Finger weg?

Ulrich Lobinger: Dieselfahrzeugen droht Innenstadt-Verbot; München 11. Mai

Finger weg von Dieselfahrzeugen? Einverstanden! Nur habe ich leider bereits einen. Deshalb gleiches Recht, oder in diesem Fall gleiches Verbot für alle Diesel: Diesel-Taxi, Diesel-Lieferwagen, Diesel- Lkw, Diesel-Baustellen-Gerätschaften, Diesel-Notstromaggregate. Hab ich noch was vergessen? Kann man alles auch als Benziner konstruieren und erwerben. Zirka 80 % aller Pkw-Diesel-Fahrten sind innerstädtisch. Entfallen diese, schlage ich für alle betroffenen Diesel-Pkw- Besitzer dann als Bonus einen entsprechenden Steuernachlass vor. Oder hat das Ganze möglicherweise einen ganz anderen Hintergrund? 330 000 Münchner Diesel- Fahrzeuge innerhalb der nächsten Jahre auf den Schrott, und ebenso viele neue Benziner angeschafft. Das wäre doch was für die grundehrliche, und daher darbende Autoindustrie?

Bernd Röder München

Sehr geehrte Experten für Diesel-Abgase! Plakativ äußern Sie immer wieder, dass Diesel-Pkw die Schuldigen an den hohen Immissionswerten der Innenstädte (insbesondere Stickstoffoxide NOx) sind. Diesel-Kraftstoff ist nicht für die Entstehung der Stickoxide verantwortlich, sondern es handelt sich um eine thermisch-chemische Reaktion, die oberhalb 500° C zwischen Stickstoff und Sauerstoff stattfindet. Diese Reaktion findet auch bei Otto-Motoren statt, da sie nur von der Gastemperatur im Brennraum abhängig ist! Beim Diesel-Motor ist diese Gastemperatur wegen der höheren Verdichtung zwar bei Vollast hoch, nimmt aber bei Teillast wegen des verfahrensbedingt zunehmenden Luftüberschusses ab. Der Stadtverkehr, der reduzierte Geschwindigkeit verlangt, wird durchweg mit niederer Teillast gefahren, wodurch die thermische NOx-Bildung abgesenkt ist, was sich positiv auf die Emission und damit auch auf die Immission auswirkt. Heutige Otto-Motoren mit wirkungsgradbedingt hohem Verdichtungsverhältnis und Lambda- Sonde haben ebenfalls hohe Gastemperaturen im Brennraum (auch bei Teillast), was auch hier zu entsprechenden NOx-Emissionen führt, die ebenfalls die Immissionswerte erhöhen. Persönlich führte ich bereits 1968 NOx-Emissionsmessungen an einem 2,5 Liter 6 Zylinder Otto-Motor mit D-Jetronic-Einspritzung durch.

Ernst Wodiczka Dipl.-Ing.(TU) Entwicklung Verbrennungsmotoren, München

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