Die Spitze der FDP im Kommunalwahlkampf (v. l.): Tobias Hirsch (Erding), Rupert Lanzinger (Kreistag) und Nikolaus Hintermaier (Wartenberg). Foto: ham

FDP gegen Windräder und neuen Bahnhof

Erding - Mit markigen Forderungen geht die Kreis-FDP in die Kommunalwahl. Das Ja zur Dritten Startbahn fällt aber deutlich gemäßigter als früher aus.

Die FDP-Neujahrsempfänge waren in den vergangenen Jahren glanzvolle Abendveranstaltungen. Das lag nicht nur am noblen Schloss Aufhausen. Das lag auch daran, dass die Liberalen immer wieder Staatsminister aufbieten konnten. Nun, nach dem Auszug aus Land- und Bundestag, fand der Empfang zwar wieder im äußersten Süden Erdings statt, der Rahmen war allerdings deutlich bescheidener.

Für die Wahlkampfthesen von Landratskandidat Rupert Lanzinger galt das nicht. Er stellte am Freitagabend klipp und klar fest, grundsätzlich gegen den Bau von Windrädern im Landkreis Erding zu sein. Er sehe für Mensch und Natur fast nur Nachteile. Dafür sei die Ausbeute zu gering.

Überraschend deutlich stellte sich der Hotelier aus Hallnberg auch gegen die Pläne der Stadt Erding, auf dem Fliegerhorst einen neuen Verknüpfungsbahnhof für Regional- und S-Bahnen mit bergmännisch gebautem Tunnel zu bauen. „Viel zu teuer und aufwändig“, beschied er den Planern. „Ich hätte nichts dagegen, wenn der alte Endbahnhof erhalten bleibt“, sagte Lanzinger. Der Flächenfraß für beide Infrastrukturprojekte könnte deutlich geringer ausfallen, „wenn Straße und Schiene auf der gleichen Trasse verlaufen“. Was den Ringschluss betrifft, befürchtet Lanzinger, „dass nach dem Vorantreiben des Vorhabens durch unseren Wirtschaftsminister Martin Zeil das Innenministerium den Bau nun wieder um Jahrzehnte verzögern wird“.

Die aktuelle Haltung der FDP zur Dritten Startbahn am Flughafen München kam nicht explizit zur Sprache. In der Wahlbroschüre ist die Zustimmung zum Airport-Ausbau nun aber an die Verbesserung der Infrastruktur am Boden gekoppelt. Aber auch diese nun gemäßigte Haltung stellt die FDP vor eine Zerreißprobe. Denn am Rande des Neujahrsempfangs wurden kritische Stimmen aus Wartenberg laut, wo die FDP mit einer Liste antritt und klar gegen Bahn drei ist.

Moderatere Töne hatte vor dem Hauptreferat Lanzingers Tobias Hirsch angeschlagen. Der 42-Jährige, der seit 2004 in Erding lebt und auf Platz eins der Stadtratsliste steht - einen OB-Kandidaten bietet die Partei nicht auf -, bescheinigte Amtsinhaber Max Gotz (CSU) eine souveräne Amtsführung. Er, Hirsch, wolle aber andere Schwerpunkte setzen. So rät er der Stadt, auf die E-Mobilität zu setzen - „das wird in den nächsten Jahren ein Mega-Thema“, so der Diplom-Wirtschaftsingenieur. Hirsch wünscht sich, dass Erding auf diesem Feld eine Modellstadt wird.

Dass Erding bei der Bevölkerung weiter zulegt, daran zweifelt bei den Liberalen keiner; Lanzinger sieht schon eine neue Großstadt heranwachsen. Seine Antwort darauf: „Es muss viel mehr gebaut werden, in Erding wie im Umland.“

Hans Moritz

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