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Sanierung, Neubau oder Abriss

Was passiert mit der Oberammergauer Rialtobrücke? 

Oberammergau - Noch ist ihre Zukunft unklar: Die Gemeinderäte müssen festlegen, was mit der Ammer-Überquerung geschehen soll. Die Entscheidung fällt im Herbst. 

Wenn jemandem etwas am Herzen liegt, dann ist es nicht leicht, sich davon zu trennen. Auch wenn der Verstand einem dazu rät. Noch schwieriger wird es, wenn nicht einmal die Faktenlage ganz klar ist. So wie bei dem beliebten wie maroden Pürschlingsteg in Oberammergau, die vom Volksmund liebevoll Rialtobrücke genannt wird. In den nächsten Monaten soll sich ihr Schicksal entscheiden.

Das erklärte Bürgermeister Arno Nunn (parteifrei) im Bauausschuss des Gemeinderates. In der Sitzung hatte Katharina Floßmann (Frauenliste) das Thema angesprochen, weil es zuletzt ruhig um das Problemkind geworden ist. Dennoch hat sich etwas getan. Wie Bauamts-Chef Lang erklärte, sei noch eine Einschätzung zu den Schäden an der Konstruktion – mit Schwerpunkt auf der Statik – eingeholt worden. „Eine Empfehlung zu der Entscheidung, ob ein Neubau oder eine Sanierung sinnvoll wäre.“ Doch wirklich voran habe es die Verwaltung nicht gebracht, weil das Ergebnis der Untersuchung so oder so gesehen werden kann. Lang zufolge sei aufgrund der Probleme eigentlich ein Neubau sinnvoll. Dieser sei finanziell aber wohl nur zu leisten, wenn man sich von der bisherigen Bauart verabschiedet. Diese Konsequenz würde wiederum für die Sanierung sprechen. Eine im Frühjahr in Auftrag gegebene Statikuntersuchung hatte zum Ergebnis, dass eine Reparatur wenig sinnvoll sei. Wegen, wie es im Mai hieß, sehr kritischen Zustand der 1975 gebauten Brücke. Und auch deshalb, weil alle 15 Jahre ein höherer fünfstelliger Betrag in die Konstruktion aus Holz und Beton gesteckt werden müsste.

Diese ist schon seit November 2015 gesperrt. Wegen der massiven Schäden an den Holzbohlen sah die Verwaltung eine zu große Unfallgefahr. Der Steg wurde geschlossen. Ob er jemals wieder geöffnet wird, soll nach der Sommerpause geklärt werden. „Ich werde das Thema im Herbst in den Gemeinderat einbringen“, kündigte der Bürgermeister jetzt an. Dann wird es – wie so oft in Oberammergau – wieder um das liebe Geld und den möglichen Handlungsrahmen der Kommune gehen.

Zum Vergleich: Für eine Sanierung der Rialtobrücke rechnet das Bauamt mit mindestens 200 000 Euro. Ein Neubau wäre wohl ab einer Summe von 350 000 Euro zu bekommen – je nach Bautyp. Dazu müsste man aber auch noch die Kosten für den Abriss der alten Brücke rechnen, die auf etwa 50 000 Euro geschätzt werden.

Die bisherigen Gedankenspiele reichen von einer billigeren Alternative in Form einer Hängebrücke. Bis hin zu der Überlegung, dass es in der Nähe noch andere Überquerungen gibt. Die beste Lösung werden demnächst die Gemeinderäte finden müssen.

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