Seele der Sprache

Streit um Dialektverbot; Titelseite 2. November

Der bairische Dialekt sollte an den Schulen nicht verboten, sondern gefördert werden. Nur der Dialekt kann die Hochsprache lebendig halten. Der Dialekt ist kein Defizit, sondern ein Privileg (Oscar Maria Graf). Der Dialekt ist gegen Unwahrhaftigkeit empfindlicher als die Schriftsprache (Martin Walser). Aus dem Dialekt schöpft die Sprache ihre Seele (Goethe). 

Friedrich Schäfer München

Der Bund Bairische Sprache wirft Schulen vor, Kindern das Sprechen von Dialekt ausreden zu wollen. In meiner jahrzehntelangen Unterrichtszeit als Lehrer an verschiedenen Grundschulen in Oberbayern kann ich dem besten Gewissens widersprechen, das Gegenteil ist der Fall. Viele Lehrer sowie Rektoren erfreuen sich am herrlichen Klang unserer bayerischen Muttersprache. Das Problem allerdings ist: Immer weniger Kinder sprechen in unserer Heimatsprache, sie verschwindet langsam, aber sicher aus den Schulen. Diese Entwicklung gefällt mir ganz und gar nicht, wie sie aufzuhalten ist, weiß selbst leider auch nicht. 

Walter Rädler Baldham

Sprachbildung erfolgt nach meinen Erfahrungen vorrangig in der Schule, im Elternhaus aber auch durch die Massenmedien. Letztere verursachen im Bereich der Umgangssprache Fehlentwicklungen durch die Verwendung von norddeutsch geprägten Ausdrücken (Tschüss, tach, nö, langgehen usw.) Auch in bayerischen Elternhäusern herrscht noch weitgehend die irrige Meinung vor die Mundart sei unfein, derb und die Sprache der Ungebildeten. Man müsse sie tunlichst vermeiden,damit ihre Kinder und Jugendlichen im Aufsatz und Rechtschreiben bessere Leistungen erzielen können. Auch ich habe in meinen zurückliegenden Dienstjahren gelegentlich einen Tadel „von oben“einstecken müssen wegen meiner dialektverliebten Unterrichtssprache. Ich muss aber gestehen, dass sich dort diese Haltung mittlerweile gebessert hat. Trotzdem ist es noch ein sehr weiter Weg den Dialekt als gleichberechtigte Sprache neben dem Schriftdeutsch zu etablieren. Sepp Obermaier sei dank für seinen unermüdlichen Einsatz für die bairische Mundart und seine Hilferufe in Richtung Kultusministerium. Ich finde es ebenso unerträglich Schülern ihren angestammten Dialekt als Ergänzung zum Schriftdeutsch zu verbieten. Hier müßte nun endlich eine konzertierte Aktion des Kultusministeriums, der Lehrerverbände sowie der Presse erfolgen um dem rapide zunehmenden Verfall unserer Mundart entgegenzuwirken. Ansätze hierzu sind in letzter Zeit beim Münchner Merkur festzustellen. Es fehlt aber noch die nötige Schubkraft um spürbare Wirkung bei den Betroffenen zu erzielen.Es ist nämlich höchste Zeit zur Umkehr. Sonst werden wir Bairischsprecher in Bayern bald als Fremde im eigenen Land beargwöhnt. 

Franz Bader Lehrer i. R. ; Markt Schwaben

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