Wertschöpfung auf dem Bauernhof erzielen

Keine bäuerliche Landwirtschaft; Leserbriefe 26. August

Herr Berwanger hat schon Recht: Größe kann und soll nicht der entscheidende Faktor sein, wenn es um die Zukunft der Landwirtschaft in Bayern geht. Als Bauernverband arbeiten wir deshalb daran, so viele selbstständige Betriebe wie möglich im ländlichen Raum und damit auch die Vielfalt in der bayerischen Land- und Forstwirtschaft zu erhalten. Das hat weder etwas mit Agrarindustrie, noch mit Massentierhaltung zu tun. Uns kommt es darauf an, Wertschöpfung auf dem Bauernhof zu erzielen. Und darum, die Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern. Schon aus diesem Grund haben Bauern nicht per se etwas gegen klare Regeln und Umweltvorschriften bei Stallbauten. Gerade wenn es um die Zukunft der Familienbetriebe in Bayern geht, muss all dies aber planbar und finanzierbar bleiben. Doch Hendricks will die Privilegierung für landwirtschaftliches Bauen aushebeln, die Kommunen sollen das letzte Wort haben. Im Umkehrschluss heißt das: Kein neuer Stall, wenn sich organisierter Widerstand regt. Wie ein Landwirt so seinen Betrieb weiterentwickeln soll und so auch für mehr Tierwohl sorgen soll, bleibt Hendricks‘ Geheimnis. Doch es geht bei ihren Vorstößen ja um viel mehr. Ende Juni hat sie bei der NEC-Richtlinie (Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen für bestimmte Luftschadstoffe) Regeln durchgeboxt, die nur mit massiven Bestandsreduzierungen zu erreichen sein werden. Dann hat sie die Landwirtschaft in ihrem Klimaschutzplan abgewatscht und Verbraucher aufgerufen, den Fleischverzehr radikal zu senken. Und jetzt die Initiative in Sachen Baurecht: Hendricks ist jedes Mittel recht, um gegen Tierhaltung zu schießen. In diesem Moment geht es für die Bäuerinnen und Bauern ans Eingemachte. 76 % der Einkommen auf den bayerischen Bauernhöfen werden mit der Haltung von Nutztieren erwirtschaftet. Der Erhalt der vielen und vergleichsweise kleinen Betriebe ist oft nur durch Tierhaltung möglich. Wer bei dieser politischen Stimmungsmache die Hände in den Schoß legt oder Hendricks gar das Wort redet, riskiert die Zukunft der Landwirtschaft in Bayern. 

Hans Müller Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes Aufkirchen

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