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Im Münchner Volkstheater präsentieren (v.l.) Frederik Mayet, Abdullah Karaca und Christian Stückl das Kultursommer-Programm 2017.

Kultur- und Theatersommer 2017

Geierwally mit Kofelgschroa

Oberammergau – Abdullah Karaca inszeniert beim Kultur- und Theatersommer 2017 das Erfolgsstück „Die Geierwally“ auf der Freilichtbühne. Außerdem wird die Oper „Der fliegende Holländer“ im Passionstheater aufgeführt. 

Langsam richtet sich der Fokus in Oberammergau immer mehr auf die Passion 2020: In Kürze wird der Vertriebspartner beim Arrangement-Verkauf präsentiert und am kommenden Montag geht es im Gemeinderat um das Mitwirkungsrecht. Auch die Rollenbesetzung (Herbst 2018) ist nicht mehr soweit entfernt. Gestern konnte Regisseur Christian Stückl, gerade erst aus Indien zurückgekehrt, das Interesse der Münchner Medien noch einmal auf den Kultur- und Theatersommer lenken, der heuer rund 28 000 Zuschauer auf die Beine brachte und 2017 bereits siebten Mal stattfindet: „Des macht Oberammergau aus. Man kann immer wieder Sachen ausprobieren. Und scheinbar g’foits de Leit’.“

Tatsächlich zauberten die Macher wieder einige Überraschungen, sprich Premieren aus dem Hut. Stückl selbst wird im kommenden Jahr die Oper „Der fliegende Holländer“ von Richard Wagner (Premiere 30. Juni) inszenieren und sechs Mal im Passionstheater aufführen. Außerdem bringt der junge Regisseur Abdullah Kenan Karaca, der 2015 mit „Romeo & Julia“ in einem Zelt seine Oberammergau-Premiere feierte, das Erfolgsstück „Die Geierwally“ von Wilhelmine von Hillern. Mit von der Partie ist hier musikalisch und auch schauspielerisch die heimische Band Kofelgschroa. Abgerundet wird das Programm wie in den Vorjahren vom „Brandner Kaspar“ und zum fünften Mal vom Heimatsound-Festival, wofür gestern binnen vier Stunden sämtliche 2700 Zwei-Tages-Tickets vergriffen waren. Insgesamt sind in diesem Kultur-Paket vom 30. Juni bis 5. August wieder 18 Veranstaltungen geschnürt – eine reife Leistung der Passionstheater GmbH.

Zum ersten Mal überhaupt wird nächstes Jahr in Oberammergau die „Geierwally“ gezeigt – eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen: Übersetzt in elf Sprachen, fünf Verfilmungen, eine Musical-Version und ein Bühnenstück, das die Autorin Wilhelmine von Hillern noch selbst verfasste. Ihr Roman erzählt von einer jungen Frau, einer Außenseiterin, die mit einem gezähmten Geier in der Berg-Einsamkeit lebt und mit ihrer Familie und ihrem Heimatdorf gebrochen hat.

Eine Weile suchte Abdullah Karaca nach einem geeigneten Stück für den nächsten Sommer, wälzte etliche Werke. Bis ihm die „Geierwally“ unterkam: „Da hat’s Klick gemacht. Ich hab’s dem Christian (Stückl) vorgeschlagen und der war auch gleich begeistert davon“, erzählt der Regisseur, der gerade am Münchner Volkstheater „Medea“, eine griechische Tragödie, inszeniert. Einheimische Darsteller, so Karaca, werden in der „Geierwally“ zu sehen sein. Auch die Titelrolle „wird aus dem Dorf“ besetzt: „Wir brauchen hier niemand von auswärts.“ Nun mag das Rätselraten in Oberammergau beginnen, wer dafür geeignet sein könnte. Im Kopf hat der gebürtige Garmisch-Partenkirchner (Jahrgang 1989) und Sohn türkischer Eltern dafür noch keine. Fest steht allerdings schon die „location“. Gespielt wird auf einer Freiluftbühne am Fuße des Labers – am sogenannten Pflanzgarten oberhalb der Talstation der Laberbahn. Das Publikum sitzt im Trockenen, nämlich in der großen Hackschnitzelhalle der Privatwaldgemeinschaft, wo 400 Menschen Platz finden. Hier wurde übrigens noch nie Theater gespielt. Aber das ist in Oberammergau das kleinste Problem.

Auf einen Blick

„Der fliegende Holländer“: 30. Juni sowie 2./14./16./21. und 23. Juli – jeweils 20 Uhr; Kartenpreise zwischen 29 und 94 Euro

„Die Geierwally“:13./15./20./22./27./30. Juli und 4./5. August; Kartenpreise zwischen 17 und 34 Euro

„Brandner Kaspar“: 7./9. Juli; Kartenpreise zwischen 24 Euro und 44 Euro

Heimatsound-Festival am 28./29. Juli; bereits ausverkauft

Eintrittskarten unter Telefon 08822/945 88 88 oder auf www.passionstheater.de

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