Rücksichtsvolleres Miteinander

Lieber Dirk Walter, vielen Dank für Ihren tatsächlich selbst erlebten Bericht.

Wir, meine Familie und ich, leben seit über 40 Jahren auf unserem Bauernhof an der B 11, die gleichzeitig der Hauptzubringer zum Kesselberg ist. An einem Sonntag wie dem letzten ist von Lebensqualität und Sicherheit überhaupt nicht mehr die Rede. Eine Blechlawine ohne Gleichen und dem entsprechend auch Motorräder, die zum Teil in Höchstgeschwindigkeit und einem gewaltigen Lärmpegel diese Strecke befahren. Schon oft war die Polizei mit der Laserpistole zum Messen bei uns, jedoch scheitern sie weitgehend am Personalmangel und dadurch geringer Präsenz. Bereits seit vielen Jahren besteht ein Überholverbot und Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 km/h, was wohl weder Motorradfahrer, noch Autofahrer kümmert. Ein großer Nachteil ist bei uns das Gesetz, denn in Deutschland gibt es die Fahrerhaftung und nicht Halterhaftung wie in Österreich und der Schweiz. In beiden Ländern genügt das Kfz-Kennzeichen und die gemessene Geschwindigkeit und der Halter muss beweisen, wer gefahren ist. Bei uns muss die Polizei den Sünder in flagranti mit der Laserpistole erwischen und anhalten, sonst besteht keine Chance, ihn zu überführen. Die Lobby der Motorrad- und Autoindustrie ist derart mächtig, dass solche Gesetze wie die der Deutschen immer noch Bestand haben. Zunehmend sind Raser mit Luxusrenner wie Lamborghini, Ferrari und Porsche zu beobachten, die in Großstädten diese Boliden anmieten und unsere Straße zur Rennpiste machen. Mit all diesen gravierenden Lebensqualitätseinschnitten müssen wir seit Jahrzehnten leben. Ich wünsche mir, dass endlich Maßnahmen ergriffen werden, die uns Anwohner von derart belasteten Bundesstraßen besser schützen. 

Josef Seemüller Kochel

Man könnte meinen, dass der Autor dieses Erlebnis jeden Tag hat. Dabei war es das erste und einzige Mal. Dass viele Unfälle mit Motorrädern passieren, ist unbestritten. Aber diese Wortwahl ist unpassend bzw. unverschämt gegenüber normalen Motorradfahrern. Unfälle passieren mit allerlei Fahrzeugen, auch ohne Rasen. 

Manfred Hartmann Erdweg

Als passionierter Radfahrer, der seit mehr als 30 Jahren mit Rennrad und Bergradl im In- und Ausland unterwegs ist, habe ich kein Verständnis mehr für die nicht wenigen Verbrecher auf Motorrädern, die sich einen Dreck um Regeln oder Leben und Gesundheit anderer Menschen scheren, sobald sie am Gasgriff ihrer meist gewaltig übermotorisierten Maschinen drehen. Erst letzten Dienstag, bei der Auffahrt auf den Kesselberg, kam mir im oberen Bereich wieder solch ein infantiler Typ auf seiner Straßenrennmaschine entgegen, das ausgewinkelte Knie knapp über dem Asphalt und die erlaubten 60 km/h mit heulendem Motor weit überschreitend. Bei solch unverantwortlichem Verhalten hilft doch nur noch eines: Nicht nur den Führerschein entziehen, sondern auch das Spielzeug wegnehmen. Dies wäre die größtmögliche und einzig wirksame Abschreckung, um solche Unfälle wie den vom Wochenende auf der B 13 zu verhindern. Bei diesem Unfall aber frage ich mich: Was hatten die beiden Radfahrer dort auf der Straße zu suchen, noch dazu im dichten Urlaubsverkehr? Ich bin diese Strecke sehr oft gefahren, habe aber immer den Radweg benutzt, der parallel zur B 13 durchgehend von Lenggries bis zum Sylvensteinspeicher verläuft. Es gibt keinen Grund, diesen Radweg zu verlassen. Dort kann man in der Abfahrt Geschwindigkeiten von 40 km/h und mehr fahren, weil er sehr übersichtlich, breit und gut ausgebaut ist. Ich persönlich könnte auf der Straße mit dem Rennrad auch 60 km/h erreichen, aber im dichten Verkehr wäre das nicht nur unverantwortlich, sondern hirnrissig. Allein schon aus Selbstschutz muss man als Radfahrer hellwach im helmgeschützten Kopf sein, denn besonders bei Motorradfahren ist allzu oft das Gehirn ausgeschaltet. Aber auch nicht wenige Autofahrer sind besonders bei dichtem Verkehr einfach überfordert. Ich gehe jetzt natürlich nur von der Unfallschilderung im Merkur und meiner Ortskenntnis aus. Aus dieser Sicht muss sich die bedauernswerte Frau, die hoffentlich wieder gesundet, eine erhebliche Mitschuld zurechnen lassen, dass ihr Fehlverhalten so furchtbar bestraft wurde. 

Hans-Georg Lanig Karlsfeld

Dem Kommentar kann ich nur teilweise zustimmen. Sicher ist es richtig, dass es viele unvernünftige Motorradfahrer gibt, die sich und andere in Gefahr bringen. Das gibt es aber auch in den Reihen der Auto- und Radfahrer sowie bei den Fußgängern. Was ich bezweifle, ist, dass die gestiegene Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer nur von diesen verschuldet ist. Ich erlebe es selbst häufig, dass der Gegenverkehr einen Radfahrer überholt, weil da ja bloß ein Zweirad entgegenkommt. Das dieses Zweirad nicht weniger Platz braucht als ein Pkw, daran denken viele nicht. Oder man wird auf der Landstraße überholt, obwohl man die erlaubte Geschwindigkeit fährt. Hinter einem Motorrad herzufahren, geht anscheinend manchem Autofahrer gegen die Ehre. Wenn dann was passiert, hat logischerweise der Motorradfahrer die schlechteren Karten. Das Leben (nicht nur im Straßenverkehr) wäre so viel einfacher, wenn sich alle an die Regeln halten würden. Meistens haben die ja auch ihren Sinn. 

Ulrike Kugler Freising

Leider gibt es kein Miteinander mehr in unserem Straßenverkehr. Das betrifft alle Gruppen von Verkehrsteilnehmern. Ein entspanntes und rücksichtsvolles Miteinander wäre doch das wünschenswerte Ziel schlechthin. Eigentlich bayerische Lebensart. Es ist immer einfacher, eine Lösung auf Kosten einer möglichst kleinen und für die Exekutive bequemen Minderheit parat zu haben. Der fast schon terrorverdächtige Motorradfahrer passt ja ganz gut ins Raster. Warum differenzieren? Auf die Menge der Kontrollpunkte bezogen, dürfte der Biker mit Kennzeichen der wohl am besten überwachte Verkehrsteilnehmer und Staatsbürger sein. Diese glücklichen Radfahrer, noch dürfen sie ohne fahren. Und im Alpenraum ist die Überwachung sogar länderübergreifend, sonst ist man hier eigentlich kaum zur Zusammenarbeit zu bewegen. Der Gotthard- und der Brenner-Basis-Tunnel lassen grüßen. 

Klaus Baudrexl Garmisch-Partenkirchen 



Dirk Walter: Alltäglicher Irrsinn; Kommentar 29. August

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