Bis zur Höchststrafe

Schäferhund mit Betonstein im See versenkt; Bayern 7. Juli

Für mich beginnt Menschenschutz mit Tierschutz. Solange Tiere als Sache behandelt werden, braucht man sich nicht über die oft menschenverachtende Behandlung von Mitbürgern, Flüchtlingen usw. zu wundern. Für Menschen, die anderen Lebewesen so etwas antun, muss man härtere Strafen fordern und nicht nur in Gesetzen festlegen, sondern diese Gesetze bis zur Höchststrafe auch anwenden. Seit 2002, also seit über 14 Jahren besteht das Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz (BGG). Da es aber bei Nichtanwendung keine Strafen vorsieht, wird es meist ignoriert. So wird zwar viel über die Gleichheit aller Menschen schon im Grundgesetz gesprochen, aber nichts dafür getan. In Starnberg ist man stolz darauf, Vorzeigestadt in Sachen Barrierefreiheit zu sein. Dennoch plant man einen Tunnel, dessen Rettungstüren 300 Meter bei einer Steigung von 4 % voneinander entfernt sind. Und ausgerechnet die Grünen, die schon das Weglassen der Endung „-in“ für weibliche Personen als Sakrileg empfinden, plädieren für diesen Tunnel. Da die maximale Zeit für eine Selbstrettung auf ebener Strecke bereits bei 4 Minuten liegt, dürfte es schon für gesunde Personen schwierig sein, sich unverletzt zu retten. Bei älteren Menschen, Rollator- oder Rollstuhl-Nutzern liegen diese Zeiten bei etwa 13 Minuten. Diese Leute sind bei einem Brand dem Tode geweiht, da bereits nach einer halben Stunde die Temperaturen über 1200 Grad liegen. So plädiere ich seit vielen Jahren sowohl für einen erhöhten Tierschutz als auch für die strikte Anwendung der BGG. 

Gunar Ehrhardt Starnberg

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