern! Die Aufgabenstellung: Die Gruppe – elf Burschen und ein Mädel – trainiert ein Jahr lang Berglauf, um dann als Ettaler Mannschaft am traditionellen Hörnlelauf in Bad Kohlgrub teilzunehmen, der heuer am 17. September stattfindet.

Seminarleiter Müller ist begeistert von seiner Truppe: „Alle sind mit unglaublichem Eifer und voll motiviert bei der Sache. Training schwänzen gibt es nicht, denn jeder will seine ganz persönliche Leistungsgrenze kennenlernen und erfahren.“ Für den Lehrer aus Ohlstadt, der von 2007 bis 2012 selbst aktiv Berglauf betrieben und auch an diversen Rennen teilgenommen hat, stehen bei dieser Unternehmung vor allem „das gemeinsame Teamerlebnis, das Erfahren körperlicher Grenzen, aber auch gute Laune und Freude am Sport im Vordergrund“.

Das Laufen bei jedem Wetter – sogar im Winter wurde trainiert – soll gleichzeitig ein Ausgleich zu stundenlangem Sitzen in den Klassenzimmern und dem von geistiger Arbeit geprägten Alltag sein. Müller zum Hintergrund dieser sportlichen Herausforderung: „Ein Berglauf bedeutet intensives Training bei höherer Herz- und Atemfrequenz. Im Gegensatz zum Dauerlauf im Flachen ist er aber mit einer geringeren orthopädischen Belastung verbunden.“

Martin Müller achtet sehr darauf, dass seine Seminarteilnehmer besonders auf Streckenabschnitten mit starker Steigung nicht zu schnell laufen, um im Bereich aerober Kohlenhydratverbrennung, also der Zellatmung, zu bleiben, da nur so die Ausdauer verbessert werden kann: „Bei zu hoher Belastung setzt nämlich die anaerobe Milchsäuregärung ein, was sich in einem steigenden Laktatspiegel äußert“, weiß der Sportlehrer.

Mit den entsprechenden Vorgaben – dazu zählt auch gutes Schuhwerk – absolviert die Gruppe jeden Dienstag ein spezielles Training in und um Ettal. Dabei baut man am Höhenweg ein kleines Kurzintervalltraining ein oder ist Richtung Gießenbachquellen unterwegs. Auch am Kolbensattel oder am Soila-See im Labergebiet sieht man die Ettaler Gymnasiasten bisweilen. Der Chef ist zuversichtlich, „dass alle ihr gestecktes Ziel beim Hörnlelauf im Herbst erreichen und die sieben Kilometer lange Strecke gut bewältigen.“ Es seien einige sehr gute Läufer dabei, so der 64-Jährige, der den durchschnittlichen Leistungsstand derzeit bei rund 75 Prozent einschätzt. Das wöchentliche Training stärke laut Müller auch den Teamgeist untereinander. Zusätzlich beschäftigen sich die Schüler in dem Seminar mit Sportart-spezifischen Berufen, wie zum Beispiel Physiotherapeut, Sportartikelausrüster oder Orthopäde.

Nun ist der ganze Fokus auf den 17. September gerichtet, wenn ein Team von Ettaler Schülern und einem Ohlstädter Lehrer den Kohlgruber Hausberg bezwingen will.

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