Der Münchner Autobahnring ist eben kein Ring

Carmen Ick-Dietl und Emil Nefzger: Zu viele Autos, zu wenig Platz; München 12. August

Das ist ja wohl pure Heuchelei! Jetzt tut man allenthalben so, als wenn das Stau-Problem im Münchner Osten ein unvorhergesehenes Schicksal wäre. Haben wir vielleicht vergessen, dass eine Lobby aus Bürgermeistern und Anwohnern des Münchner Südwestens all ihren Einfluss geltend gemacht haben, um dafür zu sorgen, dass der Ringschluss der A 99 aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen wird? Eines der Argumente war: Es gibt keinen Bedarf. Da wird nach dem St. Florian-Prinzip der Verkehrsweg vor der eigenen Haustür verhindert und wenn sich’s dann auf dem anderen Teil der Autobahn um München rum staut, tut man ganz erstaunt. Der Autobahnring ist eben kein Ring und daher kann sich der Verkehr auch nicht verteilen: die Einen links rum die Anderen rechtsrum. Wenn’s den Ring gäbe, wäre die Situation mit Sicherheit wesentlich besser. Da fühle ich mich als Anwohner im Münchner Osten komplett für dumm verkauft und die Herrschaften Volksvertreter sind bei mir auch unten durch. Es geht diesen Leuten nicht um sinnvolle Lösungen für die Verkehrsprobleme, sondern nur immer um Kirchturm-Politik. Nach dem Motto: Hauptsache bei uns is schee ruhig und unsere Villen werden durch eine Autobahn vor der Haustür nicht abgewertet. 

Christine Hammerschmid Kirchheim 

Weltstadt ohne Visionen für die innerstädtische Verkehrsmisere, deren Ursprung in den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts zu verorten ist, zeichnen sich die politischen Verhältnisse im Rathaus verantwortlich. Über Jahrzehnte sind Straßen zurückgebaut, verengt, Fahrspuren gekappt, oder gleich ganz verhindert worden. Nichts gegen ein pittoreskes Millionendorf voller (umwelt)freundlicher Radfahrer und einem minimalen, PKW-Individualverkehr. Die städtebauliche Entwicklung und ihr Expansionsdrang nahmen einen anderen Verlauf. Soweit mir bekannt, beträgt der Zuzug in die Münchner Region jährlich um die 50 000 Menschen, und selbst Berlin als Hauptstadt lief München bei der Ansiedlung von Industrie und Handel, nicht den Rang ab. Alles drängt nach Deutschlands Süden, und so wird es sich fortsetzen; die Verkehrsbelastung wird weiter zunehmen. Der MVV nähert sich einer Kapazitätsgrenze, die Bahn bedient lieber Aktionäre als ihre Kunden mit Pünktlichkeit und Service. Ich vermisse Visionen, eine Neuinterpretierung der individuellen Personenbeförderung. Auch die Pendler fahren nicht aus Jux und Tollerei jeden Tag die bekannten Staustrecken in die Großstadt, sondern meist aus Mangel an sinnvollen oder bezahlbaren Alternativen. Es bedarf eines kompletten Umdenkens in der Verkehrsplanung. Hinfort, von Bestrafungstendenz, Feinstaubgeplänkel und Gängelei durch die politische Brille. Es ist noch nicht zu spät. 

Klaus Schetar München

Im Merkurartikel wird der Mega-Stau am Nordring der A 99 erläutert. Der dabei erwähnte Begriff Ring ist falsch, denn auf dieser um München herumführenden Autobahn klafft im Süden eine 18 km lange Lücke. Vor zehn Jahren prognostizierten Autobahnfachleute eine Katastrophe, wenn dieses fehlende Teilstück nicht bald geschlossen wird. Vor sechs Jahren lehnten Politiker mangels Dringlichkeit den Ringschluss der A 99 ab. Falsch, denn der aktuelle Mega-Stau wäre nicht nötig, wenn die Lücke zwischen Freiham und Taufkirchen, weitgehend im Tunnel, geschlossen wäre. So aber müssen die Kraftfahrzeuge zwischen Nordwest und Südost an München vorbei die 15 km längere Strecke wählen. Der Umweg der Strecke zwischen Lindau und Rosenheim beträgt 30 km. Die Schäden summieren sich: unnötige Mehrfahrten, stop and go, Bau von jeweils vierte Spuren, Umweltbelastungen. Eine weitere Katastrophe weitet sich aus: Die Garmischer Autobahn endet am Mittleren Ring statt an der fehlenden A 99. Dieses Verkehrsproblem auf den Punkt gebracht: Mit Inkrafttreten dieses 18 km langen A 99 Teilstückes stünden zusätzlich bis zu 70 000 Kfz/Tag zur Verfügung. Platz genug, um den quartierfremden, notwendigerweise fremd platzierten Verkehr auf A 99, Bundesstraßen, Mittleren Ring und Ortsstraßen aufzunehmen. So aber wegen Fehlens dieses Teilstückes überstürzen sich die Kosten zu hunderten Millionen Euro pro Jahr, vermehren sich stop and go zu Mega-Staus und steigenden Umweltbelastungen. Der wirtschaftliche Schaden für München und Umfeld ist derzeit schon unabsehbar. Dies alles ist die Folge, wenn Politiker Experten ersetzen wollen.. Das Fiasko Flughafen Berlin lässt grüßen. 

Franz Xaver Zacherl Krailling

Auch interessant

Kinder-Trachtenhemd weiß

Kinder-Trachtenhemd weiß

Kinder-Trachtenhemd weiß
Kinder-Trachtenhemd rotweiß-kariert

Kinder-Trachtenhemd rotweiß-kariert

Kinder-Trachtenhemd rotweiß-kariert
Kurze Trachtenlederhose braun

Kurze Trachtenlederhose braun

Kurze Trachtenlederhose braun
Trachtenweste / Gilet weinrot

Trachtenweste / Gilet weinrot

Trachtenweste / Gilet weinrot

Kommentare