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Defizitäres Schwimmbad

Wellenberg weiter auf gutem Weg

Oberammergau - Die Investitionen in die Technik machen sich bezahlt, und auch der Umsatz steigt: Der Wellenberg in Oberammergau schreibt weniger rote Zahlen.

Wer bekommt einen Rabatt im Wellenberg? Über diese Frage wurde im Oberammergauer Gemeinderat immer wieder diskutiert. Am Ende stand vor einigen Jahren der Beschluss: Nicht nur Einheimische, sondern auch die Bewohner der weiteren Ammertal-Gemeinden sollen einen Euro erlassen bekommen. Aber: Nur dann, wenn ihre Kommunen Werbung für das defizitäre Schwimmbad machen. Lange ging nichts voran, nun steht der Deal. „Die Schilder sind inzwischen aufgestellt“, sagt Bürgermeister Arno Nunn (parteifrei) auf Tagblatt-Anfrage. Und das war freilich kein leichtes Unterfangen. Am Ende hat Oberammergau die Kosten für Werbetafeln übernommen, die Nachbar-Kommunen das Aufhängen. Jetzt ist die Frage, ob auch die Gemeinden vom Blauen Land, mit denen das Ammertal touristisch kooperiert, eingebunden werden. „Das müssen wir noch abklären“, sagt Nunn. Wenn er in die Statistiken zum Wellenberg schaut, kann der Bürgermeister mit der Entwicklung zufrieden sein. Zum Beispiel bei den finanziellen Auswirkungen, die die Investitionen der vergangenen Jahre – 900 000 Euro seit 2011 – mit sich bringen. „Sämtliche Maßnahmen haben sich bezahlt gemacht“, erklärt Nunn mit Blick auf die Energiekosten. Die lagen 2014 noch bei rund 228 000 Euro. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 188 000 Euro, was einer Einsparung von rund 40 000 Euro entspricht.

Zum Vergleich: Im Jahr 2012 lagen die Ausgaben noch bei 357 000 Euro. „Letztendlich haben wir die Gesamtkosten halbiert.“ Die Erneuerung der Technik kommt aber nicht nur der Kasse, sondern auch der Umwelt zugute – und zwar beim Ausstoß von Kohlenstoff-Dioxid. „2012 lag dieser noch bei 746 Tonnen, diesbezüglich sparen wir jährlich 157 Tonnen ein“, erklärt Nunn. Weiterer Effekt: Die Anlage benötigt fast ein Drittel wenige Erdgas. Interessant ist außerdem die Entwicklung des Umsatzes. Nunn betont, dass es sich derzeit um eine „äußert positive Momentaufnahme“ handelt. Zum Beispiel beeinflusst durch die frühen Pfingstferien. Die Zahlen für die Monate Januar bis Mai können sich aber sehen lassen: Der Gesamtumsatz liegt demnach bei knapp 356 000 Euro, was einer Steigerung von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ausmacht. In Euro bedeutet das: Es liegen rund 55 000 Euro mehr in der Kasse. Bereinigt man diese Zahl um den Faktor, dass die Eintrittspreise erhöht wurden, bleibt ein Plus von 10 000 Euro. Unterm Strich konnte der Verlust, den das Bad macht, gedrückt werden. Im aktuellen Haushalt steht ein Minus von 756 000 Euro. Diese Zahl lag in früheren Jahren auch schon  bei über einer Million Euro.

Geld wird aber nicht nur eingenommen, sondern auch ausgegeben. Geplant ist, den Kinderspielplatz im Außenbereich, der nicht mehr in einem TÜV-fähigen Zustand ist, zu sanieren. Dafür sind rund 40 000 Euro reserviert. Weitere 36 000 Euro sollen in eine Entkalkungsmaschine investiert werden, die verhindert, dass die großen Fensterscheiben des Schwimmbads anlaufen. Außerdem gibt es eine Personalie in puncto Wellenberg zu verkünden: Seit dem ersten Mai zeichnet ein neuer Pächter für den Kiosk verantwortlich. Und: Die Terrasse im ersten Stock soll während der Sommermonate wieder geöffnet werden.

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