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In die Jahre gekommen: Diese Brücke kurz vor Kirmesau lässt der TÜV nicht mehr durchgehen.

Große Investitionen für Gemeinde Bad Bayersoien

Kirmesau: Brücken sind Sorgenkinder

Bad Bayersoien - Da kommt was auf den Kurort zu: Die Gemeindeverbindungsstraße in den Ortsteil Kirmesau hätte eine Sanierung nötig. Die Kosten werden auf 900 000 Euro geschätzt.

Dem Kurort Bad Bayersoien steht eine große Investition ins Haus: Die Gemeindeverbindungsstraße in den Ortsteil Kirmesau samt zweier Brücken brauchen eine Sanierung. Die Kosten dafür sind happig. Der Gemeinderat brachte trotzdem das Vorhaben auf den Weg. Erstmal soll der Boden in dem moorigen Gebiet untersucht werden.

Der TÜV hatte im Dezember 2014 Alarm geschlagen: Die zwei Brückenwerke an der Straße sind derart in die Jahre gekommen, dass sie dringend auf Vordermann gebracht werden müssen. Die Prüfer setzten der Kommune dafür eine Frist bis Ende 2017. „Die Brücken müssen wir machen“, machte Bürgermeisterin Gisela Kieweg in der Sitzung ihren Räten klar. Vorsichtige Schätzung: rund 70 000 Euro für das größere Bauwerk, 30 000 Euro für die zweite Überquerung.

Doch mit den 100 000 Euro ist es nicht getan. Denn die 1,6 Kilometer lange, schmale Straße vom Dorf in die Kirmesau bedarf ebenfalls einer Erneuerung. Vor allem der landwirtschaftliche Verkehr hat der Fahrbahn mit ihren Banketten zu schaffen gemacht. Die ersten Pläne sehen eine Verbreiterung auf 4,50 Meter vor, im 60 Meter langen Bereich einer großen Kurve gar auf 5,50 Meter. Das wird allerdings richtig teuer: Eine erste Schätzung liegt bei 900 000 Euro. „Es geht aber eher in Richtung eine Million Euro“, befürchtet Kieweg. Einziger Vorteil: Sollte die Straßensanierung mit erledigt werden, seien Zuschüsse zu erwarten – für den Brückenbau allein nicht. Denn die „Bagatellgrenze“ für die staatliche Finanzspritze liegt bei Baukosten von 100 000 Euro. Das Staatliche Bauamt Weilheim hat immerhin eine Zuwendung um die 50 Prozent in Aussicht gestellt.

Angesichts dieser Investition ist es verständlich, dass sich Soiens Gemeinderäte mit einer sofortigen Entscheidung pro Straßensanierung zurückhielten. Einstimmig wurde beschlossen, erstmal eine Bodenuntersuchung auf den Weg zu bringen. Und zwar für die gesamte Strecke. „Wenn, dann machen wir es gescheit“, sagte Rupert Haseidl. Beauftragt wird damit das Pfaffenhofener Ingenieurbüro „Wipfler Plan“, mit dem die Kommune seit Jahren, gerade beim Kanal und der Trinkwasserversorgung, zusammenarbeitet. Die Kosten für das Gutachten beziffert Kieweg mit rund 5000 Euro.

Mit dem Ergebnis wird dann der weitere Straßenausbau diskutiert. Dass an der Fahrbahn etwas gemacht wird, davon geht die Bürgermeisterin trotz der hohen Kosten aus. „Es wird etwas passieren“, bekräftigt Kieweg auf Nachfrage. Allerdings keinen Vollausbau der 1,6 Kilometer langen Strecke. „Das können wir uns nie und nimmer leisten.“

Eine gute Nachrichten gibt es für die Kirmesauer: Die Baukosten können nicht auf die Anlieger umgelegt werden, weil die Verbindungsstraße Sache der Gemeinde ist. Finanziert werden muss das Vorhaben aus dem Haushalt – doch der ist bekanntermaßen angespannt.

Nur Minimallösung für Lettigenbichl

Eigentlich wollte die Gemeinde auch die Verbindungsstraße von der B 23 in den Ortsteil Lettigenbichl auf Vordermann bringen. Die Straße wurde um 1962 gebaut und ist nicht in bestem Zustand. Doch eine umfassende Sanierung ist vom Tisch. Laut Bürgermeisterin Gisela Kieweg gibt ein Grundbesitzer keine Flächen für den Ausbau her. Die vorliegenden Pläne verschwinden wieder in der Schublade. Die Gemeinde saniert lediglich einen kleinen Teilbereich. „Wir reduzieren die Arbeiten auf das Minimalistische“, sagte Kieweg. „Warum sollen wir was anfangen, uns gehört ja nichts.“ Die Räte stimmten zu. „Wir haben auch im Dorf Straßen, die gemacht werden müssen“, betonte Reiner Frühschütz-Grüning.

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