Justizirrtum?

Ulf Vogler: Entführungsfall erneut vor Gericht; Bayern 6. Juni

Nicht überall wo Justizirrtum draufsteht ist auch ein Justizirrtum drin. Was den verurteilten Entführer von Ursula Herrmann angeht so darf man in diesem Zusammenhang ruhig an die Zeugenaussagen seiner Exfrau und Tochter erinnern, die im damaligen Prozess einen eiskalten, grausamen Despoten zeichneten. So bestrafte Werner M. die kleine Familienhündin Susi grausam, nachdem sie versehentlich einen Mülleimer umgestoßen hatte. Er sperrte die Hündin in die Tiefkühltruhe wo sie qualvoll erfror. Seiner Frau soll Werner M. mitgeteilt haben er habe den Hund „zu Sibirien verurteilt“. Der vergleichbare perverse und zynische charakterliche Fingerabdruck taucht im Entführungsfall Herrmann auf. Da wurden dem Kind die Comic-Hefte „Clever & Smart“ und der Schundroman „Am Marterpfahl der Irokesen“ in die Todesfallenkiste gelegt. Was die gemeinsame DNA-Spur in den Fällen Herrmann und Böhringer angeht so weiß man auch spätestens seit 2008, dass zumindest in den Vorjahren Wattestäbchen zur Spurensicherung verwendet worden sind, die zwar sterilisiert aber dadurch nicht DNA-frei gemacht worden sind. Die Analyse in einem aufsehenerregenden Vergleichsfall mit 40 verschiedenen Tatorten in drei europäischen Ländern hatte zu dem Ergebnis geführt, dass die Abstrichbestecke seinerzeit gar nicht für DNA-Analytik zertifiziert waren. Selbst der Anwalt des Werner M. ging 2009, als diese DNA-Phantomproblematik besprochen worden ist, noch davon aus, dass die Schraubenspur der Holzkiste, in der Ursula Herrmann gefangen gehalten worden war, erst im Rahmen der Ermittlungen gelegt worden sei. Die Schraube selber war 1981 vermutlich sogar mehrfach gründlich gereinigt worden, zuerst nach dem Versuch der Abnahme von Fingerabdrücken und dann nach der Vornahme von Formabdrucken. Dann war sie noch zusätzlich eingefettet worden und wurde erst im Jahre 2005 wieder exhumiert, um sie einer dann technisch möglichen DNA-Beprobung zu unterziehen. Fazit: Es gibt nach menschlichem Ermessen keinen gemeinsamen Spurenleger in den Fällen Herrmann und Böhringer außer beim Kontakt mit den Wattestäbchen, also entweder durch Produktionsmitarbeiter oder durch Ermittler. 

Margit Menter Fischbachau

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