Liefert weniger Milch!

Dominik Göttler: „Das Preisniveau ist ruinös“, Interview mit Günther Felßner; Bayern 11. Mai

Leider hat Herr Milchpräsident Felßner wieder mal eine Gelegenheit verpasst, auf die wirklichen Verursacher der Milchschwemme hinzuweisen. Das ist nicht der europäische Milchmarkt, nicht China und nicht Russland. Auch nicht die Molkereien. Die Molkereien sind an einen guten Auszahlungspreis interessiert, um die Milchbauern langfristig als Lieferanten zu binden. Das sind wir Landwirte, die nicht für aktuellen Markt liefern. Der Landwirt muss die Menge an die Molkerei liefern, die sie (Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis) bestmöglich verwerten kann. Auch der BBV- Felßner muss erkennen, dass es den freien Markt für freie Landwirte nicht gibt. Liefern, was das Melkzeug hergibt, bis die Auszahlungspreise die 15 Cent/kg netto erreichen? Dann hätten wir im Milchsektor die Marktbereinigung, die von vielen gewünscht wird. Wachsen oder Weichen! Aber leider sind ja immer die anderen Schuld. Aus dem Interview geht leider nicht hervor, ob Herr Felßner seine Anlieferung um 10 % reduziert (aktueller Überhang der Milchmenge) und als Vorbild gelten darf. Daher mein Appell an die Berufskollegen: runter mit den Anlieferungsmengen! Denn weniger ist mehr Milchgeld. Meine Milchanlieferung 2015/2016 schöpft meine alte Quote nur zu 75 % aus.

 Andreas Dachs Milchlieferant für die Molkerei Piding, Gaißach

Zur katastrophalen Lage der deutschen Milchbauern möchte ich das Kanadische Modell kurz vorstellen, das den Milchbauern seit 50 Jahren ein gerechtes Einkommen sichert. Von der in Kanada gebrauchten Milchmenge dürfen und müssen die Milchbauern 98 % liefern. 2 % sind für Käseimporte frei. Diese Gesamtmilchmenge wird als Quote in Relation auf die von den Milchbauern bewirtschafteten Grund (Eigentum und Pacht) umgelegt. Die jeweilige Jahresmilchmenge muss auf 12 Monate verteilt werden. Über- bzw. Unterlieferungen werden mit Abzügen bestraft. Um das ganze Jahr über die gleiche Milchmenge liefern zu können, achten die Milchbauern darauf, dass jeden Monat 1/12 des Milchkuhbestandes zum kalben kommt. Bei Milchleistungen von 4000 – 7000 kg pro Kuh im Jahr und künstlicher Besamung ist dies möglich. Auszahlungspreis je nach Fett- und Eiweißgehalt liegt relativ konstant nach Abzug des Transport- und Milchboards bei 55 bis 57 Cent pro Liter. Die Preise für Milchprodukte im Verkauf sind mit kleinen Schwankungen die gleichen wie in Deutschland. Subventionen von Seiten des Staates sind dabei nicht nötig. Warum ist es in Deutschland nicht möglich, ein praktikables, gerechtes System einzuführen.

 Walther Mauk Eurasburg

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