Startbahn nötig oder nicht?

Dirk Walter: „35 000 Beschäftigte am Flughafen“; Bayern 14. Juli

Auf meinen zahlreichen Flugreisen in die ganze Welt mit privatem oder geschäftlichem Hintergrund nutze ich seit vielen Jahren den Flughafen München. Besonders angenehm ist das Umsteigen am Flughafen München mit kurzen Wegen, moderner Architektur und tollen Einkaufsmöglichkeiten. Erst vor kurzem habe ich erstmalig das neue Satelliten-Terminal genutzt und war positiv beeindruckt. Während meines Aufenthaltes in München las ich, wie sich die CSU-Landtagsfraktion massiv für Verwirklichung der 3. Bahn in München einsetzt, dafür aber heftig kritisiert wird. Bei vielen Diskussionspunkten sehe ich starke Überschneidungen in Bezug auf die Situation an meinem Heimatflughafen Düsseldorf. Auch dort wird seit Jahren von einigen Flughafengegnern ein nötiger Ausbau der Kapazitäten blockiert, damit die Zukunftsperspektiven des Flughafens im Hinblick auf Verkehrswachstum verschlechtert und die Schaffung von Arbeitsplätzen verhindert. Warum werden in Deutschland immer häufiger wichtige Investitionen in zukunftsweisende Infrastrukturprojekte blockiert und das für alle positive Wirtschaftswachstum gefährdet? Das kann kein gutes Ende nehmen. 

Thorsten Heck Rheinberg

Wieder wird der Flughafen München als „leistungsstarke Lokomotive für Konjunktur und Beschäftigung“ hochstilisiert, obwohl die Dynamik der bayerischen Wirtschaft schon seit geraumer Zeit nicht mehr von den Entwicklungen am Flughafen abhängt. Das beweist erneut der gerade erschienene Münchner Jahreswirtschaftsbericht 2016, der eine blühende Wirtschaftsentwicklung dokumentiert. So entstanden von 2011 bis 2015 im Wirtschaftsraum München 150.700 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, jedoch folgten die jährlichen Flugbewegungen nicht diesem Trend sondern gingen im gleichen Zeitraum sogar um 30.000 zurück (von 410.000 auf 380.000). Erneut äußert sich Dr. Kerkloh euphorisch zum Thema Flugbewegungen, gibt aber zu, „dass der alte Spitzenwert der Jahre 2007 und 2008 (jeweils 432.000 Starts und Landungen) mit zwei Bahnen nicht mehr zu erreichen sei“. Es lässt sich nicht mehr beschönigen, dass die aktuellen Werte um ca. 50.000 abgeschlagen unter den damaligen Spitzenwerten liegen. Also soll jetzt „eine fehlende Bahn“ her, um dieses Defizit zu kompensieren. Wer kann da noch einen Sinn erkennen? Der Flughafen München ist der zweitpünktlichste Flughafen in Europa, was aber nur möglich ist, wenn ein Flughafen nicht an der viel zitierten „Belastungsgrenze“ arbeitet. Wenn das schon für die bestehenden 2 Bahnen gilt, wie unausgelastet steht dann eine 3. Bahn da? Die neue Bahn des Frankfurter Flughafens hat keine zusätzlichen Flugbewegungen generiert sondern das Gegenteil. Das Beispiel Frankfurt sollte alle warnen, aber die Betreiber des Münchner Flughafens (FMG) kümmert das nicht. Es ist an der Zeit, dass die FMG zu den Fakten zurückkehrt und das kann nur eines heißen: Abkehr von den überflüssigen 3. Bahn und Hinwendung zu den bisher vernachlässigten Optimierungsmaßnahmen. Dazu gehört auch die Anbindung von Terminal 1 an das unterirdische Personentransportsystem zum Terminal 2 und dessen Satelliten. Das Flughafenumland ist durch den 2-Bahnen-Großflughafen bereits erheblich belastet. Es gibt keinen Grund, der Region noch mehr aufzubürden. 

Prof. Dr. Gerhard Müller-Starck Freising

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