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Auf der Anklagebank: Der Ammertaler (33) berät sich mit seinem Verteidiger Klaus Woryna. 

Prozess dauert nach

Ammertaler weist Vergewaltigungs-Vorwürfe zurück

Ammertal - Sie führten eine inzestuöse Beziehung: Jetzt steht der Halbbruder vor Gericht. Er muss sich unter anderem wegen Vergewaltigung und Freiheitsberaubung verantworten. 

Die meisten Vorwürfe bestreitet der 33-jährige Ammertaler, der seine Halbschwester (28) vergewaltigt und misshandelt haben soll, nach wie vor. Auch einen Monat nach Prozessbeginn weist er die angeklagten Sexualstraftaten zurück – er räumt lediglich zweimal Schläge ein. Außerdem beschwert er sich über Gefängniswärter, die Mithäftlingen von den Vorwürfen erzählt hätten. Nun würde er in der Haftanstalt Stadelheim „als Vergewaltiger dastehen“.

Derzeit sagen zahlreiche Zeugen in dem Prozess aus, darunter Polizeibeamte. Einer von ihnen erinnert sich, dass der 33-Jährige nach seiner Verhaftung einen „weinerlichen Eindruck“ gemacht habe. „Das hat mich überrascht.“ Der Angeklagte habe ihm berichtet, dass seine Halbschwester auf Gewalt beim Sex stehe. Sie möge es auch, währenddessen beleidigt zu werden. Es sei nichts ohne ihre Einwilligung geschehen. Er sei auch einmal bei ihr ausgezogen, aber sie sei ihm nach und habe ihn zurückgeholt.

Halbschwester als „Hure“ beschimpft

Die erste Vernehmung der Halbschwester hört sich da ganz anders an. Sie erfolgte im Auto auf dem Weg zur Rechtsmedizin in München, berichtete der Polizist. Die Frau sei dabei in einen „Redeschwall“ verfallen und habe ohne Punkt und Komma erzählt. „Sie wollte alles vom Herzen haben.“ Angefangen habe das Ganze demnach, als der 33-Jährige beim Schwimmen eifersüchtig geworden sei. Er habe sie zu Hause als „Hure“ beschimpft, sie gepeitscht und mit einem Baseballschläger vergewaltigt. Auch habe er ihr einmal einen Zahn ausgeschlagen; er habe sie wie „ein Stück Vieh“ behandelt, beleidigt, geschlagen und gedemütigt.

Der Angeklagte selbst taucht im Gerichtssaal meist bis fast unter den Tisch ab, wenn über die mutmaßlichen schweren Taten berichtet wird. Antworten gibt er oft mit aggressivem Unterton – und stellt gerne Rückfragen. Deshalb betont der Vorsitzende Richter: „Um das mal klarzustellen: Ich frage Sie, nicht Sie mich.“ „Warum?“, mault der Angeklagte. Der Vorsitzende: „Weil wir hier nicht im Wirtshaus sind.“

Die Geschwister haben die gleiche Mutter, wuchsen allerdings getrennt voneinander auf. Erst als die Frau 17 Jahre alt war, lernten sie sich kennen. Anfang vorigen Jahres nahm sie ihren Halbbruder in ihre Ammertaler Wohnung auf, nachdem dieser aus dem Gefängnis entlassen worden war. Im Februar begannen sie eine inzestuöse Beziehung, bald soll der Halbbruder aber gewalttätig geworden sein. Inzwischen sitzt er ein Jahr in Untersuchungshaft. Vor dem Landgericht München II muss er sich unter anderem wegen Beischlafs zwischen Verwandten, Vergewaltigung, Körperverletzung und Freiheitsberaubung verantworten. Der Prozess dauert an. 

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