Eine bedrückende Zeit

Die Münchner in der NS-Zeit; München 29. Juli, Kein Generalverdacht; Leserbriefe 23./24. Juli

Wir war’s in den 60-er und 70-er Jahren? Wir am 8. Mai 45 schon Lebende mussten uns von den Nachgeborenen (nach dem 8. Mai 1945 Geborenen) den unwahren Vorwurf gefallen lassen, wir alle waren mit Hurra und Heilgebrüll dem Braunauer Adolf nachgerannt. Damit wurden alle damals in offenen oder stillen Widerstand gegen die regierenden Braunen Befindlichen verleumdet. Und was die damaligen Soldaten betrifft, dies: Es herrschte Wehrpflicht. Und wer die nicht befolgte, landete vor dem Richter. Heute sind die Verharmloser angesichts des Terrors sofort da mit dem Vorwurf, es darf keinen Generalverdacht geben! Das sind viele dabei, die damals auf uns wirklich Alte draufgehauen haben. Nur zu gut kann ich mich auf das damalige Ho Chi Minh-Gebrüll der Nachgewachsenen erinnern. Das aber war ein roter Supermassenmörder. 

Wolfgang Hülmeyer Greiling 

Als Münchner nehme ich gerne zur Kenntnis, etwas Positives über das München meiner Eltern lesen zu können. Das Buch von Professor Dr. Konrad Löw bringt viele Nachrichten über das mutige Verhalten der Münchner in der NS-Zeit. Besonders beachtenswert ist, dass die Zeugen aus der damaligen Zeit durchweg „politisch oder rassisch Verfolgte“ waren und somit unverdächtige Zeugen sind. Die ideologischen Irrtümer und Verbrechen der Nationalsozialisten müssen unbedingt aufgezeigt werden. Sie dürfen aber nur denen angelastet werden, die dafür verantwortlich sind. Das vor einem Jahr eingerichtete NS-Dokumentationszentrum, konzipiert als Lern- und Erinnerungsort, bezichtigt demgegenüber fast alle damaligen Münchner der Unmenschlichkeit und blendet wichtige Fakten aus. Das ist ein gewaltiges Unrecht. Denn Waldemar von Knoeringen, späterer SPD-Landes-Vorsitzender, schrieb 1937: „München ist keine nationalsozialistische Stadt.“ Die Münchner Juden dankten Kardinal Faulhaber für seine geistlichen und materiellen Hilfen. Knoeringen hatte also Recht. 

Helmut Hirtz München

Wir danken dem Münchner Merkur, dass er auf das Buch „München war anders“ von Professor Dr. Konrad Löw aufmerksam gemacht hat. Wir haben uns dieses Buch besorgt und vor allem den Beitrag von Alfred Grosser mit Interesse gelesen. Er schreibt, dass die Münchner in der NS-Zeit besonders treue Ehepartner in den so genannten arisch-jüdisch gemischten Ehen waren. Obwohl die Nazis mit vielen Druckmitteln zur Scheidung drängten, blieben von 1159 Münchnern 1030 ihren jüdischen Ehepartnern treu. Das war ein erstaunlicher Widerstand in dieser bedrückenden Zeit. Professor Grosser verweist auch auf viele andere Zeugnisse von Juden und Sozialdemokraten zugunsten der Münchner. Waldemar von Knoeringen und Wilhelm Hoegner sind auch in dieser Hinsicht unverdächtige Zeugen. Man hat den Eindruck, dass das NS-Dokuzentrum seine Anschuldigungen gegen die damaligen Münchner nicht belegen kann und darüber hinaus die Dokumente, die für die Münchner sprechen, dem Museumsbesucher vorenthalten werden. Schade! Auch die damaligen Münchner haben Anspruch auf die historische Wahrheit. 

Hans und Inge Schwanzl Riemerling

Auch interessant

<center>Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l</center>

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l
<center>Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l</center>

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l
<center>Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen</center>

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen
<center>Schokoladen-Set zum Selbermachen</center>

Schokoladen-Set zum Selbermachen

Schokoladen-Set zum Selbermachen

Meistgelesene Artikel

Heilige Kuh

Caroline Wörmann: Verwaister Chefsessel wird besetzt; München 29. November
Heilige Kuh

Einfach skandalös

Ramona Weise: Kunst oder Anleitung zum Selbstmord?; München 25. November
Einfach skandalös

Kommentare