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Starkregen richtet massive Schäden an der Isar an

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Fleißige Einsatzgruppe: Die Fischer retten die Tiere aus der Isar, in der der Kies wieder viel Wasser verdrängt hat – und den Fischen ihren Lebensraum nimmt (Foto oben). fotos: Privat
Fleißige Einsatzgruppe: Die Fischer retten die Tiere aus der Isar, in der der Kies wieder viel Wasser verdrängt hat – und den Fischen ihren Lebensraum nimmt (Foto oben). fotos: Privat

Wallgau - Wallgaus Kies-Problem ist zurück: Der Starkregen hat den Schutzdamm an der Isar beschädigt. Wieder sterben Fische.

Die Wallgauer werden ihr Problem einfach nicht los. Die Isar bereitet ihnen immer wieder Sorgen. Was Hans Schanderl, Isar-Beauftragter des Kreisfischereivereins, dort in den vergangenen Wochen gesehen hat, ist für ihn „der helle Wahnsinn“. Massen an Geröll waren die Folge der starken Regenfälle und des Flussanstiegs. Der Wasserpegel ist mittlerweile wieder gesunken, zurück blieb der Kies. „Einen Tag Regen hat die Menge gebracht, die wir erst entnommen haben“, sagt Wallgaus Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) resigniert. Das wären 25 000 Kubikmeter, aber „rein optisch sieht das nach noch mehr aus“.

Das Problem begleitet den Rathauschef seit seinem Amtsantritt 2008. Zwar gelang der Gemeinde im vergangenen Jahr mit der Erlaubnis zur regelmäßigen Kiesentnahme nach jahrelangem Streit ein großer Durchbruch. Doch der Starkregen zeigte zuletzt auch: Behoben ist die Gefahr damit nicht im Oberen Isartal. Der Schutzwall, der verhindern soll, dass Kies in den Trinkbrunnen gelangt, hat „Gott sei Dank gehalten“, berichtet Zahler. „Aber es gab starke Erosionen.“ Vor allem im Bereich unterhalb des Isarstegs bis zur immer wieder völlig überfluteten Weberwiese. Und viel fehlte auch nicht mehr, um den Schutzdamm zu überschwemmen, wie Schanderl beobachtet hat. Zudem fielen nach dem Regen 200 bis 300 Meter Flussbett durch die Geröllmassen sogar für einige Stunden trocken. Viele kleine, „sehr wertvolle Äschen“ starben, bedauert der Fischer. 600 bis 700 weitere Tiere retteten er und seine 19 Kollegen vor dem Tod und setzten sie an wasserreicheren Stellen wieder ein.

Seit vielen Jahren müssen die heimischen Fischer immer wieder zu Noteinsätzen an der Isar ausrücken. Deswegen geht Schanderl die Entnahme von Kies, wenn er einen bestimmten Pegel überschritten hat, noch nicht weit genug. Zahler hingegen ist durchaus zufrieden mit der hart erkämpften Lösung, gegen die sich Naturschützer lange Zeit wehrten. Dennoch hat er um eine Sitzung gebeten. Im September kommen Vertreter von Gemeinde, Wasserwirtschaftsamt und Verbänden zusammen, um über die aktuelle Situation an der Isar zu reden. Denn es muss etwas passieren. „Jeder Niederschlag wirkt sich direkt aus“, verdeutlicht der Bürgermeister. „Noch haben wir alles im Griff, aber wenn es mal drei Tage stark regnet, haben wir ein Problem.“ Denn dann hält der Schutzdamm vielleicht nicht, und Kies fließt doch zum Trinkbrunnen. Die Wasserversorgung wäre gefährdet.

So gravierend sind die Auswirkungen am Finzbach nicht, Schaden hat der Regen dort dennoch angerichtet. Die Uferverbauung wurde teilweise weggerissen und muss ersetzt werden. Doch das sind noch verhältnismäßig kleine Probleme. Viel schwerer wiegt der Kies in der Isar. Den werden die Wallgauer einfach nicht los.

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