Alternative Regeln

Til Huber: „Das muss jeden Bürger empören“, Interview mit Uwe Grund; Kultur 10. August

Warum besteht Deutschland auf exklusiven Regeln für die Rechtschreibung? Hätte man die neuen Regeln nicht alternativ hinzufügen können? So darf man heute aufgrund und auf Grund alternativ schreiben. Ein positives Beispiel. Aber diese ganzen anderen willkürlichen Regeln sind dem Bürger nicht verständlich. Fast niemand studiert Germanistik und zum Auswendiglernen lässt sich heute niemand mehr gerne zwingen. Statt die Kinder und Erwachsenen mit noch mehr Regeln zu quälen, hätten sie viel mehr Freiheit verdient. Wie soll sich ein Schüler aber auch ein Azubi positiv fühlen, wenn seine Schreibqualitäten immer runter gemacht werden? Dass dann in Berlin Diktate ganz eingestellt werden, führt langfristig ins Analphabetentum. Die Schriftsprache hat sich wie die die mündliche Sprache über die vergangenen Jahrhunderte in der Bevölkerung geformt. Und heute wollen uns Regelschreiber und Ewigbewahrer die gesunde Evolution verbieten? Eh, was geht ab, Alter? Wer die Zukunft regeln oder gleich ganz verbieten will, den wird das Leben bestrafen. 

Dr.-Ing. Horst Lüning Seeshaupt

Die erneut aufflammende Kritik an der Rechtschreibreform klingt wie das alte Früher-war-alles-Besser. Also: „Schiffahrt“ hatte man schreiben müssen, wenn dieses Wort aber zu trennen war, tauchte das dritte F wieder auf, demnach „Schiff-fahrt“; hingegen war „Schifffracht“ richtig, weil ein Konsonant folgte. Gebrauchte man für „wenig“ „bissel“, so war umgangssprachlich „bißl“ zu schreiben, weil ein Konsonant folgte. Im Übrigen ist im Interview, mit dem Uwe Grunds Kritik dargestellt wird, die Angelegenheit mit dem Groß-/Kleinschreiben ein wenig (Pardon!) verschusselt. „Die Schüler wissen nicht mehr, was sie eigentlich groß und was sie klein schreiben sollen.“ Wäre hier nicht die Zusammenschreibung angesagt gewesen? Also „groß- und ... kleinschreiben“? Denn: Am Anfang (eines Satzes) „großschreiben“ - aber „groß schreiben“ (damit man es besser lesen kann). Dass im Text behauptet wird, die falsche Großschreibung des Adjektivs im gewählten Beispiel „das Bewegte Wasser“ gehe zu Lasten der Rechtschreibreform, kann nicht so hingenommen werden. Denn hier liegt der Fehler in der mangelnden Information über die Erkennung der Wortart, hier eines „Wie-Wortes“. Groß- und Kleinschreibung waren immer ein Problem - und werden es bleiben. Für die Getrennt- und Zusammenschreibung kann jedoch die alte Regel als kleine Hilfe weiter empfohlen werden, nämlich auf die korrekte Aussprache zu achten: Liegt die Betonung auf dem ersten Wortteil, so wird zusammengeschrieben. Jedoch in anderer Bedeutung: Wir haben den Text zusammen geschrieben – besser natürlich: gemeinsam. 

Dietrich Kothe Hohenfurch

Empörung über die Rechtschreibreform ist wohl noch zu milde ausgedrückt, Zorn wäre angebrachter. Das Geld vom Steuerzahler wurde mit vollen Händen von diesen Rechtschreibpanschern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz rausgeschmissen. Die Damen und Herren „Experten“ sollten zur Rechenschaft gezogen werden und man müsste ihnen das Gehalt bzw. die dicken Pensionen kürzen. Auch die damalige Regierung hat das mit verbrochen. Die ganze Nation, insbesondere die Schüler und Lehrer wurden geradezu vergewaltigt, sich diese neuen Regeln zu verinnerlichen. Dazu kam, dass regelmäßige Rechtschreibdiktate abgeschafft wurden, denn sie waren ja quasi unnötig. Die Schreibung das bzw. dass oder dass und insbesondere die Worttrennungen sind der größte von den sogenannten Fachleuten verbrochene Mist! Auch wenn der ehemalige Kultusminister, Herr Zehetmair, noch versucht hat, einiges auszubügeln, so bleibt die ganze Rechtschreibreform eine völlige Verschlimmbesserung. Die Klagen der Universitäten und Ausbilder in den Betrieben über den Mangel an Deutsch- bzw. Rechtschreibkenntnissen sind eine Folge dieser Reform. 

Ingrid Fürst München

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