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So sieht der Plan aus: Das Gewerbegebiet soll auf den 10 000 Quadratmetern (grün) und den zusätzlichen rund 4600 Quadratmetern (rot) entstehen.

Gemeinde braucht Geduld

Schritt für Schritt nähert sich Wallgau Gewerbegebiet

Wallgau - "Oberste Priorität" hat für Wallgaus Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) die geplante Erweiterung des Gewerbegebietes. Aber es wartet noch ein Berg an Arbeit. 

Die Gemeinde Wallgau steht heuer vor einer Herausforderung. Der Haushalt lässt keine großen Sprünge zu, jede Investition muss wohl überlegt sein. Zu dem unerfreulichen Kassenstand trägt die Negativ-Entwicklung in puncto Gewerbesteuer bei. Der Ruf der Gemeinderäte wird lauter, die geplante Erweiterung des Gewerbegebietes mit Nachdruck voranzutreiben.

Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) kommt diesen Forderungen gerne nach. „Das hat oberste Priorität“, betont er. Nicht nur, weil das Vorhaben in den vergangenen Jahren mehr oder weniger auf Eis gelegen hatte. Auch, weil die Einnahmen durch die Gewerbesteuer schrumpfen. Waren es 2014 noch 410 000 Euro, kalkuliert Wallgau für dieses Jahr nur noch mit 250 000 Euro. Ein Minus von 39 Prozent. „Das ist wirklich sehr, sehr wenig“, gab Kämmerer Hans Zahler in der Gemeinderatssitzung offen zu. Schuld an dem Einbruch sind unter anderem ordentliche Rückzahlungen. „Die gehen bis auf zehn Jahre zurück und werden verzinst“, sagt der Rathauschef mit ernster Miene.

Die löst sich ein bisschen, wenn er über den aktuellen Stand beim Gewerbegebiet spricht. Denn er kann Fortschritte vermelden. „Wir haben einen richtigen Schritt nach vorne gemacht“, sagt Zahler. Wallgau reichen die geplanten rund 10 000 Quadratmeter-Fläche nicht aus, weshalb es weitere rund 4600 Quadratmeter hinzufügen will. Nur die Gemeinde ist nicht Eigentümerin. „Die Flächen sind noch weiderechtsbelastet“, erklärt Zahler. Zudem gehört das Areal, das von der Immobilien Freistaat Bayern verwaltet wird, den Bayerischen Staatsforsten. Der Bürgermeister sah ein Spannungsfeld. Umso erleichterter ist er, dass Letztere das Vorhaben „unkompliziert weiterbringen“ möchten.

Tausch zwischen Forst und Gemeinde: Wald- gegen Gewerbefläche

Geregelt wird das Ganze per Handel, ein Tausch von gemeindlichen Wald- gegen Gewerbeflächen. Für die Kommune ein Glücksfall: „Wir haben an der Süd-Ost-Seite des Krepelschrofen Wald, der für uns wertlos ist.“ Der Forst ist Zahler zufolge nicht abgeneigt. Nur das Finanzministerium hakte ein. Beim Tausch muss auf die finanzielle Wertigkeit der Flächen geachtet werden.

Positive Nachrichten hat Zahler für den angrenzenden Bereich des Gewerbegebietes parat. Die Flächen rechts davon werden renaturiert und die Holzlagerplätze umgelagert. Dafür entsteht im oberen Bereich ein Wanderparkplatz für rund 20 bis 30 Fahrzeuge – und zwar „ohne Ablöse von Weiderechten“.

Auf Zahler wartet aber noch ein großer Berg an Arbeit. „Wir müssen Struktur reinkriegen“, geordnete Verhältnisse mit denjenigen schaffen, deren Pachtverträge auf dem bestehenden Areal noch laufen, und die Grundstücke bewerten. Darüber hinaus soll ein Infoabend für die Betriebe veranstaltet werden, die sich vorstellen könnten, sich anzusiedeln. „Wir brauchen konkrete Angaben, damit wir die Erschließungskosten berechnen können.“ Beim Grundstückspreis rechnet Zahler mit 80 bis 100 Euro pro Quadratmeter. „Ob das haltbar ist, hängt aber von Immobilien Bayern ab.“ Im Zuge der Erschließung soll auch die Breitbandversorgung ausgebaut werden. Denn das sei die Grundlage für eine „saubere Industrie“.

„Wir wollen dörflich bleiben"

Die Nachfrage ist jedenfalls größer als der verfügbare Raum. Die Gemeinde hat die Qual der Wahl. Grundsätzlich Vorrang haben heimische Investoren, weil „wir ihnen verpflichtet sind“. Doch Zahler behält auch den Kassenstand im Hinterkopf. „Gewerbesteuern bekommt man von außen dazu.“ Er will sich aber kein Beispiel an der Nachbargemeinde Krün nehmen, in deren Gewerbegebiet Discounter wie Aldi und Lidl zum Einkauf laden. „Wir wollen gezielt dörflich bleiben."

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