Keine Subvention für Überproduktion

Wie bitte? Weil viele Bauern den Hals nicht voll kriegen und deshalb zu viel Milch produzieren, werden diese Landwirte auch noch belohnt, indem erneut ein paar Milliönchen unserer schwer erarbeiteten Steuergelder über sie ausgeschüttet werden.

Wer glaubt, dass sich dadurch auch nur ein Landwirt genötigt sieht, künftig weniger Milch zu produzieren, glaubt auch noch an den Weihnachtsmann. Mittlerweile beklagt sich der Bauernstand fast schon monatlich in den Medien über irgendwas. Es scheint also zu stimmen, was ein Bio-Bauer vor kurzem in einem Fernsehbeitrag sagte, dass Jammern zum Berufsbild des Landwirts gehört. So auch der BDM-Kreisvorsitzende Bernd Heger. Obwohl er einen überdimensionalen Aussiedlerhof in traumhafter Lage nebst landwirtschaftlichem Maschinenpark im Wert von mehreren Hunderttausend Euro besitzt, findet er alles frustrierend. Frustrierend ist eher, dass gleich wie hoch der Milchpreis ist, Millionen Kühe in lebenslanger tierquälerischer Anbindehaltung leiden müssen, obwohl sie die Tiere krank macht. Doch sie können nicht jammern. Sie müssen stillschweigend hinnehmen, dass ihnen jedes Kalb nach der Geburt weggenommen wird, dass ihnen als einzige Bewegungsmöglichkeit Aufstehen und Hinlegen bleibt und dass sie die Sonne nur ein einziges Mal sehen und zwar auf dem Weg zum Schlachter. Solange sich dieser Missstand nicht ändert, bin weder ich, noch andere aus meinem Bekanntenkreis bereit, mehr Geld für Milchprodukte auszugeben.

Alexander Bauer München

Der interviewte Milchbauer Wolfgang Scholz spricht aus, was viele seines Standes denken, dass die 100 Millionen Euro Soforthilfe lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein seien, andererseits ein Ausgleich, wie wir ihn bräuchten, politisch nicht machbar sei. Politisch nicht machbar? Worauf geht denn die jetzige Misere zurück? Doch nicht darauf oder allein darauf, dass zu viel Milch produziert würde. Nein, Hauptabnehmer Russland fehlt. Der fehlt, seit Putin eine Einfuhrsperre für Milch und alle Milchprodukte verhängt hat, die aus dem Westen kommen – mit gutem Recht – als seine Antwort auf die Sanktionen, die vom Westen ausgehen. Will man den Eindruck vermeiden, dass Frau Merkel als Obamas verlängerter Arm, die mit soviel Eifer die Sanktionen gegen Putin betreibt und sich gleichwohl so generös gegenüber dem Bauernstand gibt, die eigentliche Ursache für dessen Missstand ist? Wo keine Sanktionen, da keine Gegenmaßnahmen; so einfach könnte die Rechnung sein. Und die Bauern wären zufrieden.

Michael Gerke Farchant

Sie können gerne unseren Betrieb für ein Jahr selber bewirtschaften. Unsere Familie geht dann für ein Jahr in Urlaub um sich von den letzten 25 Jahren Schwerstarbeit ohne Urlaub zu erholen. Sie schaffen es bestimmt unseren Betrieb nach Ihren Vorstellungen der Tierhaltung und betriebswirtschaftlichen Management gewinnbringend zu bewirtschaften. Und nach einem Jahr können Sie uns den nun rentablen Betrieb wieder zurückgeben und uns dummen Landwirten zeigen, wie wir unseren Betrieb richtig bewirtschaften sollen. Wir finden es sehr verwunderlich, Frau Wunder, woher Sie so genau wissen, dass die deutschen Bauern nur auf hohen Niveau jammern.

 Monika Müller Etterschlag

Die Milchbauern sollten sich dafür stark machen, dass die Agrarsubventionen gerechter verteilt werden. So sind die hohen Flächenprämien, die im Gießkannenprinzip verteilt werden, ungerecht. Warum erhalten Pferdehöfe Flächenprämien? Hier wird Luxushobby subventioniert. Warum erhalten subventionierte Biogasanlagen noch zusätzlich Flächenprämien? Warum erhalten Landwirte immer noch Flächenprämien obwohl sie mit der Viehhaltung schon aufgehört haben und ihr Gras verkaufen? Ein Grund hierfür ist sicherlich, weil viele landwirtschaftliche Funktionäre auch von diesem ungerechten System profitieren, bei dem Besitz und nicht Lebensmittelproduktion subventioniert wird. Eine zusätzliche Reduzierung des vom Ausland zugekauften Kraftfutters würde zudem umweltfreundliche, tiergesundheitsfördernde und längerfristig gesehen finanzielle Vorteile bringen.

Josef Meierdinger München

Milchbauern gezielt helfen; Leserbriefe 1. Juni, Christian Vordemann: Eine Agrarwende muss her!; Kommentar, Marcus Mäckler: „100 Millionen sind ein Tropfen auf den heißen Stein“, Interview mit Wolfgang Scholz; Bayern 31. Mai

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