Wie kann man die Pflege verbessern?

Eine Obergrenze von 4,56 für 4 Mahlzeiten, das heißt 1,14 für ein Essen halte ich für zu wenig und vertreibt mir fast die Lust aufs Älter werden.

Ich kenne mich im Pflegesektor nicht aus, aber das erscheint mir als keine attraktive Perspektive. Und je älter man wird, desto weniger hat man selber die Kraft, sich zu wehren. Da muss das Pflegesystem tragfähig sein. Frau Thelen, wie genau könnte ich/man am Besten zu Verbesserung beitragen? 

Wolfgang Kuchler Bergkirchen 

Ihre Überschrift allein klingt unglaublich und ist erschütternd zugleich. Unwürdiges Abstellgleis für Pflegebedürftige, die mit ihrer Arbeitskraft den heutigen Wohlstand erst ermöglichten? Aber Münchenstift-Geschäftsführer Siegfried Benker kann die Kritik nicht nachvollziehen. In seiner Zeit als Fraktionschef der Grünen im Münchener Stadtrat glänzte er durch fast ständige Kritik an allem Möglichen, wobei er sich vor allem um Asylanten und Flüchtlinge sorgte. Da spielte Geld kaum eine Rolle, wenn es um die bestmögliche Versorgung der Migranten ging. Wie aber wird die seinerzeit von ihm viel strapazierte Menschenwürde in seinen Pflegeheimen praktiziert? Zurecht lässt Ihre Redakteurin Caroline Wörmann die Menschenwürde beim Essen beginnen; offenbaren nicht lächerliche 4,56 Euro pro Tag für vier Mahlzeiten ein unerträgliches Defizit? Dabei ist doch Essen für die Heimbewohner nicht nur für den Tagesablauf strukturbildend, sondern vor allem leider ihre einzige Sinnesfreude. Wo bleibt der Aufschrei von Gesellschaft, Medien und Politik? 

Manfred und Ute Schmidt Baldham

Wenn es um Solidarität für ausländische Bürger und Flüchtlinge geht, ist die Meinung vieler Politiker: Deutschland ist ein reiches Land. Die Probleme der Kinder- und Altersarmut werden noch zu oft verantwortungslos von unseren Politikern behandelt bzw. verdrängt. Die sicher zu recht kritisierten Zustände im München Stift in Sachen Verpflegung sind katastrophal. Die Wiedergabe des Geschäftsführers Herrn Benker, dass der Satz der Verpflegung 12,44 Euro beträgt, davon aber nur 4,56 Euro dem tatsächlichen Wareneinsatz zugute kommen, ist menschen-unwürdig. Die Verwendung von 7,88 Euro aus dem Verpflegungssatz für Personal. Energie, Sachkosten sowie Hol- und Bringdienste, Spül- und Entsorgungsdienste ist mehr wie anrüchig. Was geschieht mit den enormen Heimkostenbeträgen, die von den Bewohnern zu zahlen sind? Was passiert denn eigentlich, wenn die von Herrn Benker aufgeführten Kosten wie zu erwarten weiter steigen? Dann wird irgendwann der Verpflegungssatz ganz für die aufgeführten Kosten gebraucht und eine Null-Diät für die Heimbewohner eingeführt? Die Wirtschaftlichkeit wird von der Stiftsleitung sicher über die Wohlbefindlichkeit sowie der würdigen Behandlung ihrer Heimbewohner gestellt. Wäre das nicht so, würden die Verantwortlichen die unvertretbare Kostenumverteilung zu Lasten des Verpflegungssatzes selbst so empfinden und umgehend zugunsten der Heimbewohner verändern. 

Paul Puppe Münsing



Menschenwürdige Versorgung; Leserbriefe 9. August, Caroline Wörmann: Vier Mahlzeiten für 4,56 Euro; München 8. August

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