Überlebenschance für kleinere Höfe

Bravo, Frau Strobl, es wurde Zeit, dass sich jemand mit Durchblick zu Wort meldet.

In fast allen Produkten und erstaunlicherweise auch in teurer Schweizer Schokolade findet man Palmfett. Seit wir wissen, dass in immer mehr Produkten Palmöl verarbeitet wird, achten wir genauer auf die Zutatenliste. Aber es wird immer schwieriger Produkte ohne dieses Öl zu finden. Auch im teuren Markeneis findet man nur gehärtete Fette. Es ist eine Schande, was die Lebensmittelindustrie sich erlaubt. Immer nur billig, billig und nochmals billig muss die Herstellung von Lebensmitteln sein. Wenn wieder mehr echte Sahne oder Butterreinfett und Milch verwendet werden würden, hätten auch kleinere Bauernhöfe wieder eine Überlebenschance. Hier ist der kritische Verbraucher gefragt. Weiß man doch, dass Regenwälder zur Herstellung von Palmöl gerodet und somit wertvolle Lebensräume vernichtet werden.

 Ekkehard Wolff Taufkirchen

Wieder ist Aldi und Lidl der Vorreiter einer Preissenkungsrunde für Milchprodukte – Edeka und Co. ziehen sofort nach. Der Lebensmittelhandel bestimmt über das Einkommen der Milchbauern und des ganzen bäuerlichen Berufstandes. Die Macht der Giganten ist klar erkennbar – die Profitgier wird auf die Spitze getrieben und die Lieferanten werden ruiniert. Immer mehr Bauern kommen in Zahlungsschwierigkeiten und müssen aufgeben, dabei wäre ein höherer Erzeugerpreis für Milch und Fleisch auch für die Verbraucher verkraftbar: Es werden ja nur zirka 8 Prozent des Einkommens für Lebensmittel ausgeben. Die Politiker und das Kartellamt schauen gelangweilt und untätig zu, während der Milcherzeugerpreis immer mehr abstürzt. Ein Raubtierkapitalismus hat sich beim Lebensmitteleinzelhandel durchgesetzt – unter dem Vorwand von Wettbewerbsfreiheit, der sich in noch mehr Monopolmacht am Lebensmittelmarkt widerspiegelt. Hinzu kommt außerdem, dass die Molkereien keinen Widerstand gegen den Preisverfall beim Lebensmitteleinzelhandel leisten, bei ihnen stimmt die Kasse. Sie bauen ihre Produktionskapazitäten stark aus, während wir Bauern ihnen alles glauben, was sie uns über Export und Co. auf die Nase binden.

 Walter Frey Glonn

Regionales Milchfett nutzen; Leserbriefe 23. Mai, Claudia Möllers: Milchmenge muss runter; Kommentar 18. Mai 

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