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Kirchliche Weihe: Pfarrer Rudolf Scherer segnet das neue Fahrzeug. 

Alter Wagen muss nach 37 Jahren ausgemustert werden

Neues Fahrzeug der Feuerwehr Altenau feierlich eingeweiht

Altenau - Die Freiwillige Feuerwehr Altenau hat einen neuen, einen motorisierten Kameraden, der ihnen im Einsatz hilft: Für insgesamt 149 000 Euro wurde ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser angeschafft. Am Samstag erhielt der Wagen die kirchliche Weihe.

Er kann sie nicht verbergen. Diese kindliche Freude in seinem Blick. Die blitzte bei Rupert Speer am Samstagnachmittag wieder aus seinen Augen, als er von einem besonderen Tag vor 37 Jahren erzählte. Damals – er war 13 – hatte die Freiwillige Feuerwehr Altenau ein neues Fahrzeug bekommen. Nicht so eins aus Plastik, mit denen Kinder spielen. Sondern ein echtes, großes. „Da war ich als junger Bursch beeindruckt“, sagte der Bürgermeister. Und sein Interesse geweckt. Er wurde Mitglieds des Vereins, gehört ihm auch heute noch an. Die Begeisterung, sie ist nicht verloren gegangen und kam nun wieder deutlich zum Vorschein. Der Anlass – der gleiche wie damals: Zum Fuhrpark der Altenauer Feuerwehr gehört nun neben einem Löschfahrzeug 8 ein neues sogenanntes Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser (TSFW), das am Samstag die kirchliche Weihe durch Pfarrer Rudolf Scherer erhielt.

Zahlreiche Kameraden aus den Wehren der Nachbarorte Bad Kohlgrub, Saulgrub, Ober- und Unterammergau, Ettal, Bad Bayersoien und Wildsteig, Fahnenabordnungen der Ortsvereine und Bürger versammelten sich nach dem Kirchenzug im Schulhof, um diesen von der Blaskapelle musikalisch umrahmten Festtag mitzufeiern. Das jüngste Mitglied – der Wagen mit Allrad – wurde natürlich schön in Szene gesetzt. „Die Wehr ist nun wieder auf dem neuesten Stand der Technik“, sagte Scherer. Denn das Vorgänger-Modell musste ausgemustert werden, weil nicht nur Sicherheitsgurte für die hinteren Sitze fehlten, sondern es über kein Wasser verfügte. „Das neue Fahrzeug ist jetzt schon eine andere Nummer. Das kann man nicht mehr mit früher vergleichen“, betonte Florian Filser.

Dabei hat es sich vier Jahre lange hingezogen, bis der Erste Kommandant und seine Mannschaft den motorisierten Helfer in die Garage stellen konnten. „Wir mussten Höhen und Tiefen überwinden“, verdeutlichte er. „Es gab zuerst einen Rückschlag.“ Denn für das erste Wunschobjekt hätten die Einsatzkräfte keinen Zuschuss erhalten. Eine Alternative musste her. Gesucht, gefunden. Zuschuss bewilligt. Insgesamt 149 000 Euro kostete das TSFW. Vom Freistaat gefördert mit 38 500 Euro. Den Rest trugen der Verein mit 15 000 Euro und 5000 Euro für Beladungsgegenstände sowie die Gemeinde mit 90 500 Euro. Finanzielle Erleichterung bekam die Wehr zudem durch Spenden und die Erlöse aus den Christbaumversteigerungen sowie Adventsmärkten.

Dass die Kommune aber das Geld bereitstellte, das sei keine Selbstverständlichkeit, hob Landrat Anton Speer (Freie Wähler) hervor. Aber es sei bestens investiertes Geld. „Eine gute technische Ausrüstung ist die Voraussetzung, dass die Feuerwehr ihrer Aufgabe gerecht werden kann.“ Die Einsatzbereitschaft werde deutlich verbessert.

Und nicht nur das. Rupert Speer empfindet es nach wie vor als absolut richtige Entscheidung, dass die Gemeinde die Investition getätigt hat. Nicht etwa, weil er sich selbst mit dem Verein verbunden fühlt. Sondern, weil „so ein neues Fahrzeug die Jugend motiviert und inspiriert, zur Feuerwehr zu gehen.“ Der Rathauschef spricht aus Erfahrung. Denn genau so nahm seine persönliche Feuerwehr-Geschichte seinen Lauf. Fahrzeug gesehen – und schon war die Leidenschaft entflammt. Der Idealfall für die Kameraden – zur Sicherung ihrer Zukunft.

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