Bildung hilft gegen Armut

Afrika im ökonomischen Würgegriff; Leserbriefe 3. Mai

Leider ist ja alles noch viel schlimmer, als Herr Dr. Glonner und Herr Riedel beschrieben haben. Als Lektüre sei das Buch „Bodenrausch“ empfohlen, in dem das Land Grabbing der kapitalistischen Länder ausführlich beschrieben wird. Afrika hat mit die fruchtbarsten Böden dieser Erde. Diese werden aber von Ländern wie China, Saudi Arabien, Kanada und vielen anderen von den dortigen Potentaten auf 99 Jahre für fast umsonst gepachtet, um dort die landwirtschaftlichen Produkte anzubauen, die sie mangels fruchtbarer Böden selbst nicht mehr erzeugen können. Die Einheimischen dürfen bestenfalls als Handlanger tätig werden und dürfen auf ihrem eigenen Grund und Boden nichts mehr anbauen und müssen so Nahrung kaufen, die sie früher selbst anbauen konnten. Das führt immer mehr in eine Abwärtsspirale. Zweitens zahlen nicht-afrikanische Firmen, die dort immense Gewinne erwirtschaften, im jeweiligen Land keine Steuern, sondern transferieren die Gewinne an ihre Holding-Gesellschaften in Niedrigsteuerländern. Damit entgehen den afrikanischen Ländern immense Steuereinnahmen, mit denen Bildung und Infrastruktur finanziert werden könnten. Die Bevölkerungsexplosion ist nicht zuletzt ein (Mit-)Verschulden den katholischen Kirche, die sich auf ihre afrikanischen Schäfchen verlassen kann, denn dort ist ein Kondom des Teufels. Die Afrikaner würden sicher nicht so viele Kinder machen, wenn sie aufgeklärt würden. Ich habe selbst jahrelang eine afrikanische Freundin gehabt, deren Tochter nun hier lebt. Ihr habe ich klar machen können, dass wenige Kinder, die aber eine gute Bildung erhalten, sinnvoller sind, als viele Kinder, die nichts zu essen und keine Bildung haben. Leider gibt es in Afrika keine Rentensysteme, wie wir sie kennen, deshalb sind für viele Afrikaner die Kinder die Altersvorsorge. Zudem raffen viele Krankheiten oft mehr als die Hälfte der Kinder dahin, so dass am Ende nicht viele übrig bleiben, die diese Versorgung gewährleisten können. Und nicht zuletzt kann man ungebildete Menschen leichter ausbeuten als gebildete, weshalb die afrikanischen Diktatoren kein Interesse haben dies zu ändern, außer natürlich für ihre eigenen Nachkommenschaft, die an Elite-Universitäten im Westen studiert und dort lernt, wie der Turbokapitalismus funktioniert und wie man Milliarden scheffelt, von denen man natürlich nichts dem eigenen Volk zukommen lässt. Die weltweit agierenden Waffenproduzenten sind auch nicht daran interessiert, dass Afrika befriedet wird, denn dann könnten dort keine Kriege mehr geführt werden. Und was interessieren diese schon ein paar Millionen tote Afrikaner, wenn sie sich so schnell vermehren? Waffenproduzenten müssen immer irgendwo Kriege anzetteln (lassen), damit der Rubel, der Euro, der Dollar oder sonst was rollt. Die Exporte der USA und der EU tun das ihrige dazu, die dortige Landwirtschaft nachhaltig zu zerstören. Und auch TTIP, sollte es denn kommen, wird die Länder Afrikas weiter kaputtmachen, denn sie sind nicht Mitglied der Freihandelszone und damit Einfuhrzöllen unterworfen. Das sagt offen keiner, vor allem nicht die Amerikaner, denen es wie üblich nur darum geht, ihre eigenen Pfründe zu sichern. Solange all das so bleibt, müssen wir uns leider nicht wundern, wenn immer mehr Afrikaner diesen wunderbaren Kontinent verlassen. Ich war noch nicht da, aber ich weiß aus den Erzählungen meiner Ex-Freundin, dass dort keiner das Heimatland verlassen würde, wenn er oder sie dort eine Perspektive hätte. Die impotenten Vietnamesen und die elfenbeingeilen Chinesen leisten ja durch die Elfenbein- und Nashornwilderei noch ihren Anteil daran, dass der Kontinent zerstört wird, denn ohne Elefanten und Nashörner wird auch der Tourismus irgendwann zusammenbrechen. Leider ist die Dummheit der Menschheit größer als das Universum und die Gier der Menschen, andere auszubeuten noch unermesslicher, als zu Zeiten des Kolonialismus. Wer heute „global Denken“ nur mit Ausbeutung anderer Völker assoziiert, ist ein Verbrecher. Aber so ist die Welt und ich mache mir keine Illusionen mehr.

Leider! Joseph Zenz München

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