Der Generationenvertrag ist in Gefahr

Tolle Aussichten; Leserbriefe 2. November

Angestellte und Arbeiter zahlen in die Deutsche Rentenversicherung ein (Rentenniveau circa 49 %). Beamte und Politiker zahlen nirgendwo was ein und bekommen im Schnitt eine wesentlich höhere Pension aus der Staatskasse (71 %). Außerdem gibt es eine Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes. Wir haben somit ein 2-Klassen-System in dem das Gleichheitsprinzip möglicherweise verletzt ist, sodass die Rechtmäßigkeit von dem Bundesverfassungsgericht geprüft werden sollte. Aber wer klagt? Im Bundestag sitzen Berufspolitiker und überproportional viele Beamte, die allesamt kein Interesse haben ihre Bezüge im Alter drastisch zu verkleinern, wenn sie auch Rente beziehen würden. Das Beispiel einer Putzfrau in Österreich, die einige hundert Euro im Monat weniger verdient als eine in Deutschland, als Rentenbezieherin aber deutlich mehr erhält, kann man nicht fassen. In Österreich zahlen alle in ein System ein – basta. Die Merkel Regierung wollte das Thema aus dem Bundestagswahlkampf zunächst heraushalten, bis Horst Seehofer eingriff. Jetzt wird verzweifelt versucht am offenen Trümmerbruch Rente ein Pflaster zu kleben, sodass man die hässliche Wunde nicht mehr sieht. Es droht aber eine Blutvergiftung! Der Generationenvertrag ist in Gefahr, da die Jugend erkannt hat, dass die meisten in die Altersarmut wandern werden. Würde man eine neue Partei „gerechte Rente“ gründen und geschickt vermarkten, man hätte vermutlich Millionen von Wählern hinter sich. I have a dream: Zukünftig gibt es ein Rentensystem für alle. Politiker bekommen wie jeder andere Bürger auch Rente, je nach Einzahlung (Beitragsbemessungsgrenze im Westen: 6200 Euro). Sollte das Geld dann nicht reichen, können sie ja vorbeugend riestern. 

Günter Urban Wilzhofen

Private Vorsorge nicht finanzierbar? Nein, Bürgerversicherung wie in der Schweiz. Österreich und allen skandinavischen Ländern außer Dänemark! Es ist schon ein Wahnsinn, wie jedes mal in Sachen Rente eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird. Dem ganzen die Krone setzt der Schwachsinn auf, wonach wir privat vorsorgen sollen. Sagen Sie doch bitte mal jemanden der weniger als 1000 Euro netto verdient womit er das soll? Nein es geht nur nach dem Vorbild Schweiz, Ösi und Skandinavien. Dort gibt es die sogenannte Bürgerversicherung, wo jeder vom Milliardär über den Freiberufler bis runter zum Halbkreisingenieur (Straßenkehrer) einzahlen muss. Die Renten liegen um über 500 Euro höher als bei uns, und sogar 13. oder wie in Österreich 14. Monatsrente sind drin. 

Robert Ertelt München 

Ich stimme Herrn Oelke voll und ganz zu und ergänze kurz um meine eigenen Erfahrungen. Ich war über 30 Jahre beruflich im Vertrieb und Beratung mit dem Thema „ private Altersversorgung „ befasst. Es war seinerzeit durch diverse Rentenreformen absehbar das zusätzliche Absicherung zur gesetzlichen Renten dringend erforderlich ist. Ich habe in meinen Beratungsgesprächen oft von meinen Kunden gehört u.a. das wird schon alles nicht so schlimm kommen und irgendwie geht es immer weiter. Noch Heute erlebe ich bei jungen Leuten eine gewisse Interesselosigkeit zu diesen Themen die ja auch nicht unbedingt attraktiv sind. Auf der anderen Seite wie soll eine Altersversorgung sei es Privat oder betreffend Altersversorgung bei einer 0 % Rendite aufgebaut werden? Mir sind inzwischen Lebens/ Rentenversicherer bekannt die das Geschäftsmodell nicht mehr anbieten wollen bzw. können. Wie denn auch ( Woher sollen diese Versorger ihre Rendite für langjährige verbriefte Zusagen nehmen? Ein verhängnisvoller Kreislauf. 

Herbert Mainka München

Herr Oelke trifft den Nagel auf den Kopf. Es ist nicht zu akzeptieren, dass nur bestimmte Bevölkerungsschichten in die Sozialsysteme einzahlen und das sich in einigen Berufsgruppen arbeiten nicht mehr lohnt und es einfacher ist, sich in der sozialen Hängematte auszuruhen. 

Peter Reiter Peißenberg

Die Politik hat alles getan, um die Rentenversicherung zu schwächen. Sie hat die Rentenkassen geplündert und finanziert großzügig versicherungsfremde Leistungen aus Rentenbeiträgen. Sie lässt es zu, dass Arbeits-plätze exportiert und im Ausland mit unseren Steuermitteln (EU) neu eingerichtet werden. Unternehmen, die von menschenunwürdig geringer Entlohnung profitieren, subventioniert der Staat mit Aufstockungsleistungen. Er nimmt es hin, dass Leiharbeiter deutlich weniger verdienen als Stammarbeiter. Er tut nichts um die Schein-selbstständigkeit einzudämmen und lässt Metzger, Schweißer, usw. als schlecht bezahlte „Selbstständige“ neben Beschäftigten am Band stehen. Wir brauchen uns nicht zu wundern, wenn die Beiträge für die Finanzierung der Renten nicht reichen, weil der Staat die Beitragsbasis immer weiter schwächt. Das Problem kann nicht durch Verringerung des Rentenniveaus und höhere Beitragssätze zulasten der Beitragszahler bereinigt werden, sondern die Politik muss den Missbrauch eindämmen. Die Automatisierung der Industrie ist notwendig und steigert die Wertschöpfung. Der Mehrwert landet aber nur in den Taschen der Investoren. Hohe Einkommen müssen endlich durch eine gerechtere Besteuerung beteiligt werden. 

Erwin Michael Kinateder Murnau

Stabilisierung der Rente (48 %) auf Armutsniveau! In Deutschland wird vor der Wahl 2017 von Frau Nahles eine hochgezogene Diskussion über eine zukünftige auskömmliche Rente geführt. Die angestrebte Stabilisierung der Rente auf einen Durchschnitt von 48 % (Altersrenten nach „Deutsche Rentenversicherung Bund“ Stand 2015 / Frauen 580 €, Männer 1040 € / monatlich / alte Länder / netto) wird als erheblicher politischer Erfolg verkauft. Die Rente soll auf diesem Niveau bis 2050 zukunftsfest gemacht werden. Dies ist aber eine unzumutbare Stabilisierung auf Armutsniveau! Die Staatsdiener erhalten über 71% ihres letzten und damit höchsten Einkommens. Die Rentner sollen sich mit nur 48% ihres durchschnittlichen und damit wesentlich niedrigeren Lebensarbeitseinkommens begnügen! Für die meisten Rentner wäre aber schon eine Anhebung ihrer monatlichen Rente, nur auf die Hälfte einer monatlichen Beamten-Pension, eine wesentliche Verbesserung ihrer Rente! Hätte doch Frau Nahles in ihrer Eigenschaft als sogenannte „Rentner-Ministerin“ mal über den Zaun nach Österreich gesehen, dann hätte sie bemerkt, wie eine vernünftige Altersvorsorge aussieht. Dort zahlen alle, Selbstständige, Beamte und Arbeitnehmer in ein System ein. Dafür sind in Österreich die Auszahlungen an die Rentner / Pensionäre (alle Bürger!) um 50% höher als in Deutschland. Von einem Team der Ruhr-Universität-Bochum und der Fernsehsendung „Monitor“ wurde Frau Nahles auf eine exakte Ausarbeitung über eine Erwerbstätigen-Rente (Bürgerversicherung), in Deutschland nach dem Modell Österreich, mit einer Berechnung bis zum Jahr 2050 hingewiesen! Die Erwerbstätigen-Rente in Österreich ist aber kein Feldversuch, sondern langjährige funktionierende Praxis. Dieses zweigeteilte ungerechte Altersversorgungssystem in Deutschland ist in Europa einmalig!

 Lutz Schowalter Rottach-Egern

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