Zur Rolle des Historikers Nolte

Es stimmt, dass das deutsche Kaiserreich Lenin in seinem Bestreben nach der Revolution unterstützt hat, getreu dem Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Zu diesem Zeitpunkt konnte aber niemand erahnen, zu welchen Gewaltexzessen der real existierende Sozialismus in der Lage war.

Als die USA in den Dreißigerjahren massiv Stalin unterstützt hatten, oder England und Frankreich das Bündnis mit der UdSSR suchten, galt wiederum das alte Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Zu diesem Zeitpunkt wussten die Demokratien allerdings schon bestens Bescheid über den blutigen Bürgerkrieg, die Millionen Opfer des Kommunismus und insbesondere den Holodomor. Das hat aber bei den Demokraten niemand gestört. Der Faschismus in Italien war nicht etwa durch seinen Marsch auf Fiume erfolgreich, er gewann die Unterstützung gerade auch der einfachen Menschen, die die Gewaltexzesse der sozialistischen Revolutionsversuche und Unruhen ab 1920 am eigenen Leib verspürt hatten. Der spanische Bürgerkrieg und der Aufstand der Armee und der Falange sind nur denkbar, wenn man die vorher erfolgten Exzesse und Massaker in der Republik durch die sie sie tragenden sozialistischen/anarchistischen Gruppierungen berücksichtigt. Und die NSDAP konnte auch deshalb Erfolge erzielen, weil auch in Deutschland die Menschen die blutigen Revolutionen am eigenen Leibe erlebt haben und davon abgeschreckt waren. Die eingehenden Berichte über blutige Bürgerkriege und Massaker in der UdSSR taten dann ein Übriges. Gerade dort, wo die faschistischen/nationalsozialistischen Parteien erfolgreich waren, waren diese Bewegungen immer die Antithese zur These des Kommunismus/Sozialismus. Und nichts anderes hat Ernst Nolte festgestellt. Wer aber ein Urteil über Nolte abgeben will, sollte sich zuallererst aber mit seinen Aussagen und Werken auseinandersetzen: so zum Beispiel „Der Faschismus in seiner Zeit“, „Der europäische Bürgerkrieg 1917–1945“ oder sein letztes Werk, „Der kausale Nexus“. Nolte hat im Übrigen in Europa und insbesondere in Italien und Frankreich hierfür sehr viel Zustimmung erhalten. Der französische Geschichtswissenschaftler, François Furet (Mitglied der Académie française und Träger des Hannah-Arendt-Preises) schrieb zu Noltes Thesen: „Die Vorwürfe gegen Nolte können sogar mit dem, was an ihnen wahr ist, ein Werk und eine Interpretation nicht diskreditieren, die zu den tiefgründigsten gehören, welche dieses letzte halbe Jahrhundert hervorgebracht hat.“ 

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Da das Thema „Wieso haben die Bolschewiken gesiegt?“ der Hauptgesprächsstoff im Hause meiner Eltern (sowie geflüstert als wir in der UdSSR gelebt haben, als auch bei allen Treffen der Freunde bei uns in Deutschland) gewesen ist, kann ich zumindest zwei Feststellungen im Leserbrief von Herrn Otto Zierer nicht unwidersprochen lassen. Gewiss, bedauerlicherweise hat die deutsche Regierung die Bolschewiken-Emigranten finanziell unterstützt, aber sie doch nicht in Russland etabliert. Auch die Feststellung, dass die Schreckensherrschaft der Bolschewiki durch die Hilfe des deutschen Kaiserreichs bis 1990 erhalten blieb, kann man nicht fassen. Es war doch so, dass das russische Heer vom Ersten Weltkrieg zersetzt worden ist, die sehr geschickte Propaganda von Lenin wie „Krieg den Palästen und Friede den Hütten“ ein Übriges leistete. So tragisch es auch ist, aber das russische Volk hat bei der Oktoberrevolution gegen die Weißen gesiegt. 

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Ernst Nolte ist kein umstrittener, sondern ein herausragender Historiker. Er hatte präzise Leitfragen gestellt und sie sehr präzise beantwortet. Dass der Philosoph Jürgen Habermas auf die Aussagen von Ernst Nolte meinte antworten zu müssen, spricht für sich: Habermas ist kein Historiker und sein Vorwurf des Revisionismus an Ernst Nolte zeigt nur, dass er nichts verstanden hatte. Nolte ging es um die Verbrechen des Bolschewismus und Nationalsozialismus, weil sie in ihrer ideologischen Begründung und der tatsächlichen Durchführung absolut vergleichbar waren. Bei der Vorstellung der kritischen Edition von Hitlers „Mein Kampf“ in den Münchner Kammerspielen, sagte ein Historiker, dass Hitler den Klassenmord bei den Kommunisten durch den Rassenmord bei den Nationalsozialisten ersetzt hatte. Das relativiert keine Morde – ein Mord ist immer singulär – und entlastet auch nicht die unmittelbaren wie mittelbaren Täter, ob sie nun Nationalsozialisten oder Kommunisten waren. Es ist das Verdienst von Ernst Nolte den Nationalsozialismus und den Bolschewismus/Kommunismus im Kontext beschrieben zu haben. Er war gewissermaßen der „Sarrazin“ der historischen Forschung mit einer sehr weitreichenden Wirkung.

Reinfried Brunsch München

Bewusste Geschichtsfälschung; Leserbriefe 20./21. August, Esteban Engel: Auschwitz und Archipel Gulag; Kultur 19. August

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