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An Spitzentagen wird die Fallerstraße in Bad Kohlgrub von zirka 1000 Fahrzeugen befahren. Das ergab eine Zählung

Heißes Eisen im Bad Kohlgruber Gemeinderat

Abfuhr für Tempo 30 in Bad- und Fallerstraße

Bad Kohlgrub - Ins Persönliche ging in den vergangenen Wochen mitunter die Auseinandersetzung in Bad Kohlgrub um ein Tempolimit in der Bad- und Fallerstraße.

Es dürfte in der jüngeren Vergangenheit der Gemeindepolitik des Kurorts kein Thema gegeben haben, bei dem die Wogen so hoch schlugen wie jetzt bei einem möglichen Tempolimit für die Bad- und Fallerstraße. Bürgermeister Karl-Heinz Reichert malte zuletzt gar das Schreckgespenst an die Wand, „dass sich unser Dorf dadurch spaltet.“ Es sei, formulierte es der Rathauschef in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend vor rund 30 Zuhörern, „höchste Zeit, dass wieder Ruhe reinkommt“. Daher müsse das Gremium den Schneid haben, in dieser Angelegenheit eine Entscheidung zu treffen.

Tatsächlich kam es zu einem Beschluss: Mit 9:6-Stimmen lehnte eine Mehrheit eine Tempo-30-Zone für diese Straßen ab. Es sind also künftig wieder/weiter 50 km/h erlaubt. Aufgegriffen wurde ein Vorschlag von Nikolaus Onnich (Liste Für Landwirtschaft, Natur und Erholung), einen Zusatz „Freiwillig 30“ anzubringen. Dazu will die Gemeinde eine digitale Signaleinrichtung ausleihen. Albert Stichaner (Freie Wähler) forderte noch, die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h künftig stärker zu kontrollieren.

Die öffentliche Auseinandersetzung mit der Thematik würdigte Bürgermeister Reichert „grundsätzlich als eine gute Sache“. Was aber nicht angehe, seien persönliche Anfeindungen und „dass man jemanden was kaputt macht“. Dann sei eine Grenze erreicht.

Das Gemeindeoberhaupt bezog in der Debatte zu diesem „heißen Eisen“ klar Position. Er sehe keine Gründe für die Anordnung einer Tempo-30-Zone, da es hier keine konkrete Gefahrenlage wie zum Beispiel bei einem anliegenden Kindergarten oder einer Schule gebe. Die Achse Bad- und Fallerstraße im oberen Kurgebiet sei eine verkehrsbedeutende und keine reine Anliegerstraße. Immerhin führe sie zu diversen Hotels sowie zur Hörnlebahn.

In der Debatte forderte Georg Doll (CSU), „es doch nochmal mit Tempo 30 zu probieren“. Robert Baumgartl (CSU) und Andreas Wojciak („Für Bad Kohlgrub - Neue Liste“) pflichteten Doll bei – Wojciak: „20 Jahre ist mit ,30’ alles gut gegangen. Alles war wunderbar, bis einer den Wurm reingebracht hat.“ Zu diesem Zeitpunkt der Diskussion sah es tatsächlich so aus, als fände eine Geschwindigkeitsbegrenzung eine Mehrheit im Gremium und Bürgermeister Reichert verkündete schon das weitere Prozedere: „Dann wird die Verwaltung die rechtlichen Voraussetzungen dafür prüfen.“

Aus der Angelegenheit hielt sich im übrigen das Landratsamt heraus. In mehreren Mails erklärte ein Sachbearbeiter, „dass unter Beachtung der Straßenverkehrsordnung nichts gegen eine Zone 30 spricht“. Die Zuständigkeit liege jedoch bei der Gemeinde und von daher wolle das Landratsamt auch keine konkrete Handlungsempfehlung aussprechen. Onnich („Oamoi muss a Entscheidung her, wir müssen den Mumm dazu haben) und Wojciak („30 oder 50, entweder hü oder hott“) forderten anschließend ein Signal des Gemeinderates. Otto Fussenegger (Freie Wähler) fügte noch an, dass bei einer Beschränkung auf 30 km/h die Straßen dann auch zurückgebaut werden müssten, sonst würde nicht langsamer gefahren als bei 50 km/h.

Die Debatte fand schließlich ihr Ende mit einer relativ klaren Abstimmung, keine Tempo-30-Zone einzurichten. Ob dadurch jetzt Ruhe einkehrt, wie vom Bürgermeister erhofft, werden die nächsten Wochen zeigen. Reichert: „So etwas brauchen wir jedenfalls nicht mehr.“

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