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Großes Potenzial sieht Florian Hoffrohne in der Tourismusregion der Ammergauer Alpen.

Bei den Ammergauer Alpen gibt's bald "eine optische Veränderung"

Hoffrohne führt die Tracht ein

Oberammergau - Gut 70 Tage ist Florian Hoffrohne jetzt neuer Chef bei den Ammergauer Alpen. Eine seiner ersten Amtshandlungen: Er hat für seine Mitarbeiter eine einheitliche Dienstbekleidung bestellt.

Wieviel Hände zur Begrüßung Florian Hoffrohne seit dem 1. August, seinem offiziellen Amtsantritt, geschüttelt hat, wird sich nicht mehr nachvollziehen lassen. Es waren viele, bei unzähligen Treffen, Gesprächen und Vorstellungen. Offensichtlich hinterließen die Termine Eindruck beim neuen Geschäftsführer der Ammergauer Alpen GmbH. Man merkt, er fühlt sich wohl. Auch privat ist alles im Lot. Er hat am Kappelweg in Unterammergau, wo er mit seiner Frau, einer gebürtigen Trauchgauerin, und den drei Kindern eingezogen ist, ein kleines, nettes Häuschen im Grünen gefunden. Wobei da, wie er zugibt, „der eine oder andere Nagel in der Wand schon noch fehlt . . .“

Dort zu leben, wo man auch arbeitet, hält Florian Hoffrohne in seiner Position als Touristiker für wichtig: „Durch die kurzen Wege ist man flexibel. Außerdem bekommt man mehr mit und lernt die Leute bei den diversen Veranstaltungen besser kennen.“ Wie jüngst bei der Leonhardi-Versammlung in Unterammergau. Kontakte zu pflegen, ist für den früheren Kurdirektor von Bad Feilnbach wichtig, denn gerade in der ersten Zeit müsse man „viel beobachten und zuhören“.

Es wächst was zusammen

Seine ersten Eindrücke beschreibt der gebürtige Schwabe als „absolut positiv“. Er habe schnell gemerkt, dass die Region der Ammergauer Alpen professionell aufgestellt sei: „Die Leistungsträger sind sehr motiviert, Hut ab. Außerdem ist hier investiert worden, das sieht man.“ In den bisherigen Gesprächen habe Hoffrohne nach eigenen Angaben gemerkt, dass hier eine Aufbruchstimmung spürbar sei: „Die sechs Orte wachsen wohl langsam zusammen.“

Gut aufgestellt sieht der Neu-Ammertaler auch sein eigenes Unternehmen: „Zuerst muss es intern funktionieren; das heißt, die Abläufe müssen passen, und für jeden Mitarbeiter sollte die Aufgabenstellung klar sein.“ So wird Florian Hoffrohne Anfang nächsten Jahres ein elektronisches System der Arbeitszeiterfassung für sein 22-köpfiges Team einführen: „Das hat nichts mit mehr Kontrolle zu tun, sondern ermöglicht schlicht und einfach eine bessere Personalplanung. Zudem wird dadurch die Zettelwirtschaft abgeschafft.“

Auch optisch ändert sich bei seinen Mitarbeitern bald etwas: Eine einheitliche Dienstbekleidung wird eingeführt. Das gesamte Personal an den Schaltern der Tourist-Infos in den sechs Orten trägt dann Tracht. Das müsse bei den weiblichen Kräften aber nicht immer das Dirndl sein. Der 42-Jährige betont, dass sich ein einheitliches Auftreten bei so einer Tätigkeit gehöre: „Die Gäste sehen das gerne.“

Nur noch gelbe Schilder

Zwei große Projekte, die noch Hoffrohnes Vorgänger Christian Loth in die Wege geleitet hat, befinden sich derzeit voll in der Umsetzungsphase. Zum einen ist es die Anerkennung der Ammergauer Alpen als Naturpark. Bekanntlich hat die Regierung beim Pflege- und Entwicklungsplan Nachbesserungen gefordert. Dabei handelt es sich um eine bessere Darstellung von Kartenmaterial, die ein Unterammergauer Büro gerade vornimmt. Ende Oktober geht das ganze Werk zurück nach München. Florian Hoffrohne ist zuversichtlich: „Vielleicht gibt’s noch heuer Grünes Licht. Das wäre dann ein tolles Weihnachtsgeschenk für die Region.“

Die zweite wichtige Maßnahme, die zu stemmen ist, betrifft die neue Rad- und Wanderwegebeschilderung. Ein Murnauer Büro erfasst dazu gerade sämliche Wege im Ammertal elektronisch. Danach werden entsprechende Verträge mit den Gemeinden geschlossen, das Projekt und Fördergelder beantragt. Der Geschäftsführer: „Es wird nur noch überall gelbe Schilder geben, alle anderen kommen weg.“ Für die Umsetzung des Projekts rechnet Hoffrohne mit Kosten in sechsstelliger Höhe. Vorgenommen hat sich der neue Tourismus-Chef für die nächste Zeit des weiteren einen Ausbau von Weiterbildungsangeboten für Gastgeber, die Abhaltung eines Tourismustages 2017, ein zusätzliches Produktmanagement für den Bereich Familie und eine Bündelung der Angebote von Führungen im Outdoorbereich (Wandern, Mountainbiken, Klettern, Schneeschuh- und Skitourengehen). Apropos Skitouren: Darauf freut sich Florian Hoffrohne „schon besonders“. Aber hat ihm eigentlich schon jemand erzählt, dass die Winter im Ammertal manchmal recht launisch sein können?

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