Heimatzerstörungsminister

Marcus Mäckler: Der Schlossherr von Elmau und sein Dorf; Bayern 28./29. Mai

Unsere Zeit ist extrem schnelllebig, trotzdem erinnert sich die Mehrheit der Bürger an die vielen Schlagzeilen des Herbstes 2014 und der Zeit danach in Zusammenhang mit dem Gipfel der Maßlosigkeit auf Schloss Elmau 2014: „Das 130-Millionen-Euro-Treffen“, „Ärger um ein Politiker-Essen“, „Wo die Steuergelder versickern“ sowie die Flut von Leserbriefen, in denen unzählige Bürger ihrer Wut und Empörung über diese sinnlose Geldverschwendung freien Lauf ließen. Allgemeiner Tenor: Es gibt nur einen Gewinner dieses Gipfel-Wahnsinns: der Schlossherr von Elmau. Die bayerische Staatsregierung war bereit, mindestens Euro 2,1 Millionen rund um das Hotel beizutragen. Herr Müller-Elmau wollte 4,4 Millionen Euro als gipfelbedingte Aufwendungen geltend machen. Nachdem der Schlossherr diverse nichtgenehmigte An-, Neu- und Umbauten zurückbauen musste, plant er nun weiter in großem Stil: ein Luxus-Chalet-Dorf unweit seines Luxushotels, auf einem Gelände, das von Natur - und Landschaftsschutzgebieten umgeben ist. Und wie nicht anders zu erwarten, unser Heimatminister Dr. Markus Söder – inzwischen eher als Heimatzerstörungsminister in Erscheinung getreten – setzt sich wie in ähnlich gelagerten Fällen über alle fachlichen Bedenken hinweg und signalisiert Wohlwollen. In einer Zeit, in der in weiten Teilen unserer Erde nur noch Zerstörung, Krieg, Vertreibung, Mord und Totschlag stattfinden, sollten wir dankbar und glücklich sein, noch immer über solche Naturschätze wie das Naturparadies Elmau zu verfügen , es hegen, pflegen und in seiner Schönheit und zum großen Teil noch Unberührtheit zu bewahren, vor Raubbau und Investorengier zu schützen. Das sich inzwischen zum 5-Sterne Luxus-Tempel entwickelte 100-jährige Schloss muss genügen, die verbleibende Naturlandschaft verträgt keine zusätzliche Schickeria, Reichen- und Elite-Klientel. Hoffentlich werden sich alle Naturschutzverbände und Naturfreunde gegen diese weitere Landschafts-und Naturschutz-Zerstörung mit aller Kraft zur Wehr setzen. Diese Landschaft hat durch den G7-Gipfel genug erdulden müssen und ist jetzt in ihrer Schönheit unbedingt zu verteidigen – zum Wohle aller und nicht nur einiger weniger Geldiger!

 Angela Brogsitter-Finck Gmund

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