Mit Menschen menschlich umgehen

Annika Schall und Hannah Kittel: Fremde im Ticket-Dschungel; München 28./29. Mai

Durch eine Rundfunksendung im BR (Chinesische Schwarzfahrerin erwischt) und den Bericht im MM muss ich zu einem Vorfall am 26. März 2016 in der S2 berichten, der mich sehr betroffen hat. Am 26. März habe ich mir eine MVV-Streifenkarte am Automat in Karlsfeld gelöst, um nach München zu kommen. Es wurden von mir 2 Streifen gestempelt. Am gleichen Tag habe ich an der U-Bahnstation Theresienwiese um 14:10 Uhr die Rückfahrt angetreten und 2 Streifen abgestempelt. Im Gegensatz zum Streifenkauf im Tabakgeschäft am Stachus sind die Automatenstreifenkarten um 52 mm länger und ich habe meine Streifenkarte um ca. 50 mm von oben her gekürzt, da sie besser in der Geldbörse unterzubringen sind. Streifen waren alle vorhanden. Um 15:30 Uhr wurde ich kontrolliert und der Kontrolleur stellte fest, dass ich keinen gültigen Fahrschein hatte. Alle Erklärungen, weshalb ich den Streifen von oben um 50 mm gekürzt habe waren nutzlos. Ich muss als Schwarzfahrer 60 Euro zahlen. Aber der Kontrolleur gab mir noch den gut gemeinten Rat, künftig den Streifen nicht von oben, sondern von unten zu kürzen. Nach dieser Aussage habe ich die Welt nicht mehr verstanden. Der Kontrolleur kam nicht aus unserem Freistaat. Auch meine Erklärungen hierzu bei der DB Fahrpreisnacherhebungsstelle waren nutzlos. Es wurde sogar der Hinweis laut, dass ich eine Urkundenfälschung begangen habe. Das war die nächste Überraschung und mir zu viel. Ich habe gezahlt, da ich nicht als Schwarzfahrer und Urkundenfälscher in die Akten der DB eingehen will. Aber Frau Gress hat mir nach Zahlungseingang wieder geschrieben mit folgendem Inhalt: „In der Zwischenzeit haben Sie 60 Euro bezahlt. Vielen Dank dafür! Weitere Forderungen erheben wir nicht und schließen den Vorgang damit ab.“ Eigentlich hätte ich erwartet, dass sie mir bestätigt, dass ich mit meinen 60 Euro das Defizit der DB wesentlich verringert habe. Tage später wollte ich am P+R Parkplatz parken und stellte fest, dass der Parkscheinautomat defekt war. Wieder kam mir der Gedanke hoch: Du bist ein Schwarzparker. Ich bin schon traumatisiert. Als ich am gleichen Tag später zu meinem Auto kam, war ein Zettel an meiner Autoscheibe mit dem freundliche Hinweis, ich soll doch beim nächsten mal die Parkgebühr entrichten. Ich habe P+R die Gründe, warum ich nicht bezahlen konnte, gleich mitgeteilt, und die waren sehr dankbar für meinen Hinweis. Die DB wird es nie lernen mit Menschen menschlich umzugehen.

Josef Oberle Karlsfeld

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