Wo soll die B 15 langführen?

„Ein lodernder Protest gegen die neue Bundesstraße“; Bayern 12. Januar

Vermutlich haben wir es Staatskanzleichef Herrn Huber zu verdanken, dass in einer Nacht-Und-Nebel-Aktion die Trassenführung der vierspurigen B15 neu aus seinem Wahlkreis in den Landkreis Erding verschoben wurde. Und dies wenige Wochen vor Abschluss der Bewertungsphase des Bundesverkehrswegeplans (BVWP). Im neuen BVWP, der bis 2030 gültig ist, werden die zu realisierenden Bauvorhaben aufgelistet. Da es im Vergleich zu den im Osten gelegenen Trassenvorschlägen für die Trasse im Landkreis Erding noch keine entsprechende Anzahl an Gegenargumenten („Raumwiderständen“) gibt, wird die Trasse westlich von Taufkirchen und Dorfen von der Autobahndirektion Südbayern vorgeschlagen und eingestellt werden. Die neue Trasse wurde sehr geschickt kurzfristig ins Rennen geschickt. Die Bundesregierung in Berlin diskutiert im Anschluss nicht mehr über alternative Trassen, sondern nur noch über den Zeitpunkt des Baubeginns. Sehen Sie sich auf der Landkarte die Vorschläge der Streckenführungen selbst an. Überlegen Sie, wie der Verkehr auf der bestehenden B15 zunehmen wird, wenn die Umfahrungen von Landshut und Rosenheim (bereits in Bau) fertiggestellt sind. Navigationsgeräte werden den schnellsten Weg zwischen Nord und Süd nicht mehr über München berechnen, sondern über Dorfen und Regensburg nach Nürnberg bzw. Berlin. Die B15 neu muss möglichst schnell über Geisenhausen–Buchbach–Schwindegg gebaut werden. Die einzig sinnvolle Trasse! Stefan Bachmaier
Dorfen

Man muss die Aussage von Herrn Huber und des CSU-Kreisverbandes Mühldorf vom Juli 2014 erwähnen. In dem Positionspapier wurde erklärt, dass die raumgeordnete Trasse in Mühldorf schwer zu realisieren sei. Unter anderem durch das FFH-Gebiet bei Schwindegg – was wir aber auch in Dorfen haben. Wo liegt da der Unterschied? Wir haben bereits die A 94 durch dieses Gebiet. In diesem Schreiben gibt es immer wieder Argumente, die genauso auf den Landkreis Erding zutreffen und nur ein Hin- und Hergeschiebe des Problems ergeben, aber nicht zu einer konstruktiven Lösung führen. Aber: Im vorletzten Absatz schreibt Herr Huber: „Die neue Straße ist optimal an die Zubringerstraßen der Region anzubinden (A 94, B 12, B 299, StStr 2084, StStr 2086), um eine Verbesserung der Verkehrserschließung des Landkreises Mühldorf a. Inn zu bewirken.“ Mit dieser Forderung will Herr Huber doch die B 15 neu im Landkreis Mühldorf. Wie soll die Wirtschaftsregion Mühldorf eine Verbesserung der Erschließung bekommen, wenn in einem Korridor von 50 Kilometern (B15 alt zu B 299) keine vernünftige Verkehrsanbindung vorhanden ist? Wir haben die A99, die Flughafentangente Ost, die St 2331 und die B15 alt, um die größeren Verbindungsstraßen zu nennen. Jeder Straßenplaner wird bei einem Blick auf die Landkarte sehen, dass die ursprünglich geplante Trasse Mühldorf in der Mitte verlaufen würde und eine optimale wirtschaftliche Erschließung des Raumes Mühldorf am Inn ermöglicht. Dazu käme noch die Verkehrssicherheit. Würde man bestandsnah bauen, wäre bei einem Verkehrsunfall ein Verkehrskollaps das Ergebnis. Wohin sollen die Fahrzeuge ausweichen? Bei einem Bau der Trasse Mühldorf besteht problemlos die Möglichkeit, das Verkehrsaufkommen auf die Bundesstraßen B15 alt, B299 und B20 umzuleiten. Ich hoffe, dass sich hierzu die entsprechenden Verkehrsplaner auch Gedanken machen, so wie ganz normale Bürger.
Stefan Demmel
St. Wolfgang

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