Söder geht in die falsche Richtung

Im Landkreis Miesbach ist die Zersiedelung der Landschaft längst Realität: Mitten ins Landschaftsschutzgebiet wird das Logistikzentrum einer Brauerei geklotzt, groß und massiv wie ein U-BootBunker.

Holzkirchen wuchert mit neuen Wohnsiedlungen und Gewerbegebieten wie ein Krebsgeschwür ins Voralpenland hinein. Im Tegernseer Tal wird „nachverdichtet“, das heißt, jeder größere Garten und jedes noch freie Fleckchen Wiese wird gnadenlos zubetoniert. Das Ganze nennt man dann die Landschaft entwickeln. Wenn fertig entwickelt ist, ist der ganze Landkreis flächendeckend mit einem hässlichen Siedlungsbrei, gemischt aus geschmackloserer Gewerbegebietsarchitektur und ordinärem Jodlerstil, zugepflastert. Zu glauben, dass einzelne Feigenblätter, großspurig Ausgleichsflächen genannt, die Versiegelung des Bodens kompensieren können, zeugt von Unverstand. Der Verbrauch der Landschaft geht einher mit immer mehr Verkehr und immer mehr Lärm. Bei der Entwicklung des Tegernseer Tales hat man völlig vergessen, dass bei ständig steigender Bevölkerung auch die Straßen mitwachsen müssen, weil die meisten Menschen, die im Tal wohnen, zum Arbeiten nach Norden Richtung München pendeln. Das ist aber nur das vordergründigste Problem, weitere werden folgen, vielleicht wird in trockenen Sommern künftig das Wasser knapp. Die Zersiedelung des Tegernseer Tals und seines Einzugsgebiets zeigt eindrucksvoll, dass gerade die Kommunen aber auch die Landkreise nicht in der Lage sind, den Reichtum und die Schönheit unserer Gegend für unsere Nachkommen zu erhalten, hier braucht es strenge und restriktive Gesetze auf Landesebene um den galoppierenden Ausverkauf der Heimat zu beenden, Söders Schritt geht daher in die völlig falsche Richtung.

 Andreas Michael Haltmair Gmund

Gratuliere, dass heute auf der Titelseite das Problem der Zersiedlung angesprochen wurde. Tatsächlich hat die CSU in ihrem jahrzehntelangen Einsatz für Wachstum eine Zersiedlung Oberbayerns eingeleitet, die viele Wähler verschreckt hat und weiterhin verschrecken wird. Wenn der Münchner Merkur dies als Problem wahrnimmt, vielleicht könnte er handelnden Politiker zu einer Umkehr bewegen: Keine neuen Arbeitsplätze mehr für Bayern, gebt Arbeitsplätze ab, am besten nach Südosteuropa oder gleich nach Afrika! 

Christiane Tesic München

Den Leserbriefschreibern Huber und Prof. Schwägerl kann man nur vollsten Herzens zustimmen. Unser sogenannter Heimatminister entpuppt sich in schöner Regelmäßigkeit als Heimatzerstörungsminister, fällt seinen eigenen Fachbehörden in den Rücken und wagt es auch noch, sich dahingehend zu äußern: „Bayern sei nun mal kein Freilichtmuseum.“ Das ist es dank seiner aktiven Unterstützung – man nennt ihn schon im Volksmund den Wünsch-Dir-Was-Minister – schon lange nicht mehr. Kaum ein Zweiter hat es so eindrucksvoll unter Beweis gestellt wie der Fotograf Robert Schlaug. Der hat in seinem im vergangenen Dezember vorgestellten Bildband die Schattenseite Bayerns, dieses Betonbayern und die damit vielerorts vorherrschende Realität und Tristesse auf unseren bayerischen Fluren in klaren, schnörkellosen Bildern dokumentiert. Die Frage muss erlaubt sein: Wo liegen die Grenzen des Wachstums? Und kann eine Gemeinde nur mit der Versiegelung von weiteren Flächen Wohlstand erreichen? Das Jahr 2015 wurde zum Jahr des Bodens erklärt, und wie wir vor allem in Bayern mit diesem Boden umgehen, wie viele Fußballfelder tagtäglich für immer versiegelt werden, weiß inzwischen auch der Gutgläubigste und Naivste. Dabei brauchen wir den Boden wie die Luft zum Atmen, es gibt kein Leben ohne ihn, er ernährt uns und wir werden immer mehr. Fruchtbarer Boden ist endlich und damit unendlich kostbar. Wir leben auf Pump, auf Kosten des Bodens und heben ab von einem Konto, auf das wir nie einzahlen. Eines Tages wird das Konto leer sein, unser Dispokredit überzogen, der Boden am Ende (unser ehemaliger Umweltminister Klaus Töpfer). Zu hoffen wäre, dass wir Bürger endlich die Augen öffnen, nicht den Boden unter den Füßen verlieren, besonders auch im Interesse derer, die nach uns kommen und unserem Heimatminister die Rote Karte zeigen. 

Angela Brogsitter-Finck Gmund

Dirk Walter: „Kein Freilichtmuseum“, Interview mit Markus Söder; Bayern, Von einem Heimatminister erwartet man den Schutz der Heimat; Leserbriefe 14. Juli, Dirk Walter: Bayern zersiedelt; Kommentar 13. Juli

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