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Die Unternehmensführung: v.l. Veronica Pröbstl (kaufmännische Leiterin) mit Stephan, Roland und Leonie Kneer.

Verpackungsunternehmen hält am Standort im Ammertal fest

Firma Gaplast: "Altenau, das ist unser Herz"

Altenau/Peiting - Auf 30 Millionen Euro wird 2016 der Jahresumsatz der Firma Gaplast ansteigen. Das ist nicht die einzige erfreuliche Nachricht: Die beiden Standorte Altenau und Peiting sollen in großem Stil erweitert werden.

Sentimentalität und Gefühle haben im knallharten Wettbewerb für ein Wirtschaftsunternehmen keinen Platz. Wer erfolgreich sein will, muss seine Ellbogen ausfahren. Vor diesem Hintergrund sagt Leonie Kneer, Geschäftsführende Gesellschafterin der Firma Gaplast, Erstaunliches: „Altenau ist unser Herz, unser Ursprung. So etwas gibt man nicht von heute auf morgen auf. Wir hängen da alle dran.“ Worauf die Vertriebschefin und Verantwortliche der Unternehmensausrichtung anspielt, dürfte bei Bürgern und Mitarbeitern große Freude auslösen: „Altenau passt wunderbar für neue Zukunfsprojekte im technischen Bereich.“ Im Klartext: Die Familie Kneer, allen voran Firmengründer Roland Kneer (69), wird den Stammsitz im Ammertal nicht aufgeben.

Noch vor einigen Jahren stellte sich die Situation völlig anders dar: Es gab in Altenau keine Erweiterungsmöglichkeit für den Verpackungsspezialisten für Medizin-, Pharma- und Kosmetikprodukte. 2012 baute der Betrieb in Peiting neu, wurde dort mit Handkuss genommen. Gerüchte machten die Runde, die Firma könnte eines Tages ganz ins Schongauer Land übersiedeln.

Erweiterung um über 13 000 Quadratmeter

Diese Pläne sind nun wohl vom Tisch. Im Gegenteil: Im Zuge eines langfristigen Erweiterungsszenarios, das nach Angaben von Leonie Kneer einen mehrfachen, zweistelligen Millionenbetrag verschlingen wird, sollen beide Standorte gestärkt werden.

In Peiting werden neue Flächen für die Verwaltung von etwa 1200 Quadratmetern entstehen. Später dann will man die Produktion um 10 000 Quadratmeter und Lagerflächen um 2200 Quadratmeter erweitern. Auch in Altenau tut sich was: Begonnen wurde bereits mit dem Bau einer neuen Lagerhalle, die noch im Dezember bezogen werden soll.

Bürgermeister Rupert Speer ist natürlich happy über diese positiven Nachrichten: „Es freut mich riesig, dass Gaplast hierbleibt. Wir haben die Hoffnung eigentlich nie ganz aufgegeben. Eine Gemeinde muss alles versuchen, um so einen Betrieb zu halten.“ Nicht nur als Gewerbesteuerzahler, sondern auch als Arbeitgeber und Förderer der lokalen Wirtschaft: „Die Bevölkerung hat sich an Gaplast gewöhnt, der Betrieb gehört einfach dazu.“ Leonie Kneer betont, dass man den Standort Altenau Stück für Stück verschönern werde: „Das wird noch ein richtiges Schmuckstück.“

"Weiter auf gesunden Füßen stehen"

Auf 200 ist inzwischen die Zahl der Mitarbeiter angestiegen: Knapp über 50 sind es in Peiting, rund 150 in Altenau. Großes Gewicht wird in der Unternehmensstrategie auf die Ausbildung gelegt: „Unsere Jugend ist super, wir können in sechs Berufen ausbilden. Und Mitarbeiter, die sich weiterbilden, kommen zu 80 Prozent wieder zu uns zurück“, weiß die Firmenchefin.

Die Expansionspläne lassen erahnen, dass es Gaplast gut geht: Innerhalb von vier Jahren konnte der Umsatz um ein Drittel auf aktuell 30 Millionen Euro gesteigert werden. Dazu Leonie Kneer: „Das ist bisher ein Rekord. Was wir früher an Jahresumsatz hatten, verdienen wir heute in einem Monat.“ Doch die zweifache Mutter drückt auf die Bremse: „Wir wollen uns Stück für Stück weiterentwickeln und auf gesunden Füßen stehen. Schließlich haben wir auch eine Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern. Mit uns gibt es kein Wolkenkuckucksheim, das wissen die Leute.“ Man fahre laut Kneer eine konkrete Vertriebsstrategie.

Maßgeblich beteiligt am Zukunftskurs von Gaplast ist nach wie vor Firmengründer Roland Kneer: „Bei den wichtigen Besprechungen ist er immer mit dabei. Wir haben zu ihm Vertrauen, und dieses Vertrauen gibt er uns auch zurück“, schwärmt seine Tochter. Bereits des öfteren wurde das Unternehmen, das aus der Geiger Plastik Gruppe hervorging und sich 1976 als eigenständige GmbH ausgliederte, mit Preisen ausgezeichnet. In diesem Jahr gewann man mit einer Implantatspritze den deutschen Verpackungspreis. Das umsatzstärkste Standbein ist nach wie vor der Bereich Pharma, doch Medizin und Kosmetik „sind stark im Kommen“ (Leonie Kneer). Dies sei auch ein Verdienst der motivierten Mitarbeiter. Jene in Altenau, die zum Großteil aus der unmittelbaren Region kommen, werden nach den jüngsten Bekundungen der Chefs, dass es Gaplast gut geht und der Standort erhalten bleibt, jeden Tag mit einem guten Gefühl zur Arbeit kommen.

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