Jedes Volk ist einmalig

Trotz zahlreicher Privilegien hat eine Mehrheit der Briten für den Austritt gestimmt.

Die Gründe mögen vielfältig sein, doch eins ist klar: Der Imperialismus und die Regulierungswut dieses Monsters geht europaweit auf die Nerven. Die übelste Figur ist ohne Zweifel der Juncker. Wenn man aus dem Votum wirklich lernen will, muss der zu allererst weg!

 Harald Belzig München

Nach dem Brexitschock, dem auch ein Nexit, Frexit und anderes folgen könnte, fragt sich nun, wie man Europa verteidigen kann. Hierzu wäre es nötig, dass die Proeuropäer auch konkret Flagge zeigen-- nicht nur im ferneren Brüssel, sondern auch in den Mitgliedsstaaten. Zu überlegen, wäre es einen Europatag bis in die Kommunen abzuhalten. Dort könnte man europapolitische Veranstaltungen abhalten zum Thema „Europa – quo vadis?“, bei denen die wichtigsten Parteivertreter ihre Vorstellungen und Visionen von einem künftigen Europa vorstellen und die Diskussion mit der Bevölkerung führen. Vielleicht könnte man auch Frau Niebler, Posselt oder Weber (CSU), Martin Schulz (SPD), Grüne oder sonstige prominente Vertreter dazu einladen. Desweiteren Expertenrunden über europarelevante Themen. Das Ganze natürlich auch mit einem europäischen Kulturprogramm der europäischen Vielfalt, die Rathäuser beflaggt mit der Europaflagge und das Abspielen von Beethovens Europahymne. Zu Ende wäre auch noch eine Art Umfrage durchzuführen, wie sich die Bevölkerung ein zukünftiges Europa vorstellt: Zurück zur Wirtschaftsgemeinschaft ohne Euro, Europa der Regionen, Europa der Vaterländer, Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten, Europa wie gehabt, Europa mit mehr Integration und falls ja, in welchen Bereichen und welchen nicht, europäischer Zentralstaat/Vereinigte Staaten von Europa etc. – und die Ergebnisse in den Medien veröffentlichen. 

Ralf Ostner Ohlstadt

Diese Europäische Union darf ruhig zerfallen und sich neugründen, wenn über alles besser nachgedacht wurde. Deutschland sollte auch raus aus dieser Europäischen Union: Deuxit sofort! 

Christian Edelmann Hebertshausen

Nun wird nun in allen Medien über das Ergebnis des Referendums in Großbritannien rauf und runter diskutiert, gemault und in Betroffenheit geschwelgt. Und auf europäischer Ebene betreibt man nun beleidigt Mobbing gegen die Vertreter des Vereinigten Königreiches. Nicht so gerne geht man auf die zu ziehenden Folgerungen für ein vereintes Europa ein – gerade einmal wird der Euro und die Flüchtlingskrise als Grund für den sogenannten Brexit akzeptiert. Aber wo liegen denn die eigentlichen Gründe für die auch in anderen Staaten vorhandene EU-Kritik. Zuerst zum Brexit: Aus historischer Sicht war die Aufnahme Englands von Haus aus ein Fehler. Charles de Gaulle war sehr wohl die seit dem Mittelalter von England betriebene Machtpolitik bewusst, die darauf beruhte, den jeweils stärksten Staat auf dem Kontinent zusammen mit den schwächeren Staaten zu bekämpfen, ob das Spanien, Frankreich, das Habsburger Reich oder Deutschland waren. Dass England auch innerhalb der EU eine vergleichbare Position einnehmen würde, war ihm wohl bewusst. Margaret Thatcher hat das ja dann auch sehr schnell durch ihre Beanspruchung von Sonderrechten bewiesen. Dazu kommt: Ein selbstständiger und machtvoller Wirtschaftsraum von rund 500 Millionen Bewohnern in Europa kann nicht im Interesse der Vereinigten Staaten von Amerika liegen. Bismarck legte seinen Nachfolgern ans Herz: „Sie sollen nie vergessen, dass die Amerikaner Englisch sprechen!“ Nicht umsonst sind die USA von einem Brexit nicht begeistert, verlieren sie damit doch den nördlichen Flügel eine Einflusszange auf die EU-Politik – der südliche wäre die Türkei, deren Eintritt in die EU sie durchaus als wünschenswert bewerten. Und jetzt zur Europamüdigkeit der Bürger quer durch alle Mitgliedsstaaten: Finanzpolitik und Flüchtlingsprobleme stellen da nur einen zu vernachlässigenden Faktor da. Der normale Bürger hat die Schnauze voll von den kleinen, ihn direkt betreffenden Regelungen. Da muss der örtliche Metzger schließen, weil er nach den letzten Weisheiten aus Brüssel schon wieder 50 000 Euro in seinen Betrieb stecken müsste, um neue Hygienemaßstäbe zu erfüllen, obwohl auch unter den alten Bedingungen noch nie jemand zu Schaden gekommen ist. Da darf eine kleine Gemeinde den auslaufenden Vertrag über die Wasserversorgung mit den benachbarten Stadtwerken nicht einfach verlängern, sondern muss die Versorgung europaweit ausschreiben (mit allen Risiken bei der Beteiligung internationaler Konzerne). Auch die Normung von Traktorsitzen, Schneidbrettern, Messergriffen und und und – diese Einmischung ins tägliche Leben und die Überregulierung im Kleinen sind der Grund, warum eine breite Mehrheit der Bevölkerung den Brüsseler Schwachsinn satt hat! Eine gemeinsame Außen- und Verteidigungspolitik in einem Europa der Regionen hingegen, die von denselben Menschen durchaus als sinnvoll gefordert wird und begrüßt würde, fehlt nach wie vor. 

Helmut Waldsinger Moorenweis

Die Intention von Anton Walters hat mir gut gefallen. Sie sollte aber um einen wichtigen Aspekt ergänzt werden. Wer sich nämlich mit der Geschichte der Menschheit befasst, stößt immer auf die Tatsache, dass jedes Volk – auch das kleinste – seine eigene Existenz bewahren und von den anderen Völkern angenommen werden will. Jedes Volk ist durch seine Sprache, Kultur, sowie durch seine wirtschaftliche und sogar durch seine geografische Lage so etwas wie eine große Familie, die ein Recht auf das hat, was wir „Heimat“ nennen. Wird ein Volk von einem größeren Volk beherrscht oder unterdrückt, so stehen immer „Politiker“ auf, die sich gegen eine empfundene Fremdherrschaft wehren und die Eigenständigkeit ihres Volkes schützen und wiederherstellen wollen. Allein die zwischenstaatlichen Konflikte in Europa nach dem 2. Weltkrieg beweisen schon ausreichend, dass diese These stimmt. Da standen die Südtiroler auf und wehrten sich gegen ihre Einvernahme durch Italien. Das ehemalige Jugoslawien zerfiel in fünf eigenständige Staaten, die zum Teil nicht mehr Einwohner (Staatsbürger) haben als manche Großstadt in Europa. Großbritannien hatte Jahrzehnte lang einen teilweise blutigen Krieg gegen die Iren geführt. Die Völkerwelt hat zu solchen Konflikten meistens geschwiegen. Weil solches Begehren sich unfrei fühlender Völker nicht gehört worden ist, haben sie zu den Waffen gegriffen und wurden so zu Terroristen (erklärt) und als böse hingestellt. Auf dem Hintergrund des elementaren Freiheitsstrebens eines jeden Volkes ist es ein wirklich respektables Ergebnis, dass es eine EU gibt. Aber es wäre ein großer Fehler, wenn Brüssel sich tatsächlich mit seiner gegenwärtig demonstrierten Ignoranz gegenüber den europäischen Völkern mit seinen geplanten politisch riskanten Vertragsabsichten durchsetzen wollte. Das würde sich auch das geduldige deutsche Volk nicht gefallen lassen, und wir bekämen nicht nur radikal-nationalistische Parteien in unseren Bundestag, sondern eines Tages womöglich auch einheimische Terroristen. Gewalttätigkeit ist leider auch bei uns im Kommen. 
Es darf nicht geschehen, dass im gegenwärtigen Zustand des mühsam geeinten Europas die nationalen Parlamente ignoriert werden. Der Brexit wirft seine Schatten bereits deutlich voraus. Und auch wir Deutschen sind ein einmaliges Volk und wollen klare demokratische Grundsätze beachtet wissen, das heißt, wir wollen auch gefragt und gehört werden. Die Mehrheit unserer deutschen Politiker hat dies bereits verstanden.

 Ludwig David Eisenlöffel Schliersee


Sinn und Unsinn der EU, Wie es mit Europa weitergeht; Leserbriefe 2./3. und 5. Juli

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