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Großartiges Programm auf Schloss Linderhof

Tausende Besucher feiern König-Ludwig-Nacht

Linderhof - Lesungen, Konzert und stimmungsvolle Atmosphäre: Das Fest zum Kini-Geburtstag in den Schlossanlage in Linderhof war ein voller Erfolg.

Es gibt Momente, die sind unwiederbringlich. Wie jener am Donnerstagabend, als die Musiker vom Orchester „Ammertaler Nervensägen“ die Bayernhymne anstimmen und tausende Menschen mitsingen. Zu Ehren von König Ludwig II. und seinem Geburtstag. Das Fest, das in der Schlossanlage in Linderhof gefeiert wurde, hätte kaum schöner sein können. Obwohl viel mehr Besucher als erwartet gekommen waren, konnte ganz entspannt und in einer wunderbaren Kulisse die König-Ludwig-Nacht genossen werden. Es war ein perfekter Sommerabend mit warmen Temperaturen. Je dunkler es wurde, umso mehr sorgten die vielen aufgestellten Kerzen für eine besondere Stimmung. Dazu passte die Beleuchtung des Schlosses und der Brunnenanlagen. Wer es sich dort nicht mit einem Glaserl gemütlich gemacht hat, konnte einen der vielen spannenden Programmpunkte genießen. Zum Beispiel die Lesung mit dem Schauspieler Christian Jungwirth im Musikpavillon. Mit seiner tiefen Stimme entführte der Murnauer in die Jahre um 1880 und in eine mehr als tragische Liebesgeschichte. „Das Puzzle ist ausgelegt, aber es fehlen uns viele Teile.“ Was wirklich alles damals zwischen der Haushaltshilfe Julie Thurner und ihrem Dienstherrn Eduard Seidenschwarz passiert ist, bleibt im Dunkeln. Trotz der versteckten Liebesbriefe, die 2011 bei Sanierungsarbeiten im Fehlboden der so genannten Bauhütte entdeckt wurden. „Und die Mitarbeiter von Schloss Linderhof in freudige Erwartung gesetzt haben.“ Für sie galt es herauszufinden, wer die Briefe-Schreiber waren. „Längst vergangene Leben, dessen Linien sich auf tragische Weise in Linderhof kreuzten.“

Es kam heraus, dass es sich um den Ingenieur für die Venusgrotte und sein Dienstmädchen gehandelt hat. Die Münchnerin erlebte eine wunderbare Zeit im oft menschenverlassenen Linderhof. Traf so manches Mal auf den König, mit seinen „unergründlichen dunklen Augen“ und seiner „großen Freundlichkeit“. Julie Thurner musste das Schlossgelände aber abrupt verlassen, als sie schwanger wurde. Welch Skandal! Es folgten bittere Jahre zurück in München, in denen sie aus Liebeskummer richtig krank wurde. Und trotzdem ein zweites Mal schwanger. Eduard Seidenschwarz – mittlerweile vielfacher Familienvater – hat nie aufgehört, sich mit seiner Geliebten zu treffen. Die Dramatik ihrer verzweifelten Worte lassen mitfühlen, in welch’ misslicher Lage sich das Mädchen befand. Und ihre Briefe geben einen Einblick in die alte Zeit. Wie das Leben auf Linderhof Ende des 19. Jahrhunderts ausgesehen hat.

Als Thurner hier gelebt hat, wurde die Venusgrotte gerade fertiggestellt. Heute, 130 Jahre später, hat dieser magische Ort nichts von seiner Faszination verloren. Allerdings von seiner Standfestigkeit. „Alles ist dringend sanierungsbedürftig“, hieß es bei der Führung „Technik und Techtelmechtel“. Immer wieder gebe es Wassereinbrüche. Und das sei Gift für die Eisenkonstruktion, die das nachträglich gebaute Dach hält. „Ursprünglich war dort oben nur Erdreich“, sagt die Mitarbeiterin der Schlösserverwaltung. Jetzt rosten die Eisenträger und stellen ein Sicherheitsrisiko da. Mit einer Schutzmauer soll künftig verhindert werden, dass weiter Wasser eintritt. Die Grotte, bei ihrem Bau ein technisches Wunderwerk, bekommt unter anderem eine Klimaanlage. 24 Millionen Euro stehen für ihre Rettung zu Verfügung. Dafür wird die Konstruktion nach dieser Saison für fünf Jahre gesperrt. Glücklich konnte sich also unter den tausenden Besuchern schätzen, wer einen der 200 Plätze für die besondere Führung bekommen hat. So wie in diesem Jahr wird die Grotte nie wieder zu sehen sein.

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