Künstliche Empörung

Dirk Walter: Die Verrohung der Sprache; Bayern 24./25. September

Wer verbale Geschmacklosigkeiten für politische Botschaften hält, muss sich fragen lassen, auf welcher Ebene muss ich als Bürger die CSU sehen? Mittlerweile darf sich auch unser Ministerpräsident fragen, ob er die Absicht hat, die AfD zu überholen sein Generalsekretär Scheuer ist auf dem besten Weg. Die politische Mitte erreichen solche Entgleisungen nicht. Aber nur zu und weiter so.

 Inge Glas Seeshaupt

Andreas Scheuer ist in Nachfolge von Strauß ein Mitglied des Vereins für deutliche Aussprache. Sein fußballspielender Ministrant, den jedermann hierbehalten möchte, ist eine malerisch konkretisierte Kunstfigur, nichts sonst. Gerade erfahren wir ja, dass in Deutschland seit Jahren nur 550 000 längst rückführbare Asylbewerber leben. Da lohnt es sich doppelt, Unmöglichkeiten für einen dauernden Verbleib zu karikieren. Die künstliche Empörung oberster Wortzensoren [und das dankbare Nachfassen von Rinderspacher, der nach vermeintlich neuem Wählerpotenzial schnappt, vergisst man rascher als das treffliche Bild, das der CSU- Generalsekretär vor einer heimatlichen Presserunde extemporiert hat. Ich habe mich jedenfalls sehr amüsiert und dem Urheber per E-Mail gedankt. Die Bischöfe sollten sich andere Strategien überlegen, mit denen sie das Kirchenvolk wieder gewinnen können, als den drohenden Zeigefinger. Sie sollten 300 Jahre alte Rezepte ihres irischen Amtsbruders Jonathan Swift beachten, was man sonst noch gegen das Schlafen in der Kirche tun kann („On Sleeping in Church“, Autor von „Gullivers Reisen“).

 Fritz Werner Weilheim

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