Unser Schlaraffenscheinfriedendasein

Tipps für die Notfall-Speisekammer; Leserbriefe 24. August, Carina Zimniok und Stefan Sessler: Dauerwurst und Bunker gegen die Angst; Im Blickpunkt, Das schürt Ängste; Leserbriefe 23. August

Wir sollen also bevorraten? Ist es denn schon wieder soweit? Ängste schüren? Nein, leider denn es ist Tatsache. Ich kann mich noch zu gut an das, was danach kam erinnern. Bomben, Granaten verzweifelt fliehende Menschen, welche versuchten, sich zu retten. Deutschland als drittgrößter Waffenlieferant bekommt diese Waffen durch Terror aller Art wieder zurück, und die Waffenindustrie profitiert davon, doch wo bleiben unsere Politiker? Knicken diese vor der Waffenindustrie ein, wollen sie den Frieden nicht erhalten? Scheint nicht, denn sonst wäre es nicht schon wieder soweit, und somit ergibt sich unsere Regierung ihrer eigenen unfähigen Politik.

 Dieter Herfurth Garmisch-Partenkirchen

Ein Vorrat an haltbarer Dosenware hört sich erst mal nicht schlecht an. Ich habe mir mal die wenigen Dosen in meinem Haushalt angeschaut: Rot- und Sauerkraut, eingelegte Tomaten, Erbsen und Oliven. Das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum zeigt an, dass diese Ware zirka 3 Jahre haltbar ist. Damit also die Notvorräte nicht verderben, muss man regelmäßig darauf zurückgreifen, um diese dann durch entsprechende neue Dosen zu ersetzen. So ist man gezwungen, sich von Dosen-Gulasch und anderen Fertiggerichten zu ernähren, was meinen Ernährungsgewohnheiten zuwiderläuft. Honi soit qui mal y pense – oder ein Schuft, der Böses dabei denkt! Hier wird die Doppeldeutigkeit einer behördlichen Vorgabe ersichtlich. Die Konserven-Industrie wird es den Politikern danken. 

Heidi Loleit Erding

Eine Reihe von Leserbriefschreibern beklagt mit einigem Recht, die Bundesregierung habe nur ungenügend Hintergrund wissen geliefert, weshalb eine Reserve-Lebensmittelversorgung nötig sei. Ein paar Anmerkungen seien mir erlaubt, ohne als Ängsteschürer in Erscheinung treten zu wollen. In den letzten Jahren waren wir Zeuge einer Reihe von beunruhigenden Entwicklungen, die unserem Schlaraffenscheinfriedendasein einen Stoß versetzten und den zivilen Bevölkerungsschutz aus dem Dornröschenschlaf weckten: Die Revolutionen und grausamen Kriege in Nordafrika und im Nahen Osten, deren Folgen auch uns auf die Füße fallen mit Millionen Flüchtigen, die die Festung Europa als neue rettende Heimat ins Auge fassen; fanatische IS-Kämpfer, deren Terroraktionen nicht nur Europa bedrohen; das Wiederaufleben des west-östlichen Kalten Krieges mit feindseligen rhetorischen Ausfällen und Drohgebärden; eine Türkei, deren Führer sich zwar auf die Demokratie beruft, ihre Werte aber verrät; ein US-Möchtegern-Präsident, dessen mögliche Wahl einen schaudern lassen (rüde ausgedrückt: Die Zahl der Psychopathen unter den Politführern nimmt zu). Der Historiker sieht Parallelen zwischen den 1930er Jahren und der Jetztzeit: Zunehmende Gefahr der wirtschaftlichen und fiskalischen Abwärtsentwicklung, verstärkende Radikalisierung auf rechter, nationalistischer Seite (Österreich, Polen, Ungarn, AfD, Erdogan, Putin, Marine le Pen etc.) und Zunahme der extremen, antinationalen Linken – wie wir auch in der Weimarer Republik fünf Millionen KPDler gegenüber sechs Millionen Nazis erlebten, sodass wir damals die Wahl hatten, rot oder braun zu werden. Daneben tritt heute eine zunehmende Verrohung auf, verstärkt durch Glaubens- und Sittenverfall, durch Internet, Darknet, fanatische religiöse Gruppierungen, die ihr Potenzial bei Attentaten entfalten und auch nach Deutschland vordringen. Bleibt noch zu erwähnen die Rolle der Geheimdienste, der Hacker russischer oder chinesischer Provenienz, die uns Deutschen hier im Ernstfall die Lampen ausgehen lassen können. Der so auf seine Sicherheit bedachte deutsche Bürger möge also den Rat seiner Politiker annehmen und sich einen Notbedarf an Lebensmitteln zulegen. Die politische Erklärung wird wohl ausbleiben – zu groß ist die Sorge vor dem großen Aufschrei, der Forderung nach lückenloser Abhilfe bei unseren Führern, die sich vielfach durchwursteln und die eine demokratische Ordnung verwalten, die keine notwendigen Grenzen mehr zu ziehen vermag.

Frank Skasa-Weiß Ohlstadt

Warum diese Empfehlung der Bundesregierung für den Krisenfall? Was wird hier verschwiegen und und wovor muss die Bevölkerung Angst haben? Ich denke, wir brauchen hier keine Angst haben, Deutschland ist sicher? Eher denke ich dass, eine gezielte Kampagne der Bunker Lobby und der Discounter Lidl und Aldi dahinter steckt und deren Umsätze gesteigert werden sollen! Und die Bundesregierung macht brav mit und lässt sich vor den Karren spannen! Bei den Bunkern wird es ja so sein, dass nur die Regierungen der einzelnen Bundesländern Zuflucht hinein kommen. Oder Promis und ein paar der oberen Zehntausend? Private Bunker kann sich auch nur ein Wohlhabender leisten- hier wäre eine Anschubprämie sehr nützlich wie bei der Abwrackprämie bei den KFZ! Vor allem die Liste ist ja nicht real, da fehlen doch ganz wichtige Sachen und muss neu überlegt werden! Zusammen mit den Pfadfindern und Naturschützern! Auch Hobbygärtner haben eine Ahnung ---nicht ausschließlich von Bürokraten!! An erster Stelle: ein Notstrom-Aggregat( (zwecks Smartphone, Handy,Notebooks , Notebooks bei Stromausfall). Eine Campingausrüstung mit Gaskocher und Gaskartuschen, falls Strom und Gasversorgung ausfällt. Unbedingt Kerzen und Streichhölzer, Bindfaden und Taschenmesser. Spargel und Pilze kann man getrost weglassen, im Glas schmecken sie sowieso nicht so gut. 

Siegfried Höfler Penzberg

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