Gas statt Strom

Gegen Subvention für E- Autos; Leserbriefe 29. April

Seit 2006 hat VW versucht, mit einer Schummel-Software saubere Abgase bei Diesel vorzutäuschen. Wurde 2014 sogar nochmal verbessert. In dieser Zeit haben Toyota und Hyundai Autos mit Brennstoffzelle zur Serienreife gebracht. Werden bereits verkauft. Das ist die echte Alternative zum Verbrennungsmotor. Unsere Automobilindustrie hat es in dieser Zeit nur geschafft, immer noch größere Autos mit noch mehr PS zu entwickeln. Nun sollen sie auch noch für Betrug und Versäumnisse belohnt werden. Elektroautos mit riesigen Akkus werden nur eine Teillösung zum umweltfreundlichen Auto sein.

 Dieter Kugler Bad Heilbrunn

Geht es auch anders? Ist es denn wirklich so schwierig, eine Strategie zu finden, die sowohl der Umwelt, der Industrie und auch dem Menschen dient? Die Entwicklung der Akkutechnik insgesamt halte ich für sehr zukunftsweisend. Was bisher im Handwerk mit Kabeltrommel mühselig angeschlossen werden musste, geht jetzt größtenteils mit Akkugeräten. Der Memoryeffekt ist besiegt und es kann zu jeder Zeit nachgeladen werden. Der Siegeszug von Pedelecs und E-Bikes spricht für sich. Muss es aber so weit getrieben werden, auch Autos für den normalen Verbraucher herzustellen? Wer bezahlt ein engmaschiges Zapfsäulennetz? Gibt es eine europäische Norm für die Stecker? Wer kann sich einen schicken Zweitwagen leisten, der im Kurzstreckenbetrieb genutzt wird? Statistisch ist erwiesen, dass die meisten Fahrten in die nähere Umgebung stattfinden. Grenzt man diese Betrachtung auf Zweitwagen ein, sinkt die Fahrtstrecke nochmal erheblich. Also wäre ein preiswerter E-Zweitwagen für kurze Wegstrecken ausreichend. Tempogrenze bei 100 km/h. Elektroantriebe sind nicht neu, das kennt man bei den Lastkarren im Bahnhof und anderswo. Auch die angekündigten Kleinlaster für die Post sind sinnvoll. Das wäre die eine Seite. Nun kommt die Subventionierung ins Spiel: Die Hersteller wollen die Allgemeinheit beim Bezahlen ins Boot zwingen. Wann wird den Strategen endlich klar, dass hier womöglich ein Irrweg beschritten wird? Nähme man dieses schöne Geld um die „Power-to-Gas“-Technik zu fördern (hier eine Spitzenposition gewinnen), wäre es besser, auf gasbasierte Antriebe zu setzen. Das ist nichts Neues, es ist erprobt und bezahlbar, der Treibstoff ist sogar preiswerter. Was gerne vergessen wird, ist der Winter. Ein Akku hat bei niedrigen Temperaturen erhebliche Probleme. Noch dazu ist er zu dieser Jahreszeit besonders gefordert, weil die Heizung sehr viel Strom braucht und auch Scheinwerfer, Scheibenwischer und Heckscheibenheizung an der Batterie saugen. All diese Sorgen hat das Gas-Auto nicht. Durch die PtG-Technik ist die Verbrennung im Motor klimaneutral. Keine Diskussion zu Fahrstrecken, alles bleibt beinahe beim Alten. Es fehlt nur die Subventionierung an der richtigen Stelle. Leider hat die Bundesregierung keine Visionen mehr, stattdessen handelt sie vermeintlich alternativlos!

Günter Glier Baldham

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