Weniger Tschernobyl-Opfer

Carina Zimniok und Sabine Dobel: Einsatz in Tschernobyl: Eine Münchnerin erzählt; Im Blickpunkt 26. April

Die beim Reaktorunglück von Tschernobyl freigesetzten Strahlung führt bei sehr großen Strahlendosen innerhalb weniger Wochen zum Tod. Kleinere Strahlendosen verursachen mit einer Wahrscheinlichkeit, die mit der Dosis zunimmt, innerhalb von mehreren Jahren Krebserkrankungen. Die Anzahl der Krebs-Todesfälle infolge der Bestrahlung erhält man durch Abzählen aller Krebs-Todesfälle in den bestrahlten Gebieten vermindert um die normalen Krebs-Todesfälle unter gleich viel Personen in unbestrahlten Gebieten. Aus Anlass des 20. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe hat die Strahlenschutzkommission des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (SSK) einen Bericht herausgegeben, in dem unter anderem über die Folgen dieser Katastrophe berichtet wird (Heft Nr. 50, Jahrgang 2006 der SSK-Berichte). Daraus zitiere ich: „Unter den Helfern der ersten Stunden nach der Katastrophe sind durch zu hohe Strahlendosen insgesamt 28 Todesfälle zu beklagen gewesen. Bis 2006 trat bei Kindern und Jugendlichen in mehr als 4000 Fällen Schilddrüsen-Krebs auf. Trotz der guten Behandlungsmöglichkeit dieser Erkrankung sind 8 Patienten gestorben.“ Von anderen Krebserkrankungen, wie Leukämie, wird nicht berichtet, hier war kein signifikanter Anstieg von Todesfällen unter dem bestrahlten Bevölkerungsanteil festzustellen. Ebenfalls aus Anlass des 20. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe haben „Bündnis 90 – Die Grünen“ im Heft 03/06 ihrer Zeitschrift „Profil: Grün“ eine Stellungnahme zu Tschernobyl herausgegeben. Aus einem Beitrag von Frau Renate Künast zitiere ich: „Bis zu 100 000 Menschen sind bislang an den Folgen der Katastrophe gestorben, so schätzen unabhängige Experten.“ Ein anderer Weg, die Anzahl der Krebs-Todesfälle infolge der Bestrahlung zu erhalten, besteht darin, dass man die Wahrscheinlichkeit kennt, mit der bei einer bestimmten Strahlendosis Krebs auftritt und dass man annimmt, dass bei einer um viele Prozent kleineren Strahlendosis die Erkrankungswahrscheinlichkeit um die gleiche Prozentzahl abnimmt. Beispiel: Von 100 mit einer Dosiseinheit bestrahlten Personen erkranken 10 an Strahlen-Krebs. Bei einer 1/10 Dosiseinheit wäre es nur ein Fall. Nimmt man nun 10 Millionen bestrahlte Personen und eine 1/100 Dosiseinheit, so erhält man 10 000 Krebsfälle. Dieses Verfahren ist jedoch umstritten, da zu wenig über die Wirkung kleiner Dosen bekannt ist. Die unabhängigen Experten der Frau Künast haben aber vermutlich so gerechnet. Die in obigem Artikel genannte Zahl von 10 000 bis 100 000 Strahlenkrebs-Toten infolge der Tschernobyl-Katastrophe ist ganz sicher zu hoch.

Franz Lappe Bad Tölz

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